© Klaus-Peter Kappest

Rucksäcke

Ausgabe 117 – Ausgabe 3/2004

Know How

Rucksäcke sind heute sogar aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Kids, Manager, Biker – der Lastenträger auf dem Buckel ist in die Mode gekommen. Inzwischen ist sogar der birnenför-mige Rucksack aus den Tagen eines Luis Trenker wieder in, freilich entbeh

Von Packeseln und Lastenträgern

Die Wahl des geeigneten Rucksacks ist weniger Ansichtssache, denn eine Frage des Vorhabens und der Disziplin. Schließlich gilt: Jedes Gramm Füllgewicht kann dem Träger nach einigen Kilometern schwer zu tragen kommen. Da rahmenlose Rucksäcke in der Regel nur für Klettermaxe und Skifahrer geeignet sind, gilt die besondere Aufmerksamkeit den Rucksackmodellen mit Tragegestellen. Luftzirkulation am Rücken können nur Rahmenmodelle gewährleisten. Die Rahmen können außen liegen (Kraxen für Trekker), sollten bei einem Wanderrucksack aber regelmäßig innen liegen und nach Möglichkeit auf die Anatomie des Trägers einstellbar sein. Das erfolgt entweder durch die Verstellbarkeit der Rahmen oder/und der Gurte, bzw. bei kleinen Rucksäcken bis 35 Litern Volumen (was etwa 10 kg Last entspricht) einfacherweise durch Modellvarianten (klein, mittel oder groß).

Unverzichtbare Details

Für Tagestouren reicht ein Rucksack zwischen 15 bis 35 Liter Volumen. Wandern Sie in Begleitung, sollte sich die Gemeinsamkeit auch in verteilten Lasten ausdrücken. Familienväter werden da wohl eher das höhere Volumen wählen müssen. Hütten- und Bergtouren für mehrere Tage sowie Trekkingabenteuer verlangen nach mehr Volumen. 50 bis 85 Liter Volumen bedeuten im Zweifel 20 kg und mehr Gewicht. Geeignete Packstrategien, von ungewöhnlichen Verpak-kungspraktiken bis zu ausgeklügelten Verzichtstrategien sind hier gefragt. Rucksäcke zwischen 35 und 50 Liter Volumen eignen sich bei Wanderungen von wandernden Paaren, wenn nur ein Rucksack mitgeführt wird. Der gepolsterte, anatomisch vorgeformte Hüftgurt sollte über dem Gesäß sitzen und sich leicht verschließen lassen. Achten Sie auf breite Polstergurte. Weil sich der weibliche Körper vom Körperbau des Mannes unterscheidet, sind Rucksackmodelle für Frauen sicherlich keine Spinnerei. Der Rucksack sollte mit Kompressionsgurten (alternativ durch Längsreißverschlüsse) auf die jeweilige Füllmenge anzupassen sein. Ein auch von außen zugängliches Bodenfach ist sinnvoll. Die Luft sollte zwischen Rücken und Rucksack ausreichend zirkulieren können, die Schultergurte müssen breit und gepolstert sein. Achten Sie darauf, daß der Rucksackschwerpunkt über die Schultergurte mit Zugriemen gestrafft oder gelockert werden kann. Unver-zichtbares Detail sollte ein integrierter Regenschutz sein. Meist ist er in das Bodenfach eingebracht. Aussentaschen ja oder nein? Das ist Ansichtssache. Wird der Rucksack dadurch breiter als der Rücken, sprechen praktische Gründe dagegen. Netztaschen (für Getränke, Mütze, Foto oder Fernglas) sind nützlich. Der Ruck-sackdeckel sollte innen und außen ein verschließbares Fach haben. Der wasserdichte Deckenbalg mit leichtgängigem Schnürzug ist unverzicht-bar. Wasserdicht sind Rucksäcke in den seltensten Fällen, wasserabweisend sollten sie allerdings ausgerüstet sein. Strapazierfähiges Obermaterial (meist Cordura), saubere Verarbeitung und wasserfesten Boden kann man erwarten. Wer mit Teleskopstöcken unterwegs ist, sollte auf praktische Befesti-gungsmöglichkeiten am Rucksack achten.

Merke

  • 15 bis 35 Liter reichen für Tagestouren. 
  • 35 bis 50 Liter bieten sich für zwei- bis dreitägige Touren oder bei mehreren Mitwanderern ohne Lasten- verteilung an. 
  • 50 bis 85 Liter eignen sich für alpine Touren, für Trekkingabenteuer und mehrtägige Weitwanderungen.
  • Rucksäcke sollten individuell auf die Anatomie des Trägers anzupassen sein (Verlängerung des Rahmens, VarioSysteme, oder größenverschiedene Modellvarianten bei kleinen Volumina).
  • Achten Sie auf breite, gepolsterte Hüft- und Schultergurte.
  • Kompressionsriemen, separates von außen zugängliches Bodenfach. 
  • Integrierter Regenschutz. 
  • Befestigungsmöglichkeit für Teleskopstöcke. 
  • Probieren Sie Rucksäcke grundsätzlich an, verlangen Sie dabei, daß der Rucksack mit realen Gewichten gefüllt wird! 
  • Testen Sie die Verstellbarkeit von Hüft- und Schulter- gurt bzw. Gewichtsverlagerungsriemen.


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