© Klaus-Peter Kappest

Tipps für die Notfallausrüstung

Vertrauen ist gut, eine Notfallausrüstung ist besser 

Die Zusammenstellung eines medizinischen Notfall-Sets für Wanderungen oder Tagesausflüge ist durchaus ein Balanceakt. Sie müssen genügend medizinische Hilfsmittel mitnehmen, um sowohl kleinere Schürfwunden, Insektenstiche und Blasen an den Füßen behandeln als auch Erste Hilfe bei ernsthaften Problemen wie Sonnenstich, Knochenbrüchen und offenen Wunden leisten zu können. Jedoch sollte dieses Set nicht so umfangreich werden, dass es auf der Wanderung zu einer Belastung wird.

Zunächst ist es wichtig zu überlegen wer an dem Ausflug teilnimmt. Wenn Sie wissen, ob Kinder, ältere Menschen oder auch Diabetiker mitwandern, muss dies natürlich unbedingt berücksichtigt werden. So dürfen im Notfall-Set saubere Insulinspritzen nicht fehlen, falls Diabetiker dabei sind. Ältere Menschen benötigen oftmals Stärkungsmittel oder andere Medikamente. Wandern Kinder mir, sollte ggf. im Vorfeld bei den Eltern erfragt werden, ob Erkrankungen vorliegen. Überprüfen Sie Ihr Notfall-Set vor jedem Ausflug und passen Sie es entsprechend an. Ersetzen Sie alle verbrauchten Gegenstände und alte Medikamente, die das Verfallsdatum überschritten haben. Auch wenn es neuere und wirksamere Medikamente und Verbrauchsmaterialien auf dem Markt gibt, ist eine Aktualisierung des Sets sinnvoll. Nehmen Sie stets nur kleine Mengen von jedem Artikel mit, denn diese reichen in der Regel für einen Tagesauflug und auch Gewicht und Volumen der Notfallausrüstung bleiben in einem guten Rahmen. Flüssige Arzneimittel gehören in kleine, bruchsichere Fläschchen und Bandagen in verschließbare Plastiktütchen, so sie sich denn nicht schon in einer geeigneten Verpackung befinden.

Auf jeden Fall in das Notfall-Set gehören:

 

  • Sterile Handschuhe
  • Antibiotika-Handreiniger
  • Alkohol oder Wasserstoffperoxid
  • Watte
  • Wattestäbchen
  • Schere
  • Pinzette
  • Antibiotische Salben
  • Hydrocortison-Creme
  • Verbände und Pflaster (inkl. Blasenpflaster)

 

Weitere Gegenstände, die ebenfalls sehr nützlich, aber nicht unbedingt notwendig sind:

 

  • Schmerzmittel
  • Thermometer
  • Elastische Binden
  • Gesichtstücher
  • Augentropfen
  • Medikamente gegen Heuschnupfen
  • Antazida (Mittel zur Neutralisierung der Magensäure, wie Gaviscon Dual 250 mg)
  • Abführmittel und Medikamente gegen Durchfall
  • Aspirin
  • Ibuprofen
  • Allergien-Tabletten
  • Augentropfen (für trockene Augen)

 

Gegenstände, die Sie mitnehmen können, wenn Sie noch Platz haben, sind:

 

  • Lippenbalsam
  • Sicherheitsnadeln
  • Spucktüte
  • Hustenbonbons

 

Tipps für Bergwanderer

Hier noch einige zusätzliche Gegenstände, die Sie bei einer Bergwanderung mitnehmen sollten: Ein kleiner, gefalteter Parka ist ein Must-Have für jeden Bergwanderer, der sie schnell vor einem Regenguss schützen kann. Packen Sie auf jeden Fall auch eine Decke mit ein, wenn Sie den Platz dafür haben. Bei einer Rast oder im Notfall kann sie sich als sehr hilfreich erweisen. Eine gute und leicht einzupackende Alternative bietet eine gold-silberne Rettungsdecke aus reflektierendem Material. Sie lässt sich im Taschenformat zusammenklappen und ist speziell dazu konzipiert die Körperwärme zu bewahren. Vergessen Sie auch nicht, wasserfeste Streichhölzer einzustecken. Diese wiegen fast nichts, geben Ihnen aber die Möglichkeit, ein Feuer zum Kochen, zum Wärmen oder im Notfall zur Signalgebung zu entzünden.

Notwendige Informationen notieren

Schreiben Sie alle notwendigen medizinischen Informationen eines jeden Teilnehmers des Ausflugs in ein kleines Notizheft. Besonders wichtig sind hierbei Angaben zu möglichen Allergien. Im Falle eines medizinischen Notfalls, der eine Einweisung in eine Klinik erfordert, müssen diese Informationen sofort griffbereit sein, daher ist es sinnvoll das Heft direkt zu der Notfalltasche zu stecken. Schreiben Sie am besten auch die Notrufnummern einschließlich der Giftzentrale (bestenfalls inkl. der regionalen Giftinformationszentrale