© Klaus-Peter Kappest

Wanderschuhe

Ausgabe 117 – Ausgabe 3/2004

Know How

Schnäppchen gibt es immer wieder. Auch bei Funktionsschuhen wie Wanderschuhen, Schuhen für Walking, Nordic Walking, für Biker oder Wasserwanderer.

Zeigt her Eure Füße

Ob Multifunktionstreter oder steigeisenfester Bergschuh: Passen müssen die Treter! Wer macht sich schon bewusst, dass der menschliche Fuß aus 26 Knochen und zwei so genannten Sesambeinchen für die Sehnenumlenkung besteht? Wie wahrscheinlich ist demzufolge, dass jeder Schuh an jeden Fuß passt? Nun hat der Mensch bekanntlich zwei Füße und selbst diese unterscheiden sich.

Man sollte außerdem wissen, dass es den Norm- oder Durchschnittsfuß nicht gibt. Die Regel sind dagegen Anormalitäten: vom Knickfuß, dem Senk- und Plattfuß zum Hohl- oder Spreizfuß. Schiefzehe, Hammer- oder Krallenzehe sind häufiger als man denkt. Es kommen O- oder X-Beine und Fersensporne hinzu.

Die Folge sind Schmerzen am Fuß, in den Waden oder Beinen, brennende Fußsohlen und sogar schmerzhafte Entzündungen wie beim Fersensporn. Geschwollene Beine, Fußbrennen, Hornhaut, Hühneraugen, Dornwarzen, Krampfadern, Blasen, Fußpilz oder „Schweißmauken“ zählen in die Kategorie Fußkrankheiten. Oder wussten Sie, dass über 5 Millionen Deutsche an Typ-2-Diabetes (Quelle: Dr. Schroer), der so genannten Altersdiabetes erkrankt sind und über die Hälfte am Diabetischen Fuß leidet, oft ohne es zu wissen? Mediziner kommen zu dem Schluss, dass 75% aller Deutschen über 45 Jahren in irgendeiner Weise unter Fußanomalien oder -erkrankungen leiden. Wie, so muss man sich ernsthaft fragen, kann da ein Schuh von der Stange ohne intensive Anprobe und Gehversuche passen?

Vom Ausprobieren

Der Wanderschuh, mit dem man viele hundert Wanderkilometer abspulen oder einen Fernwanderweg, eine Trekkingroute oder eine Gipfeltour unternehmen möchte, muss passen wie angegossen.

Nehmen Sie sich Zeit, und suchen Sie immer einen versierten, outdoorerfahrenen Fachhändler auf. Wenn der Schuh nicht passt, und wenn der Preisnachlass für den vermeintlichen Ladenhüter noch so reizvoll zu sein scheint, lassen Sie die Finger davon! Sie tun Ihren Füßen keinen Gefallen. Im Gegenteil: Schmerzhaft eingewachsene Zehennägel, Schiefzehe oder Hammerzehen sind etwa die Konsequenzen für zu kurze Treter. Von den Höllenqualen, die Hühneraugen oder Fußblasen bereiten können, ganz abgesehen.

Lassen Sie sich in Ruhe beraten. Scheint der Verkäufer nicht sonderlich kompetent zu sein, gehen Sie zu einem anderen Fachgeschäft. Nehmen Sie für den Kauf von Wanderschuhen ein Paar handelsübliche Wandersocken mit und gehen Sie erst nachmittags oder abends anprobieren, wenn die Füße durch das Stehen und Gehen bereits etwas angeschwollen sind. Machen Sie Gehversuche. Viele Fachgeschäfte haben kleine Parcours mit verschiedenen Bodenbelägen. Versuchen Sie den Fuß zu knicken, gehen Sie auf den Zehen oder den Fersen. Zieht oder drückt es? Weg damit. Es kann nicht besser werden. Lassen Sie sich verschiedene Schnürtechniken zeigen.

Merke

  • Multifunktionsschuhe sind Kompromisse. Reicht Ihnen das? 
  • Lassen Sie sich vom Orthopäden auf den Fuß schauen. Alles in Ordnung? 
  • Fehlstellungen und Anomalien sollten korrigiert oder behandelt werden.
  • Wanderschuhe kauft man grundsätzlich nicht nach dem Preis, sondern nach der Passform und der Eignung für die Vorhaben.
  • Nehmen Sie sich Zeit beim Kauf. Wandersocken mitnehmen, nachmittags oder abends zum Probetragen.
  • Keine Kompromisse!

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