© Klaus-Peter Kappest

Navigation per Pedes & Pedale

GPS

24.07.2015

GPS-Geräte sollten nicht am Vorbau, sondern drehbar am Lenker befestigt werden – das ist besser für die Ablesbarkeit. Foto: Thomas Froitzheim

Ein Gerät für zwei Einsatzzwecke? Unser Fachautor Thomas Froitzheim meint: ja, das geht. Allerdings sollte man auf einige wichtige Details achten. Dann steht dem Einsatz Ihres GPS-Geräts beim Wandern und Radwandern nichts entgegen.

Wer neben dem Wandern auch gerne Rad fährt, sollte sich ein GPS-Gerät anschaffen, welches für beide Hobbys gut geeignet ist. Im Grunde gar kein Problem, denn die Wandernavis lassen sich grundsätzlich auch auf dem Fahrrad nutzen. Die Fahrradhalterung ist vielfach schon dabei oder für relativ geringes Geld erhältlich. Ganz entscheidend ist aber die Anbringung des Gerätes am Lenker. Denn im Unterschied zum Wandern, wo man das GPS-Gerät immer optimal ablesbar halten kann, ist das GPS-Gerät am Lenker relativ weit weg vom Auge, muss also umso besser lesbar sein. Dies bedeutet, dass (je nach GPS-Gerät) die Hintergrundbeleuchtung meist dauerhaft eingeschaltet ist, nicht selten auf höchste Leistung. Denn beim verhältnismäßig schnellen Radfahren ist eine ebenso schnelle Erkennbarkeit wichtig. Die gravierende Folge ist ein deutlich höherer Energieverbrauch – schon nach wenigen Stunden kann Nachladen angesagt sein. Vorteil wiederum beim Radfahren: ein größeres Gewicht des GPS-Gerätes belastet weder Rucksack noch Tasche, somit werden auch größere Displays möglich (z.B. Garmin Montana oder Monterra). Und die wiederum bieten eine tolle Kartenübersicht und bessere Bedienbarkeit durch größere Tastenfelder.

Stromversorgung über den Nabendynamo, z. B. durch Ladeschaltungen wie Busch und Müllers USB-Werk
Stromversorgung über den Nabendynamo, z. B. durch Ladeschaltungen wie Busch und Müllers USB-Werk

Smartphone fordert Schutz und Energie

Wer ein Smartphone am Lenker nutzt, muss mehr Sorgfalt walten lassen. iPhones und viele Android-Smartphones sind nicht wassergeschützt und verlangen eine Hülle oder eine Schutzbox, zusätzlich zur Halterung. Man kann sie nicht mal eben in die schützende Jackentasche versenken wie beim Wandern, sondern sie sind den Unbilden des Wetters ausgesetzt, hinzu kommen Vibrationen, Stöße und Schläge beim Radfahren.

Also: wer ein GPS-Gerät oder ein Smartphone auch beim Radfahren einsetzt, muss eventuell für Ausrüstung noch ein paar Euro mehr auf die Theke legen. Andererseits bietet das Fahrrad über den Nabendynamo mit geeigneten Ladeschaltungen (Busch und Müllers E-Werk, ThePlug, ZZing, ADA etc.) die Möglichkeit, GPS-Geräte und Smartphones während der Fahrt aufzuladen. Auch hier zeigen sich Smartphones allerdings zuweilen sehr sensibel.

Gerade die neueren iPhones lehnen netzbetriebenes Fremdzubehör ab und verweigern dann schon mal das Aufladen. Mit einem einfachen Batterie-Akkupack funktioniert es allerdings meistens. Smartphone-Nutzer sollten witterungsgeschützte Smartphones einsetzen, zum Beispiel Samsung Galaxy S5, Sony Xperia Z-Reihe, HTC One (M8) oder Caterpillar Cat B15Q.

Am Lenker sind obenliegende Tasten Trumpf

Allrounder zum Wandern und Rad fahren: Für Geräte von TwoNav (links) und Garmin (rechts)steht eine Vielzahl verschiedener Karten zur Verfügung. Foto: Thomas Froitzheim
Allrounder zum Wandern und Rad fahren: Für Geräte von TwoNav (links) und Garmin (rechts)steht eine Vielzahl verschiedener Karten zur Verfügung. Foto: Thomas Froitzheim

Wer sein Gerät gerne über Tasten statt über einen Touchscreen bedient, findet beim Radfahren Tasten an der Seite des Gehäuses eher unpraktisch (Garmin eTrex), weil obenliegende Gehäusetasten während der Fahrt am Lenker besser erreichbar sind (Garmin Edge-Serie, TwoNav Anima, Falk Pantera).

Inzwischen können auch Allround-Geräte wie Garmin Oregon, Mio Cyclo oder TwoNav Anima zur Anzeige von Herz- und Trittfrequenz mit Brustgurt und anderen Sensoren gekoppelt werden, so dass man auf ein separates Sportnavi häufig verzichten kann.

Outdoor-Karten: gute Basis für Radler und Wanderer

Während Wanderroutenplaner im Internet noch Mangelware sind, gibt es zahlreiche Radroutenplaner für hochwertige Tourenplanung am PC. Foto: Thomas Froitzheim
Während Wanderroutenplaner im Internet noch Mangelware sind, gibt es zahlreiche Radroutenplaner für hochwertige Tourenplanung am PC. Foto: Thomas Froitzheim

Das Kartenmaterial eignet sich oft zum Wandern wie zum Radfahren – als Hintergrundkarte zur Ortsbestimmung. In unseren Regionen sind zwar fast alle Wege verzeichnet, aber ausgewiesene Wander- oder Radwege fehlen häufig noch oder sind nicht unbedingt aktuell. Wer also dem Rennsteig oder dem Donauradweg folgen will, sollte dies besser zuvor am PC planen. Garmins „Topo Deutschland“, „TransAlpin“ oder „Alpenvereinskarten“ enthalten bereits zahlreiche Rad- und Wanderrouten sowie viele spezielle POIs (Hütten). Der Aufpreis von etwa 130 Euro lässt sich beim Neukauf inklusive Gerät deutlich verringern. Insbesondere für Garmin-Geräte gibt es aber auch eine Vielzahl von freien Internet-Karten. Die Planung für Radtouren gestaltet sich vielfach (noch) einfacher als für Wanderausflüge. Während es noch relativ wenige Wanderroutenplaner für Strecken von A nach B gibt (zum Beispiel den von Nordrhein-Westfalen oder outdooractive.com) hat fast jedes Bundesland einen eigenen Radroutenplaner. Anders sieht es mit fertigen Tourenvorschlägen aus – die gibt es in Hülle und Fülle.

Unser Tipp: Profile für verschiedene Einsätze

Viele GPS-Geräte lassen sich durch die Anlage von Profilen schnell für Wander- oder Radwandertouren umstellen. Dies erfordert am Anfang etwas Beschäftigung mit den Geräten, aber dann kann man zum Beispiel das Wanderprofil so gestalten, dass bei Garmin-Geräten die Topo-Deutschland-Karte genutzt wird, die Display-Abschaltung nach einer Minute erfolgt, die Karte nach Norden ausgerichtet wird und das Display gegen Berührung gesperrt ist. Alternativ kann auf Knopfdruck ein „Rennrad-Profil“ aufgerufen werden, mit der City-Navigator-Karte, Routingoptionen für Rennradler, Karte in Fahrtrichtung, Display auf volle Beleuchtung, ohne zeitliche Abschaltung; bei den Datenfeldern erscheint dann auch die Pulsfrequenzanzeige.


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