© Klaus-Peter Kappest

Im Angesicht des Vulkans: Der Vulkanpark

Ausgabe 116 – Ausgabe 2/2004

Deutschland

Schon seit langem wünsche ich mir eine Art Mensch-Maschine, einen Wissensspeicher mit menschlichen Zügen, der mir auf alle Fragen eine Antwort gibt.

Im Angesicht des Vulkans

So ist es auch heute wieder! Ich stehe auf dem Bellerberg zwischen Mayen und Ettringen im Vulkanpark in der Osteifel. Ein toller Blick zum Vulkanberg Hochsimmer hinüber und zugleich in den Abgrund einer Basalt-Abbaugrube an diesem knackig kalten Januarmorgen bei erst langsam wärmender Sonne:

50 Meter unterhalb des schroffen Bellerberggipfels, wo jetzt ganz friedlich einige Äcker im Frost erstarrt sind, brach vor 200.000 Jahren Magma aus dem Erdboden hervor und schoß in den Himmel. Das ganze Umland wurde mit Asche überdeckt und mit in der Luft erstarrter Lava regelrecht bombardiert. Eine Folge dieses "Steinregens" sind die beiden Kraterflanken, auf deren westlicher ich gerade stehe und auf deren östliche, den Kottenheimer Büden, ich blicke. Fast senkrecht fällt dessen Wand zum Inneren des Kraters hin ab. Auf dem Weg dorthin wandere ich die Bellerbergflanke auf schmalen Pfaden ab und dann steil in den Kraterkessel hinein.

Auf dem Kottenheimer Büden lädt zwischen Kiefern, Birken und Gräsern eine Bank zur Rast ein. Der Blick geht über das Dorf Kottenheim Richtung Rhein und nur hundert Meter weiter führt der Weg unmittelbar am Flankenrand des Bellerbergs entlang. Ich bin allein, genieße die Aussicht und bin in Gedanken immer wieder bei der heißen Vergangenheit der Bellerberg-Vulkangruppe, aus der an drei Stellen Lavaströme ausgetreten sind. Im Mayener Grubenfeld, dem Kottenheimer Winfeld und in der Ettringer Lay erstarrten diese zu gewaltigen Säulen, die durch Steinbruchtätigkeit freigelegt sind (Lay=Steinbruch). Auf dem neu angelegten Vulkanologischen Wanderweg durchstreife ich auch die beiden letzteren (Start und Ziel des ca. 3-stündigen Rundweges ist die Vulkanparkstation "Ettringer Lay", Flyer erhältlich). Unglaubliche Säulenriesen türmen sich da vor mir auf. Mir war vor meinem ersten Besuch in der Region nicht klar, daß es solche Naturwunder in Deutschland gibt. Mittlerweile bin ich hier Stammgast, aus dem Staunen komme ich aber dennoch nicht heraus.

Wenn Sie wissen wollen, woher ich das alles weiß, dann folgen Sie im Vulkanpark der sehr guten Ausschilderung auf vier Routen zu 19 Vulkanpark-Stationen zwischen Mayen und Koblenz (im Mai wird als 20. Station der Aussichtsturm am Booser Doppelmaar, beim Eifel-Dorf Boos gelegen, ganz im Westen des Vulkanparks, mit Wanderweg eröffnet). Einen umfassenden Überblick zum Thema "Vulkane in der Eifel" gibt das Vulkanpark Infozentrum Rauschermühle in Plaidt mit einer sehenswerten Ausstellung.

Link-Tipp

www.vulkanpark.com

Vulkanpark Infozentrum Rauschermühle, Rauschermühle 6, 56637 Plaidt. Tel. 01801/88 55 26.

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Link-Tipp

www.tourismus.vordereifel.de

Touristik-Büro der Verbandsgemeinde Vordereifel, Kelberger Straße 26, 56727 Mayen Tel. 02651/80 09-59, Fax: 80 09-20.

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