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Wandern mit Handicap

GPS

06.07.2017

Technische Hilfen bei Sehbehinderung

Gerade für Sehbehinderte kann ein GPS-Gerät hilfreiche Dienste leisten: mit einer darauf geladenen Tour fällt die Orientierung leichter. Entfernte Schilder sind bei Sehbehinderung entsprechend schwerer lesbar, das GPS-Gerät kann man sich jedoch dicht vors Auge halten. Die Leitlinie auf dem Gerät zeigt außerdem immer, ob man sich auf dem richtigen Weg befindet bzw. davon abgewichen ist, gibt also permanente Orientierungssicherheit. Dazu sollte man natürlich darauf achten, nicht eine beliebige Tour aus dem Netz herunterzuladen, sondern Qualitätstouren zu nutzen, also z. B. die offiziellen Touren der Tourismus-Regionen oder qualifizierter Wanderportale, die ihre Touren redaktionell prüfen (z. B. www.Naturaktiverleben.de). Eine Wanderung auf diese Art zu erleben und deutlich weniger auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, kann auch ein vollkommen neues, motivierendes Erlebnis sein.

Ebenfalls für Menschen mit Sehbehinderung bietet sich eine Sprachführung an. Dies ermöglichen einige GPS-Geräte, z. B. Falk Ibex und Lux, aber auch Smartphone-Apps wie Komoot. Es ist allerdings dringend davon abzuraten, sich ausschließlich auf die akustischen Richtungshinweise zu verlassen, da sie erfahrungsgemäß bei zahlreichen Wegesituationen nicht präzise genug leiten. Auf jeden Fall sollte ein zusätzlicher Blick aufs Display erfolgen, denn nur die Kartenseite zeigt den gewünschten Streckenverlauf. Immerhin hilfreich: Manche Apps, z. B. Magicmaps Scout oder Wikiloc, geben einen akustischen Warnhinweis, wenn man sich vom Track entfernt und ebenfalls, wenn man ihn wieder gefunden hat.

Barrierefreie Wege finden

Wie findet man eigentlich barrierefreie Wanderwege zum Herunterladen? Unser Tipp: einfach einmal bei Google die Stichworte „barrierefrei“ und „gpx“ eingeben, schon stöbert die Suchmaschine nach entsprechenden Streckenvorschlägen. Den gewählten digitalen Tourenvorschlag muss man einfach nur downloaden und auf sein GPS-Gerät oder Smartphone übertragen. Beim Tourenportal www.outdooractive.com kann man oben in der Suchmaske „barrierefrei“ eingeben und bekommt zahlreiche Touren in unterschiedlichen Regionen angezeigt. 

Das Tourenportal www.gpsies.com ermöglicht eine noch gezieltere Suche nach barrierefreien Touren. Dazu in der „erweiterten Suche“ ganz am Ende auf „weitere Eigenschaften“ gehen und „barrierefrei“ anklicken. Diese Suche lässt sich durch weitere Filter bzw. Suchkriterien noch verfeinern. Die Ergebnisse sollten allerdings sehr genau geprüft werden, denn GPSies enthält in den meisten Fällen Touren von Hobby-Nutzern, die unter „barrierefrei“ durchaus unterschiedliche Qualitäten vereinen. Behindertengerechte POIs, z. B. Restaurants, Parkhäuser und Versorgungseinrichtungen, lassen sich auf www.wheelmap.org finden. Diese online-Karte basiert auf OpenStreetMap und zeigt die POIs in roter, gelber oder grüner Kategorie, je nachdem, wie rollstuhlgerecht die Einrichtung eingestuft wurde. Graue Symbole bedeuten „unbekannter Status“. Übrigens sind weitere Mitarbeiter willkommen, denn OpenStreetMap ist eine grundsätzlich offene Plattform wie Wikipedia.

Text, Fotos und Screenshots: Thomas Froitzheim

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