© Klaus-Peter Kappest

Bad Herrenalb - Naturgenuß im Überfluß

Ausgabe 116 – Ausgabe 2/2004

Deutschland

Die orangefarbene Sonne schimmert nur noch schwach durch das blau marmorierte Firmament. Und die Temperaturen sind für diese Jahreszeit wohltuend warm.

Fast so warm wie der dampfende Tee, den ich Schluck für Schluck – am Naturdenkmal Mauzenstein westlich von Bad Herrenalb – genieße. Diese beeindruckende Felsformation ist nicht nur ein äußerst lohnenswertes Wanderziel zur Beobachtung von Sonnenuntergängen, sondern zudem ein markantes Zeugnis einer hochspannenden Landschaftsgeschichte. Eine Tatsache, die mich als Diplom-Geograph besonders freut.

Eine Landschaft entsteht

Naturgenuß im Überfluß in Bad Herrenalb.
Naturgenuß im Überfluß in Bad Herrenalb.

Vor etwa 65 Millionen Jahren begann sich die Oberrheinebene – der heutige Oberrheingraben – zu senken. Gleichzeitig haben sich der Schwarzwald und die Vogesen gehoben. Daraufhin schnitten sich Flüsse und Bäche zum Teil tief in das Gelände ein und formten dadurch die für den Schwarzwald charakteristischen Täler und Schluchten. Täglich und unaufhaltsam nagen Wind, Wasser und Frost weiter an der Landschaftsoberfläche. Felsen und Steine zerfallen in kleinste Partikel, werden weggeblasen, weggespült und weggesprengt. In besonderem Maße schützenswert ist die naturbelassene Waldschlucht Großes Loch am Nordhang des Grenzertkopfes. Die Schlucht entstand vor etwa 200 Millionen Jahren in der sogenannten Buntsandsteinzeit. Damals lagerten Flüsse im Bereich des Nordschwarzwaldes mächtige Sand- und Gesteinsmassen ab. Daraus gingen wiederum im Laufe vieler Jahrmillionen unterschiedlich harte Gesteinsschichten hervor. Und der steten Erosionstätigkeit des Laufbaches ist es letztendlich zu verdanken, daß sich die Schlucht derart schroff entwickelt hat.

Teuflische Löcher aus Stein

Die fortwährende Erosion der Schlucht läßt sich besonders schön am Gestein der sogenannten Teufelskammer beobachten. Das helle Gestein besteht aus einem geröllreichen Sandstein mit unterschiedlicher Festigkeit. Die wuchtigen Sandsteinpfeiler und das Dach der Teufelskammer trotzen dank ihres härteren Gesteins bis heute einer rascheren Abtragung. Die weicheren Gesteinsschichten hingegen wurden durch Erosion herausgenagt und wegtransportiert – so entstanden die großen steinernen Kammern, auch Teufelslöcher genannt.



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