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Kleine Kartenkunde

Raster oder Vektor? Kleine Kartenkunde

Raster...

Wer Karten für GPS-Gerät oder PC nutzen will, wird mit Begriffen wie „Rasterkarten“ und „Vektorkarten“ konfrontiert – eine Aufklärungshilfe.

Rasterkarten bestehen einfach aus einem festen Bild, sozusagen einem Foto der gedruckten Landkarte. Dieses Bild wird „georeferenziert“ – als ob Sie eine Kartenskizze auf Transparentpapier über einer richtigen Karte so lange hin- und herschieben, bis sie genau über ihrem Gebiet liegt.

Dies können Sie auch mit Hilfe des PC: Wenn Sie Ihren gescannten Kartenausschnitt in Google Earth hineinladen und dort entsprechend positionieren, können Sie das Ergebnis z.B. als „Custom Maps“-Karte in ein Garmin-Gerät übertragen.

...oder Vektor?

Bei einer Vektorkarte wird die Karte mit allen vorliegenden Informationen aus einer Datenbank erzeugt. Das Kartographie-Programm berechnet ständig neu, welche Details in welcher Form und mit welcher Schriftgröße auf dem Bildschirm angezeigt werden. In der Datenbank wird beispielsweise ein Wanderweg als Linie (oder „Polygonzug“) gespeichert. Diese Linie erhält dann bestimmte Attribute wie „nicht asphaltiert“, „Eifelsteig“ oder „Fahrweg“. Später kann ein Suchprogramm aus diesen Informationen eine gewünschte Strecke von A nach B berechnen – dies nennt man „Routing“. „Routingfähig“ bedeutet aber auch, dass die einzelnen Linien der Wege exakt miteinander verknüpft sind.

Dies lässt sich am Beispiel von Garmins Topo Deutschland erklären. Bei der ersten Version waren die Wegelinien nur digital gezeichnet, aber nicht routingfähig. Version V3 wurde ergänzt um ein Netz von Radfernwegen und Wanderwegen, jedoch eben nur dieses grobmaschige Netz war routingfähig. Bei der neuesten Version V 2010 ist Routing auf dem gesamten Wegenetz möglich. Nach wie vor kann man einer Karte diese Routingfähigkeit nicht ansehen. Ähnlich wie bei einer Modelleisenbahn, bei der man zwar das Schienennetz sieht, aber nicht erkennen kann, ob auch sämtliche Schienen elektrisch miteinander verbunden sind. Zur Routingfähigkeit gehört dann auch eine Routing-Software, die das „Schienennetz“ steuern kann.

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