Wo die einstige Moorlandschaft durch Menschen erschlossen wurde, begegnen dem Radfahrer Wiesen und Weiden mit friedlich grasenden Kühen. Unterbrochen ist das saftige Grün von zahlreichen kleinen Waldstücken, die hier meist auf „-holz“ enden, wie z.B. das Großenhainer Holz, das Windbrackenholz oder das Westerholz.

Der einmalige Naturraum „Wildes Moor” wird am südlichen Punkt des Radweges berührt. Rechts und links der Geeste formte sich hier nach der letzten Eiszeit eine einzigartige Landschaft aus weitläufigen Moorflächen mit flachen Seen und kleinen Flussläufen. In tausenden von Jahren konnte die mächtige Torfschicht des Hochmoores aus abgestorbenen Torfmoosen und Wollgräsern heranwachsen.

Im 20. Jh. entzog man mit einem engmaschigen Netz von Kanälen dem einst riesigen Moor nach und nach das Wasser, um das Land bewirtschaften zu können. Heute sind nur noch Reste des Hochmoores erhalten. Dazu gehört auch das nördlich von Köhlen gelegene Naturschutzgebiet Mietenmoor, welches vom Radweg gequert wird.

Erlebnis Geschichte

Die Wald- und Moor-Route beginnt südwestlich von Bad Bederkesa, in Kührstedt, das mit seinem malerischen Dorfbild begeistert. Ringstedt – das nächste Dorf auf der Strecke – war eine Thingstätte der vorchristlichen Sachsen und das politische und religiöse Zentrum der Gegend. Hieraus entstand die sehenswerte St.-Fabians-Kirche, die – von Linden gesäumt – mitten im Dorf steht. Das urtümliche meterdicke Mauerwerk ist aus Felsen geschichtet, die christliche Dorfleute 1150 zusammengetragen haben, um eine Saalkirche zu errichten. Der Kirchturm wurde erst 1884 gebaut.

Die zur Gemeinde Ringstedt gehörigen Ortsteile Wüstewohlde und Hainmühlen liegen ebenfalls auf dem Weg. In Hainmühlen gibt es eine unter Denkmalschutz stehende Wassermühle, die bereits um 1400 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie wurde früher als landesherrliche Mühle von Pächtern betrieben und profitierte bis 1830 vom Mahlzwang, der sich über sieben Dörfer erstreckte. Seit 1980 gehört sie der Samtgemeinde Bad Bederkesa und wurde in den Jahren 1983 und 1984 gründlich restauriert, nachdem sie 1828 und 1829 auf alten Fundamenten neu gebaut worden war. Heute kann man das einzigartige Gebäude von außen besichtigen, ein kleiner Rastplatz unterhalb lockt mit Picknickbänken und einer Abkühlung für die Füße im Bach.


 Mit ausführlichem Tourentipp: Die Wald- und Moor-Route im Cuxland