© Klaus-Peter Kappest

Wind- und Wetterschutz

Ausgabe 117 – Ausgabe 3/2004

Know How

Die dritte Schicht schützt üblicherweise vor kalten Winden, Sturm oder Regen und Schnee. Entsprechend üppig, schwer und voluminös sind Anoraks und Überhosen auch ausgestattet.

Alle Wetter!

Größtes Problem dieser Schicht ist das schweißtreibende Klima, das sich unter den wind- und wasserdichten Materialien zwangsläufig entwickelt. Atmungsaktive Glanzleistungen hin, Gore-Tex, Sympatex oder Trans Active her – bei bis zu 1.000 Gramm Schweißproduktion pro Stunde je nach Aktivität und Temperaturgefälle, kann das schnell dazu führen, daß sich man oder frau naß bis auf die Haut fühlen, obwohl von außen garantiert kein Tröpfchen eindringen kann. Was nützt eine Wasserdichtigkeit, die den Wandersmann auch bei einer Wassersäule von 20.000 mm noch trocken hält, wenn er realistischerweise weder Unterwasserwanderun-gen noch Extremtouren in Arktis oder Himalaja vorhat? Bei alpinen Touren, im Winter, in Regionen oder Klimazonen mit regelmäßig extremeren Bedingungen ist der Einsatz durchaus überlegenswert. In den deutschen Mittelgebirgslandschaften wird man sich jedoch derlei Hightech im Sommer sparen können.

Friesenscherze oder -nerze?

Grundsätzlich gibt es zwei Ausführungen von Wind- und Wetterschutz der klassischen Ausprägung:

  • Friesennerzqualität – nix raus und nix rein.
  • Atmungsaktive Qualitäten – atmungsaktiv durch Membranen oder Beschichtungen.

Gore hat eine mikroporöse Membran entwickelt, die man entweder zwischen Futter- und Außenfläche hängt, sie alternativ auf ein Futter auflaminiert oder auf die Außenschicht beschichtet. Die andere technische Lösung (Sympatex) sind Materialien ohne Poren. Der Wasserdampf wird durch einen elektrochemischen Prozeß diffundiert. Die Membrantechnologie gibt es inzwischen neben Gore-Tex und Sympatex auch von Toray (MPC, Texapore oder Micropor sind handelsübliche Namen dafür) sowie von Burlington.

Verarbeitet werden Membranen entweder als:

  • Z-Liner – laminiert auf ein Trägerstoff, der zwischen Futter und Obermaterial lose hängt. 
  • Futterstoff-Liner – die Membran ist auf einen Futterstoff laminiert. 
  • Zweilagen-Laminat – die Membran ist auf den Oberstoff laminiert, das Futter ist lose. 
  • Dreilagen-Laminat – Zwischen Futter- und Ober- st off wird die Membran laminiert.

Merke

  • Schwachstellen sind die Nähte (Reißverschlüsse, Säume, Verbindungsnähte) – sie müssen geschweißt werden. Achten Sie auf die saubere Verarbeitung! 
  • Achten Sie auf eine perfekte Kapuze. Schild vorhanden? Ausreichend und auch mit klammen Fingern verstellbar? Sichtfeld groß genug?
  • Eine gute Wetterschutzjacke sollte bis zum Kinn geschlossen werden können.
  • Achten Sie auf zusätzliche Nässeschutzleisten bei Reißverschlüssen und Außentaschen 
  • Wofür benötigen Sie die Jacke? Für den Notfall? Dann sollte sie sich klein machen können. Wer regelmäßig bei Regen und Sturm unterwegs ist, sollte robustere Modelle (Dreilagen-Laminate) vorziehen.
  • Achten Sie auf verstellbare Bündchen, leicht gangbare Reißverschlüsse und ggfs. Entlüftungsklappen (Rücken, Achsel).
  • Wetterschutzhosen sollten leicht zu öffnende Seitenschlitze haben (damit man mit Wanderschuhen reinschlüpfen kann) und wirklich leicht sein.


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