© Klaus-Peter Kappest

Kalt ewischt – So klappt‘s auch im Winter mit dem GPS-Gerät

GPS

21.08.2015

Mit der App „3D Outdoor Guides“ erscheinen Winterlandschaften und Tourenvorschläge in Fotoqualität auf dem Smartphone-Bildschirm

Gerade im Dunkeln oder bei dichtem Nebel kann ein GPS-Gerät wertvolle Orientierungshilfe leisten. Hier einige Tipps und Tricks zur Nutzung von GPS-Geräten und Smartphones im Winter.

Wer länger bei stärkeren Minusgraden unterwegs ist, sollte auf jeden Fall ausreichend Reserve-Akkus dabei haben oder sich mit Lithium-Batterien versorgen. Der Grundsatz lautet: Das GPS-Gerät sollte möglichst windgeschützt aufbewahrt werden, besser noch in einer warmen Tasche. Dagegen spricht natürlich die Forderung nach schneller Ablesbarkeit. Unser Tipp: Schnallen Sie sich eine kleine Hüfttasche um, sie ermöglicht am besten das direkte Herausnehmen von GPS-Gerät oder Smartphone, ohne die Jacke öffnen zu müssen.

Je sportlicher man sich im Schnee bewegt, desto eher ist auch eine Schutzhülle für das Smartphone angesagt. Die Auswahl ist inzwischen sehr groß, aber auch hier gilt: Leichtigkeit und Robustheit zu kombinieren hat eben seinen Preis. So kostet die gerade einmal 28 g schwere LifeProof-fré-Hülle knapp 80 Euro. www.lifeproof.com/de

In der dunklen Jahreszeit muss der Stromverbrauch übrigens nicht immer höher sein als im Sommer. Denn während die Navi-Displays an hellen Tagen Mühe haben, gegen das helle Sonnenlicht zu konkurrieren, reichen an trüben Tagen häufig schon 10-15 % der Display-Helligkeit für eine gute Ablesbarkeit. Und weil das Display meistens der größte Energiefresser ist, verlängert sparsame Beleuchtung auch die Betriebsdauer des gesamten Gerätes. Dazu sollte man sich frühzeitig mit der Einstellung der Display-Helligkeit und der Beleuchtungsdauer beschäftigen, denn diese Funktionen können häufig auch so angeordnet werden, dass sie bei Bedarf schnell zugänglich sind. Insbesondere bei nächtlichen Wanderungen kann ein Display deutlich zu hell sein. Dieser Blendeffekt erschwert die übrige Orientierung, denn das Auge muss sich permanent umgewöhnen.

Outdoortaugliche Displays wie das des Oregon 600 sind auch mit leichten Handschuhen noch bedienbar.
Outdoortaugliche Displays wie
das des Oregon 600 sind auch
mit leichten Handschuhen noch
bedienbar.

Wer sein Gerät häufiger bei Kälte bedienen muss, neigt vermutlich zunächst zu einem Gerät mit Tastenbedienung, wie zum Beispiel dem Garmin GPSMap 64. Je dicker die Handschuhe sind, desto problematischer wird aber auch das Bedienen der kleinen Tasten – das sollte man vor größeren Touren auf jeden Fall üben. Vorsicht vor Schnee und Nässe, denn die Feuchtigkeit kann sich zwischen den Tasten festsetzen und bei stärkeren Minusgraden gefrieren. Frostschäden im Inneren des Gerätes sind hingegen weniger zu erwarten, dagegen hilft die Betriebswärme der Elektronik.

Aber auch die weit verbreiteten Touchscreen-Geräte halten durchaus Minustemperaturen aus, allerdings reagiert der Bildschirm deutlich träger. Zur Smartphone-Bedienung gibt es inzwischen Spezial-Handschuhe mit einer leitenden Beschichtung auf den Zeigefingerkuppen. Geräte wie aus Garmins Oregon 600er Serie lassen sich auch mit leichten Handschuhen bedienen. Unser Tipp: Innenhandschuhe verwenden, dann muss man zur Bedienung des GPS-Gerätes nur den großen Außenhandschuh ausziehen.

Die heutigen GPS-Geräte empfangen übrigens auch bei harten Winterkonditionen – also zum Beispiel bei stark verschneiten Bäumen oder Schneesturm – die Satellitensignale meist noch sehr gut. Die erste Empfangsposition sollte sich nach wie vor auf einem Platz mit möglichst freiem Himmel befinden.

Der Garmin tempe-Sensor hält durch seinen Clip auch an Bändern aller Art – ob am Rucksack oder am Schuh
Der Garmin tempe-Sensor hält
durch seinen Clip auch an
Bändern aller Art – ob am
Rucksack oder am Schuh

Wer genau wissen möchte, wie kalt es draußen oder drinnen ist, kann sich mit Garmins „Tempe“-Sensor Gewissheit verschaffen. Das knapp 30 Euro teure Teil funkt die aktuelle Umgebungstemperatur über eine Distanz von bis zu 15 m zu ANT+-fähigen Garmin-Geräten wie den Oregons, Dakotas, Montanas, eTrex (neu) und den Fenix-Uhren. Das mag zunächst als Spielerei erscheinen, aber auf vielen Outdoor-Wanderungen hat sich der „Tempe“-Sensor schon als praxisnaher Temperaturgeber bewährt, zum Beispiel, wenn man ihn morgens auf das Fensterbrett des Hotelfensters legt oder die Temperaturdaten der Tour aufzeichnet. Durch seinen Clip kann der wasserdichte Sensor zum Beispiel an einem Rucksackriemen befestigt werden und ermöglicht eine weit genauere Messung als die Temperaturfühler in den GPS-Geräten. Übrigens speichert der Tempe auch Maximal- und Minimalwerte über 24 Stunden, so dass das GPS-Gerät währenddessen auch ausgeschaltet bleiben kann.

Wintertouren planen

Wer im Winter gerne draußen unterwegs ist, erhält für seine Ski- oder Schneeschuh-Touren Planungshilfe aus dem Internet oder über Apps. In Tourenportalen wie www.gpsies.com oder www.gpstour.info gibt es dazu eigene Rubriken. Outdooractive.com hält auf seinem Portal eine eigene „Winterkarte“ bereit, mit Skipisten, Loipen und Liften, und natürlich Tourenvorschläge in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die KOMPASS-App enthält auch Skitouren, Rodelbahnen und Langlauf-Loipen. Mithilfe der richtigen Apps kann man sich auch auf Lawinengefahr vorbereiten, so zum Beispiel durch SnowSafe oder WhiteRisk. Die Wintersportregionen informieren natürlich auf ihren eigenen Webseiten zu Schneehöhen, Pistenkonditionen etc., aber auch dazu kann man sich mit Apps wie bergfex/Ski, iski oder dem ADAC Ski Guide vorbereiten.


Zurück zur Übersicht GPS-Navigation


Heftarchiv

Dieses Archiv gibt Ihnen Zugang zur aktuellen und zu vergangenen Printausgaben des Wandermagazins

Wandermagazin-Abonnement

Die ganze Wanderlust zweimonatlich zu Ihnen nach Hause: Wandermagazin im Abonnement!