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Wandern mit GPS-Navigation: Wenn der Satellit mitgeht

Ausgabe 111 – Ausgabe 2/2003

Know How

Orientierungshilfe oder technische Spielerei? Spätestens seit dem Golfkrieg 1990/91 dürfte das Navigationssystem GPS (Global Positioning System) einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sein. Bei Expeditionen in den Himalaya schon längst Bestandteil der Gru

Navigationshilfe im Handyformat

GPS-Navigation beim Wandern: Orientierungshilfe oder technische Spielerei?
GPS-Navigation beim Wandern: Orientierungshilfe oder technische Spielerei?

Das Global Positioning System, kurz GPS, ist ein kostenloses und weltweites Ortungssystem. Einst von den US-Streitkräften zur Ortung und Navigation entwickelt, wird es heute größtenteils zu zivilen Zwecken (z. B. auch beim Wandern) verwendet. Mit Hilfe handlicher GPS-Empfänger in Handygröße werden Signale von den seit 1978 rund um den Erdball stationierten Satelliten zur Positionsbestimmung empfangen.

Derzeit umkreisen 29 Satelliten auf sechs verschiedenen Umlaufbahnen in einer Höhe von etwa 20.000 Kilometern die Erde - zweimal am Tag. Sie sind so angeordnet, daß zu jeder Zeit von jedem Ort auf der Erde im Prinzip mindestens vier bis sechs Satelliten „sichtbar“ sind. Für die Positionsbestimmung in der Ebene (2D) braucht das Gerät die Signale von mindestens drei, für die zusätzliche Ermittlung der Höhe (3D) vier Satelliten.

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Der größte Vorteil des GPS gegenüber alternativen Navigationssystemen ist, daß es auch bei schlechten Witterungsbedingungen störungsfrei funktioniert. Das GPS ermöglicht also, daß man völlig unabhängig von Orientierungspunkten, Sicht und Lichtverhältnissen die Position ermitteln kann. Darüber hinaus kann man sich den Kurs und die Entfernung bereits gespeicherter Ziele bestimmen lassen.

Als Betreiber des Navigationssystems GPS können die USA, insbesondere in politischen Krisenzeiten, aus militärischen Gründen die Genauigkeit der Satellitendaten verringern. Die Genauigkeit der Positionsdaten ist also weniger von der Leistungsfähigkeit der GPS-Geräte als von der Genauigkeit der Satellitensignale abhängig. Seit 1995 besteht die grundsätzliche Möglichkeit, das GPS für zivile Anwendungen kostenlos zu nutzen. Aber erst seit dem 2. Mai 2000 liegt die Systemgenauigkeit der Positionsbestimmung in Lage und Höhe zwischen 5 bis 15 Metern. Vorher wurde die Datengenauigkeit im zivilen Bereich vom amerikanischen Verteidigungsministerium systematisch verringert (sog. Selective Availability).

Die derzeit zur Verfügung stehenden Wertegenauigkeit ist für Wanderungen völlig ausreichend und über größere Strecken gesehen exakter als jede Kompaßnavigation. Um das US-Monopol zu brechen, haben die EU-Verkehrsminister in Brüssel den Weg für das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo geebnet. Das milliardenteure Weltraumprojekt soll in Europa ab 2008 das US-System ablösen. Das neue System wird erfreulicherweise nicht in militärischer Hand sein, allerdings müssen sich Privatanwender vermutlich auf happige Gebühren einstellen.

Leistungsfähigkeit der GPS-Geräte

Die Leistungsfähigkeit eines GPS-Empfängers ist in er-ster Linie von der Empfindlichkeit der Antennen und der Satellitenkonstellation im Orbit abhängig. Die Signale können durch Hindernisse wie Berge und Gebäude abgelenkt oder ganz abgeschirmt werden. Gute GPS-Geräte funktionieren auch unter Bäumen, aber in sehr dichtem Wald und in engen Schluchten kann der Kontakt unter Umständen auch verloren gehen. Info: www.garmin.de

Link-Tipp

www.garmin.de

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