© Klaus-Peter Kappest

Teleskopwanderstöcke

Ausgabe 117 – Ausgabe 3/2004

Know How

Der segensreiche Einsatz von Wanderstöcken ist heute unbestritten. Längst sind die teleskopierbaren Stöcke nicht mehr nur in den Alpen Alltag.

Stockeinsatz gefragt!

Seit Nordic Walking den Stockeinsatz auch als Fitneßvariante für Schnellgeher hoffähig gemacht hat, sind die leichten, meist höhenverstellbaren Stöcke nicht mehr wegzudenken. Die Entlastung der Druckkräfte pro Stockeinsatz in der Ebene ermittelten Sportmediziner mit 5 kg. Bei 27.000 Schritten addiert sich das bereits auf 13.000 kg. Bergauf verdoppelt sich die Entlastung der Druckkräfte auf 28.000 kg pro Stunde und bergab sogar auf 34.000 kg. Die Entlastung der Druckkräfte bezieht sich auf die Wirbelsäule und den Gehapparat. 90 Schritte pro Minute geht der Wanderer in der Ebene, bergauf sind es 60 und bergab im Durchschnitt sogar 100 Schritte. Die Entlastung des Bewegungsapparates steigt noch einmal, wenn die Stöcke parallel eingesetzt werden. Den geringsten Effekt hat der Stockeinsatz nach vorne.

Unverwüstlich und bombenfest

Billigstöcke, die man heute im Discount-Supermarkt kaufen kann, sollten Sie mit Vorsicht genießen. Meist ist das verwendete Material minderwertig, knickt bei abrupten Schocksituationen einfach ein, oder die Arretierungen lockern sich nach geraumer Zeit von alleine. Billigware ist nach einer Regenwanderung oft kaum noch verstellbar, und meist haben solche Stöcke auch keine Stoßdämpfung im Griff oder der Spitze. Auch hier gilt: Geben Sie lieber einige Euro mehr aus und profitieren Sie von unverwüstlichen Stöcken mit einer bombenfesten Arretierung und gelenkschonenden Stoßdämpfern. Achten Sie auf gewinkelte Handgriffe, damit wird die Überstreckung der Handgelenke verhindert. Die Stockschlaufen – sie sind keine Attrappen(!) – sollten leicht verstellbar sein und nicht einschneiden. Je näher Sie die Stöcke am Körper einsetzen, um so größer die entlastende Wirkung. Grundsätzlich handelt es sich um eine Doppelstocktechnik: Abwechselnd wird bei jedem Schritt eines der Beine entlastet. Sinnvoll ist diese Technik, wenn bereits Gelenkschäden (Arthrose etc.) existieren. Der Diago-naleinsatz ermöglicht den gleichmäßigen Entlastungskoeffizienten beider Beine. Ein Teil der Bodenreaktionskräfte wird jeweils über einen der beiden Stöcke "abgeleitet".

Merke

  • Billig ist nicht immer auch sicher. Für Unsicherheit ist selbst der Dumpingpreis zu hoch. Prüfen Sie, für welche Qualität der Anbieter steht! 
  • Wanderstöcke sollten teleskopierbar sein. Ob zwei- oder dreiteilig hängt vom Gelände ab (im Hochgebirge eher dreiteilig, damit die Stöcke auch sicher am Rucksack befestigt werden können!). 
  • Die Doppelstocktechnik bringt die größte Entlastung für Gelenke und Bewegungsapparat.
  • Auch im flachen Gelände entlasten Stöcke, durchschnittlich 13.000 kg pro Stunde. 
  • Nutzen Sie unbedingt die Handschlaufen und achten Sie auf angewinkelte Griffe.


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