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Wintertipps für GPS-Wanderer

GPS

04.12.2015

Foto: Thomas Froizheim

Winterwanderungen haben ihren Reiz. Doch winterliche Verhältnisse stellen besondere Anforderungen an die Orientierung. Schilder und Markierungen können zugeschneit sein, Schneeverwehungen Wege verdecken oder Nebel erschwert die Orientierung. Wer sich jetzt von einem GPS-Gerät leiten lassen kann, hat keinen Orientierungsstress.

Selbst im tiefen Wald ist der GPS-Empfang mit aktuellen Geräten in der Regel kein Problem mehr. Sogar bei Schneesturm und unter tief verschneiten oder nassen Bäumen zeigen sie immer noch exakt den Standort und den Verlauf der Tour an. Wer aber im Winter zum GPS-Wandern aufbricht, sollte die Technik sicher beherrschen – denn Schnee und Eis sind nicht gerade eine gemütliche Kulisse, um sich in Gerät und Bedienung einzuarbeiten.

Regel 1: Dem GPS-Gerät nach dem Einschalten genügend Zeit geben, um die Position zu ermitteln und genügend Satelliten zu sammeln. Ein paar Minuten – aber auf jeden Fall im Stand, nicht beim Gehen – reichen aus. 

Regel 2: GPS-Geräte während der gesamten Wanderung eingeschaltet lassen; die Strecke aufzeichnen und im Notfall denselben Weg wieder zurückgehen. 

Regel 3: Nach der Positionsermittlung die Reise- und Trackaufzeichnungsdaten zurücksetzen. Nur so zeigt das GPS-Gerät die zurückgelegten Wegdaten zuverlässig an.

Reservestrom nicht vergessen

Gerade im Winter sollte man genügend Reserveenergie – Akkus oder Powerpack – mitnehmen – am besten zwei Ersatzladungen, denn mit der Kälte schrumpft die Leistung der Akkus spürbar. Die Displaybeleuchtung ist meist dimmbar und kann sich nach unterschiedlichen Zeitspannen selbst abschalten. Die Einstellungen dazu muss man aber erst herausfinden. Denn je länger man in der Dunkelheit unterwegs ist, desto unangenehmer wird die anfangs begrüßte, helle Hintergrundbeleuchtung. Im Dunkeln reicht eine Reduzierung auf 10-15 % Lichtstärke.

Smartphone als Winternavi?

Smartphones müssen vor Nässe und Kälte geschützt werden, z.B. in der Jackentasche. Bei Regen und Schnee sind die empfindlichen Displays kaum noch bedienbar. Trockenwischen ist angesagt – das gilt auch für die neuen Garmin-Displays wie beim Oregon 600. Einen Lappen sollte man also stets griffbereit haben. Grundsätzlich ist es ratsam, den Wegeverlauf aufzuzeichnen, dazu eine geeignete App laden, z.B. MagicMaps Scout, und den GPS-Empfänger einschalten. Aber bitte das Display nur selten einschalten, damit die Energie für den ganzen Tag reicht. Kalte Geräte beschlagen bei Wärme – auch im Inneren des Gehäuses. Also bei einer Einkehr nicht nur die Akkus nachladen, sondern das Gerät auch auf eine warme Stelle legen, um Kondenswasserbildung zu verhindern. Übrigens lassen sich Touchscreens mit geeigneten Handschuhen (Metallfäden im Zeigefingerkuppenbereich) gut bedienen. Tipp: dünne Handschuhe zum Bedienen des Smartphones in dickere Outdoorhandschuhe stecken.

Gut geplant ist halb navigiert

Wer seine Wintertour präzise plant, wird draußen weniger überrascht. Unterstände und Hütten, die im Winter eine größere Bedeutung haben als im Sommer, können aus einer digitalen Karte entnommen und als Wegpunkte ins GPS-Gerät übertragen werden. Exaktes Einzeichnen des Wegeverlaufs am PC macht sich zudem bezahlt, weil z.B. bei Schneeverwehungen Abzweigungen oft nicht eindeutig erkennbar sind.

Apps und Portalservices fürs Winterwandern

Einige Apps und Internetportale haben sich auf Wintersport-Aktivitäten eingestellt. So informiert z.B. Outdooractive.com in einem eigenen Bereich über Wintertouren. Auf der Outdooractive-Winterkarte werden Skigebiete, Lifte, Loipen und sogar lawinengefährdete Hänge deutlich. Bergfex.de hat eine eigene Rubrik „Winterwandern“ (Schwerpunkt Süddeutschland, Alpenländer). Tourenportale wie gpsies.com oder gps-tour.info verfügen zwar über Rubriken wie Ski-, Schneeschuh- oder Rodeltour, aber welche davon zum Winterwandern geeignet sind, wird nicht direkt deutlich. Tipp: Nach „Winterwandern“ suchen. Dann erscheinen in der Regel einige Tourenvorschläge, denn eine gute Suchfunktion durchforstet nicht nur die Titel, sondern auch die Kommentare, wo sich hilfreiche Bemerkungen finden können. 

Winterkarten und Special Editions

Garmin hat seine aktuelle Outdoor-Karte TOPO Deutschland V7 erstmals um eine Wintersportkarte ergänzt. Mit angeschlossenem GPS-Gerät und eingelegter Topo-Deutschlandkarte V7 kann man sie auch zur PC-Planung nutzen (mit Garmins „BaseCamp“-Software). Inzwischen werden auch GPS-Geräte mit Winterinhalten angeboten. So gab es das TEASI ONE bereits als Special Edition mit 25 vom Bergverlag Rother geprüften Wintertouren in Bayern, Hessen, Thüringen und Südtirol – gedruckt und auf MicroSD-Karte. Wer es einfach, sicher und komfortabel haben will, besorgt sich ein spezielles Wanderbuch mit GPS-Daten, z.B. Rother Wanderbücher „Winterwandern Berchtesgaden - Chiemgau – Salzburg“ oder „Bayerischen Alpen“.  Dann heißt es: Strecke aussuchen, Daten ins GPS-Gerät übertragen – fertig.

Thomas Froitzheim

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