© Klaus-Peter Kappest

Wandern im Fichtelgebirge: Felsenlybyrinthe, Tausender und granitenes Hufeisen

Ausgabe 112 – Ausgabe 3/2003

Deutschland

Das Fichtelgebirge mit der hufeisenförmigen Granitmauer aus Grossem Kornberg, Waldstein, Ochsenkopf, Schneeberg, Kösseine und dem Steinwald liegt im Quellgebiet von Main, Saale, Eger und Naab. Die Europäische Wasserscheide verbindet die Stromsysteme von R

Felsenchaos und Gipfelglück

Der eigentümliche Charakter des geologischen Aufbaus (Granit und Gneis) wird besonders an den riesigen Wollsackverwitterungsarealen im Bereich des Luisenburg-Felsenlabyrinths, der Kösseine, des Ochsenkopfes und des Grossen Waldsteins deutlich – eine markante und originelle Naturszenerie mit vielen grandiosen Fernblicken.

Goethe, die Romantiker Tieck und Wackenroder, der Fabulierer Jean Paul und der Universalgelehrte Humboldt haben das Fichtelgebirge mit ihren Werken verewigt. Der Komponist Max Reger, ein Kind des Fichtelgebirges, verbrachte an dessen „Südbalkon“ in Brand seine Kindheit. Wohl kaum anderswo in Franken hat die Bergbaugeschichte die kulturelle Entwicklung so maßgebend mitgestaltet wie hier. Gold, Eisenerz, Marmor, Zinnerz, Braunkohle, Alaun, Granit, Basalt, Diabas, Quarz – das Fichtelgebirge galt mit Recht als steinreich. Dem Bergbau folgte die Porzellanindustrie, und noch bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts war hier das Zentrum der europäischen Porzellanindustrie. Als Sechs-Ämter-Land prägte die Hochfläche im Inneren des Hufeisens die Geschicke und die Geschichte. Wunsiedel, später Sitz der sechs Ämter, ist nicht zuletzt dank der Luisenburg-Festspieltradition ein bedeutendes Kulturpflaster. Und während das markgräfliche Bayreuth ganz im Zeichen Richard Wagners steht, setzt Hof mit den Hofer Filmtagen auf Zelluloid.

Wege und Stege

Die beiden europäischen Fernwanderwege 3 und 6 kommen von Westen her und teilen sich jeweils in zwei verschiedene Routen auf: Der E 3 zieht von Coburg, Münchberg, Wunsiedel (wo er sich in eine böhmische und sächsische Variante teilt) nach Selb, während der E 6 ab Münchberg südöstlich auf Marktredwitz zustößt und ab hier in eine böhmische und bayerische Variante südwärts teilt. Der Mainwanderweg, die östliche Variante des Main-Donau-Wanderweges, quert das Fichtelgebirge. Hinzu kommen zwölf Hauptwanderwege vom traumhaft schönen Höhenweg zum beliebten Egerweg bis hin zum Seenweg (führt auch in den Frankenwald).

Ein riesiges Netz historischer Themenwege (Markgrafenweg, Jean-Paul-Weg, Jakobsweg etc.) und ein vielfältiges Angebot regionaler und lokaler Wanderwege ergänzt das Angebot zu einem Streckennetz von über 3.000 km markierter Wanderwege. Wanderhighlights sind die neun Berghäuser und Wanderheime des Fichtelgebirgsvereines. Zahlreiche Aussichtstürme (Asenturm, Kösseineturm etc.) eignen sich ideal als Wanderziele. Im Ochsenkopfgebiet kann man die beiden Sessellifte (Warmensteinach und Bischofsgrün) auch als Auf- und Abstiegshilfe nutzen.



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist leider vergriffen.

Ausgabe 112

Ausgabe 3/2003