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Alles, nur nicht kindisch

Kaufberatung

09.08.2017

Ob spezielle Kindersachen oder die optischen Kopien der „Elternprodukte“, es gibt einen besonderen Ansatz für Outdoorprodukte für Kinder. Wichtig dabei, Kinder haben ein anderes Verhältnis zur Funktion. Sie darf nicht stören. Und: Kinder stehen auf Komfort. Das Wer-schön-sein-will-muss-leiden kommt später. 

Es gibt Leute, die sagen, Kinder seien die echten Outdoorer. Da ist was dran. Kinder sind gerne draußen. Draußen können sie ihren Bewegungsdrang ausleben. Draußen gibt es immer viel zu entdecken. Draußen sein macht den Kopf frei für die vielen anderen Aufgaben, die das Leben mit sich bringt. Hinzu kommt: Kindern ist es meist egal, wie das Wetter gerade ist, weil jedes Wetter seine Möglichkeiten bietet. Bei Regen bilden sich Pfützen und der Rinnstein kann schon mal zum kleinen reißenden Bach werden, in dem man Stöcke oder Tannenzapfen schwimmen lassen kann. Bei Wind kann man Drachen steigen lassen, im Schnee Höhlen bauen und bei Sonne ist sowieso alles möglich. 

Kinder sind dabei häufig mit dem Spielen so beschäftigt, dass sie Nässe und Kälte gar nicht merken. Eltern kennen das. Das kann im Sommer im Schwimmbad sein, wenn das Kind auf einmal schlotternd und mit blauen Lippen vor einem steht, oder im Winter beim Schneehöhlen bauen, wenn ihm die Hände vor Kälte weh tun, weil es ohne Handschuhe besser buddeln konnte, oder wenn es zu warm angezogen ist und unter der Jacke der Schweiß buchstäblich in Strömen fließt. Dann kann die Stimmung von der einen auf die andere Sekunde kippen. Nach stundenlangem Spielen, eben noch glücklich, plötzlich aus der Spielwelt aufgetaucht und kalt, nass, hungrig oder völlig überhitzt. 

Deshalb ist Outdoor-Funktionsbekleidung für Kinder besonders wichtig. Dabei ist die wichtigste Funktion nicht Wasserdichte, UV-, Windschutz oder Wärme, sondern Komfort. Behindert die Jacke die Bewegungsfreiheit oder heizt sie das Kind unnötig auf, dann wird das Kind sie auch mal ganz schnell ausziehen, obwohl es kalt ist oder regnet. Kuschelige, anschmiegsame Bekleidung ist also gefragt. Das wäre ja kein Problem, gäbe es nicht eine zweite Bedingungen: absolute Robustheit.

Wenn Kinder draußen sind, dann wird getobt, gerobbt, geklettert, hingefallen. Kein Kind fragt: „Hält das meine Hose aus?“ Sie muss einfach halten. Das ist manchmal ein echter Spagat, den Kinder-Outdoorklamotten da bestehen müssen. Hinzu kommt: Gute Funktionsbekleidung kann schon etwas mehr kosten. Und da die Kleinen so schnell wachsen, dass man fast zuschauen kann, gibt es zwei Lösungen: Manche Kindersachen können „mitwachsen“. Eine Naht am Hosenbein oder am Ärmel, die aufgetrennt wird, verlängert die Hose oder den Pulli um einige Zentimeter. Der Klettverschluss am Bund erweitert den Hosensitz. So bekommen diese Produkte „Doppelgrößen“. Sinnvoll auf alle Fälle: Verkaufen Sie die guten Kindersachen auf virtuellen oder richtigen Flohmärkten und Kinderbasaren. Die Nachfrage ist da und die Erträge sind gut. Da werden Kinder-Outdoorsachen manchmal nachträglich richtig günstig.

Weitere Produktberatungen zum Wandern mit Kindern gibt es hier zum Download:

Kaufberatung_Wandern-mit-Kindern_195.pdf (ca. 600 Kb)

Ralf-Stefan Beppler

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