© Klaus-Peter Kappest

Navigieren mit Genuss: Einfach und schnell zu den schönsten Zielen

GPS

10.08.2016

Ohne viel Aufwand wirklich gute Tourenvorschläge finden, sich den schnellsten Weg zu spannenden Sehenswürdigkeiten anzeigen lassen, auch ohne Internetverbindung ans Ziel kommen und auf die Schnelle die nächsten Einkehrmöglichkeiten finden. Beherzigen Sie ein paar Tipps, dann wird die Wanderung mit GPS-Gerät oder Smartphone ganz einfach zum Genuss.

Qualität aus Karte und Buch

Die gute alte Karte und der klassische Wanderführer haben inzwischen ihre Fühler auch ins digitale Zeitalter ausgestreckt. Klassische Wanderverlage wie Rother, Michael Müller, Esterbauer und regionale Verlage wie Ideemedia bieten inzwischen die Touren ihrer gedruckten Werke auch zum Download aus dem Internet an. Dazu gibt man in der Regel einfach einen Code aus dem Buch ein, schon kann man den Tourenvorschlag als GPX-Datei auf das GPS-Gerät oder Smartphone laden. Das ist in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft, denn zunächst kann man sich Streckenvorschläge aus einer Region übersichtlich in einem Wanderführer oder auf der Karte anschauen und sich dann für einen Vorschlag von hervorragender Qualität entscheiden. Die Tour kann unterwegs im gedruckten Begleitwerk nachvollzogen werden, meist garniert mit zahlreichen Informationen, Bildern und Hinweisen. Das ist deutlich angenehmer als das „Mäusekino“ auf dem GPS-Gerät oder dem Smartphone.

Internet-Touren: Chaos oder Qualität?

Wer Qualität haben möchte, sollte auch Qualitätsportale nutzen. Diese sind allerdings meist nur regional aufgestellt, z. B. der Wanderroutenplaner Nordrhein-Westfalen (www.wanderroutenplaner.nrw.de) oder der Tourenplaner Rheinland-Pfalz (www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de). Wanderwege in Bayern kann man über den BayernAtlas (www.geoportal.bayern.de) beziehen und als kml-Datei herunterladen – die Strecken enthalten aber keine Höhendaten und müssen häufig nachbearbeitet werden.

Viele touristische Portale werden derzeit von Outdooractive beliefert. Dort findet sich eine Mischung offizieller Touren der beteiligten Tourismusregionen (erkennbar an den Autorennamen) und privater Touren aus der „Community“ mit stark schwankender Qualität. Outdoor- active gibt es übrigens auch als App für Android- und iOS-Smartphones.

Wanderwege aus der Dose

Warum eigentlich immer Strecken planen? Wer einfach nur gute Wanderkarten mit Wanderwegen auf dem Smartphone oder GPS-Gerät haben möchte, die auch offline verfügbar sind, kann sich z. B. die digitalen KOMPASS-Karten auch auf sein Garmin- oder Teasi-Gerät oder aufs Smartphone übertragen (www.kompass.at). Das klassische PC-Planungsprogramm MagicMaps Tour Explorer macht es den Wanderern jetzt besonders einfach. Im neuen „Tour Explorer 8“ kann man über 15.000 Wanderwege nach Namen suchen, sich anzeigen und eine Strecke damit berechnen lassen. Sie lassen sich dann mit Verlauf und eventuell auch weiteren Points of Interest (POIs) übertragen, z.B. auf GPS-Geräte von Garmin oder Teasi (www.magicmaps.de). 

Schnell die passende Einkehrmöglichkeit finden

Die meisten GPS-Geräte enthalten eine Vielzahl von POIs, und diese stammen in der Regel aus den gerade angezeigten Karten. Also bei der Zieleingabe auf POIs gehen und die entsprechenden Kategorien anzeigen lassen. Aber Vorsicht: diese POIs können veraltet sein. Falls möglich vorher im Internet nachsehen, ob es die Lokalität noch gibt. 

Wer eine online-Verbindung hat, z. B. das WLAN im Hotel nutzen kann oder einen preiswerten Mobilfunk-Datentarif besitzt, schaut einfach auf Google Maps nach und sucht nach „Restaurant“, „Hütte“ oder ähnlichem. Lange Wanderstrecken sollte man so zwar nicht planen, aber für den Weg durch den Ort reicht es. Portale wie TripAdvisor (www.tripadvisor.de) eignen sich besonders für die Angebotsauswahl in größeren Orten – da lassen sich Betriebe nicht nur nach der Art der Küche, sondern auch nach Preiskategorien filtern – und die Telefonnummer des Lokals ist auch gleich zur Hand. Ein Tipp zur Vorbereitung: einmal auf eine detaillierte Openstreetmap-Karte schauen, wie sie z. B. bei www.gpsies.com zu sehen ist. Dort sind zahlreiche Betriebe namentlich erwähnt und nicht nur die mit Google-Eintrag. 

Tipp: Leiten per Luftlinie

Eine ganz einfache Form der Navigation ist die Luftlinienführung. Dabei berechnet das GPS-Gerät keine eigenen Streckenvorschläge, welche, wie schon erwähnt, negative Überaschungen bereiten kann, sondern zeigt geradewegs zum Ziel wie ein Kompass. Mit Entfernung und Zielrichtung.  Zunächst müssen die „Routing“-Einstellungen im GPS-Gerät auf „Luftlinie“ gesetzt werden. Dann einfach auf den gewünschten Zielpunkt auf der Karte tippen – und los geht’s. Die Wege dorthin sucht man sich dann unterwegs selbst aus. Das funktioniert in der Regel besser als man denkt.

Wir warten übrigens noch auf den „Bankfinder“, eine App, die nicht zum nächsten EC-Automaten führt, sondern zur nächsten freien Bank für die bevorstehende Pause. Die wird aber wohl noch ein bisschen auf sich warten lassen.

Text, Fotos und Screenshots: Thomas Froitzheim

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