© Klaus-Peter Kappest

Mai 2015: Outdoor-Navigation für Einsteiger

GPS

24.07.2015

Ob GPS-Gerät oder Smartphone, die richtige Karte sollte geladen sein, vor allem bei Auslandstouren

GPS-Geräte von Falk und Garmin zeigen auf Karte und Höhenprofil den aktuellen Standort

Wer sich auf seinen Wandertouren digital leiten lassen möchte, ist dankbar für einen einfachen Einstieg in die Materie.

Aber genau das ist das Problem: wirklich intuitiv zu bedienende Outdoor-Navis gibt es kaum, und auch Smartphones, Tablets und ihre Apps sind in ihren unterschiedlichen Ausprägungen nicht unbedingt einfacher zu handhaben.

Wer aber ein Smartphone sein eigen nennt, kann sich schon mit ein paar ersten Schritten in die Welt der Outdoor-Navigation hineintasten. Google Maps ist fast auf jedem Android-Smartphone vorinstalliert und kann auch auf iPhones und Windows Phones installiert werden – die haben aber auch bereits eigene, ähnliche Kartendienste an Bord.

Wo bin ich?

Jetzt gilt es nur noch, den GPS-Empfang einzuschalten und zu warten, bis das Gerät Empfang hat. Schon blinkt auf dem Smartphone-Display ein meist blauer Punkt mit einem mehr oder weniger großen blauen Radius – der eigene Standort. Die Hintergrundkarte von Google Maps ist sehr einfach gestaltet, enthält aber die meisten Wegeverbindungen, in den Ortslagen auch Straßennamen. Wer mit dem Finger auf die Karte tippt, erhält den Standort mit Straßennamen (sofern dort vorhanden) und die Ortsbezeichnung. Wem die Google-Karte zu oberflächlich ist: amtliche topographische Karten bis zum Detailmaßstab 1:25.000 bringt die App von GPS-Tracks.com kostenlos mit.

Die einzelnen Landesvermessungsämter bieten tolle Apps mit sehr detaillierten und auch historischen Karten – hier der BayernAtlas mit der 1:10.000er Karte
Die einzelnen Landesvermessungsämter bieten tolle Apps mit sehr detaillierten und auch historischen Karten – hier der BayernAtlas mit der 1:10.000er Karte

Wo soll es hingehen?

Jetzt nur noch ein Ziel eintippen, dann berechnet Google Maps die Strecke dorthin, als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer, und sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für die Stadt perfekt, auf Wandertour hingegen oftmals suboptimal. Denn Google Maps und auch weitere Routing-Apps führen zwar zum Ziel, aber eben nicht unbedingt auf den schönsten Wegen.

Fertige Touren gibt es auch aus dem Internet, und darauf haben sich einige Apps spezialisiert. Outdooractive.comWandermap.net oder GPS-tour.info zeigen auf Knopfdruck die Touren der Umgebung, vielfach auch mit Bildern und detaillierter Beschreibung.

Viele Verlage von Rad- und Wanderbüchern bzw. -karten stellen ihre Touren inzwischen auch ins Netz, downloadbar über einen Code aus dem Buch. Für den Leser ein toller Service, weil er sich in Ruhe seine Strecken aussuchen und dazu den fertigen Track herunterladen kann. Die Planung am Computer entfällt, und es gibt Qualitätstouren. Sogar als eigene App, wie zum Beispiel vom Rother- oder Michael-Müller-Verlag. Tourenportale im Internet hingegen beinhalten viele ungeprüfte Mitglieder-Touren, deren Qualität nur von erfahrenen Nutzern eingeordnet werden kann.

Bei mangelnder Mobilfunk-Verbindung lässt der Kartenaufbau auf sich warten – besser die Karten vorher ins Smartphone laden
Bei mangelnder Mobilfunk-Verbindung lässt der Kartenaufbau auf sich warten – besser die Karten vorher ins Smartphone laden

Optimal nur online

Achtung: die Streckenberechnung und auch die Kartendarstellung funktioniert bei den meisten Apps zunächst einmal nur online – also mit Mobilfunk-Verbindung. Denn das Smartphone hat in der Regel keine eigenen Karten gespeichert, sondern lädt sie sich über WLAN oder ein Mobilfunknetz permanent neu herunter. Im Inland funktioniert dies inzwischen auch in Waldgebieten häufig gar nicht so schlecht, aber eben auch nicht immer. Spätestens beim Auslandsbesuch heißt das also: Karten vorher herunterladen, und das bedeutet natürlich wieder, dass man sich mit der jeweiligen App beschäftigen muss.

GPS-Geräte: alles offline

Die klassischen GPS-Geräte von Garmin, Falk oder Teasi sind komplett ohne Mobilfunkverbindung nutzbar. Teilweise müssen zwar noch Karten geladen werden, aber diese sind in einfachen Versionen auch meist kostenlos aus dem Internet erhältlich – dann ist das Gerät für den Europa-Urlaub oder sogar weltweit einsetzbar. Über Kostenfallen wie Roaming muss man sich keine Gedanken machen. Allerdings benötigen diese Outdoor-Navis durchaus etwas Einarbeitungszeit und müssen zuweilen auch einmal mit dem Computer verbunden werden, um zwischenzeitliche Updates, weitere Karten und auch Tourenvorschläge zu erhalten.

Optimal: am PC planen, auf dem Gerät nutzen

Egal ob Smartphone oder GPS-Gerät, es gibt nicht die eierlegende Wollmilchsau, die sämtliche Karten Europas und dazu auch alle geeigneten Tourenvorschläge enthält. Wer die Outdoor-Navigation spannend findet, sollte sich am besten direkt daran gewöhnen, Touren am PC zu planen und dann aufs Smartphone oder GPS-Gerät zu übertragen. Das geht zum Beispiel sehr gut mit Internet-Portalen wie www.gpsies.com (dort auf „Strecke erstellen“ gehen), aber auch mit den Internet-Seiten von www.komoot.de oder www.outdooractive.com. Denn dann lässt sich die Tour am großen Bildschirm auf dem Hintergrund verschiedener Karten wesentlich besser prüfen als später auf dem kleinen Display im Gelände.

Die App „Hilfe im Wald“ zeigt Rettungspunkte und den eigenen Standort als Koordinate
Die App „Hilfe im Wald“ zeigt Rettungspunkte und den eigenen Standort als Koordinate

Notruf

Smartphones und GPS-Geräte können lebensrettend sein. Im Wald gibt es aber keine Straßennamen, und dann reicht eine App wie Google Maps nicht mehr aus. Wer seinen eigenen Standort der Rettungsleitstelle als Koordinate mitteilen möchte, sollte sich eine App wie GPS-Status herunterladen. Damit kann man das Smartphone auch als Kompass gebrauchen. Die App „Hilfe im Wald“ zeigt die offiziellen Rettungspunkte in den deutschen Naturgebieten, wobei derzeit noch die Daten einiger Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Brandenburg und Sachsen fehlen.

Am besten ein Kurs

Das effektivste ist natürlich ein GPS-Kurs, bei dem man die Outdoor-Navigation in der Praxis gezeigt und sämtliche Fragen auch direkt beantwortet bekommt. Als Nutzer heißt die Devise: üben, üben, üben, bevor es auf die wirklich große Tour oder ins Gebirge geht.


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