© Klaus-Peter Kappest

Socken

Ausgabe 117 – Ausgabe 3/2004

Know How

Strümpfe sind die Unterwäsche der Füße. Sie haben erheblichen Einfluß auf das Komfort- und Wohlbefinden beim Wandern.

Von den Socken

Der teuerste Membranschuh mit hochwertigstem Rindsleder ist machtlos, wenn die Socken versagen. Socken haben Höchstleistung zu vollbringen. Das liegt u.a. an den 200 Schweißdrüsen des Fußes. Sie sind je nach persönlicher Veranlagung (es soll ja regelrechte Stinkstiefel geben), je nach Aussenklima und Akti-vitätsgrad ausgesprochen aktiv. Einen Liter mineralischen Körpersaft sondern die Drüsen pro Tag ab und sorgen für ein meist subtropisches Fußklima an den Geh-werkzeugen. Nicht auszudenken, was passiert, wenn sich etwa das quellfähi-ge Baumwollfasergestrick einer klassischen Wandersocke früherer Tage vollgesogen hat und der Fuß in einer Art tropischen Wetterlage aus schwülheißem Wasserdampf und stattlicher Flüssigkeitseinlage Schritt für Schritt im Lederkleid hin- und herrutscht. Blasenbildung, brennende Füße, Druck-stellen, schlechte Blutzirkulation und Hornhautbildung sind die Folgen. Von den unbeschreiblichen Qualen, die Fußblasen beim Gehen bereiten können, ganz abgesehen. Socken müssen dämpfen, Feuchtigkeit von der Haut wegtransportieren, vor Reibung schützen und klimatisierend wirken. Sie sollten faltenfrei, wärmend, dehnbar und rutschfest sein. Ideal, wenn die industriell gefertigte Maschenware auch die Vermehrung von Mikroorganismen und den typischen Schweißmaukengeruch unterbindet.

Drum prüfe, bevor die Wahl getan

Ob nun eine Socke für den linken oder rechten Fuß gefertigt sein muß, erscheint weniger zwingend als die jeweilige Paßform für Männerquanten und Frauenfüße. Die Anatomie des weiblichen Fußes unterscheidet sich deutlich von der eines Männerfußes.

Merke

Die Dynamik der Atmungsaktivität erlahmt in dem Maße, in dem der Temperaturunterschied innen und außen sinkt. Je heißer es draußen ist, um so geringer die Atmungsaktivität. Dann gewinnen die Socken, die etwa durch Längsrippen den Luftaustausch über den Schaft im Gehrhythmus ermöglichen.

Kunststoff-Fasern haben den Nachteil, daß sie nur mit 30 oder 40 Grad zu waschen sind. Der schwedische Sockenhersteller Ullfrotté verwendet ein Zweifasergestrick aus Baumwolle und Polyamid und empfiehlt die Wäsche bei 60 Grad! Grundsätzlich gilt, je höher der Wollanteil, um so länger die Trocknungszeit. Achten Sie auf die Verarbeitung der Zehenpartie. Die Strümpfe können zwar nahezu komplett auf Strickzylindern industriell erstellt werden, der Verschluß der Zehenspitze (Kettelnaht) entscheidet aber darüber, wie "auftragend" die Kettelnaht sich anfühlt. Die Sohlen sollten mit verstärktem Plüschgestrick gepolstert, Wadenbein und Schienbein ebenfalls geschützt sein.

Merke

  • Unisex-Socken eignen sich weniger für Frauenfüße.
  • Socken sollten Feuchtigkeit nicht speichern, sondern nach außen leiten. 
  • Achten Sie auf eine mit den Fingern kaum spürbare Verarbeitung der Kettelnaht. 
  • Verarbeitung von Silberionenfäden verhindert die Vermehrung von Mikroorganismen und damit weitgehend die Geruchsentwicklung. 
  • Je höher der Baumwollanteil, um so länger die Trocknungszeit und um so höher auch die mögliche Waschtemperatur.


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