© Klaus-Peter Kappest

Blaues Band - Mittleres Saaletal

Ausgabe 118 – Ausgabe 4/2004

Deutschland

Von Rudolstadt bis Großheringen an der Grenze zu Sachsen-Anhalt fließt auf thüringischem Gebiet die Saale in ihrem Mittellauf. An ihren Ufern begegnet man nicht nur hellem Strand, sondern ganzen Steinmassiven, welche oftmals noch von Burgen oder Schlösser

Blaues Band

So thronen nördlich von Jena auf einer Muschelkalkklippe die drei Dornburger Schlösser, wo Goethe einst verweilte. Von der gegenüberliegenden Talseite aus hat man einen guten Blick auf dieses Schloßensemble.

Rund um Jena liegen weitere Muschelkalkberge, die durch den Weitwanderweg "Horizontale" miteinander verbunden sind. Er führt im Süden Jenas auch durch das Leutratal, dessen Hänge mit verschiedenartigsten Orchideen bewachsen sind, die die angestaute Hitze der Muschelkalkhänge besonders lieben.

Gute Aussichten

Während weiter im Süden mehr und mehr Buntsandstein zum Vorschein kommt, präsentieren sich die Seitentäler der Saale bei Kahla noch im hellen Muschelkalk. Ganz dicht an Stadt und Saale liegt zum Beispiel der Dohlenstein, dessen Westhang nach einem Erdrutsch freigelegt ist. In der Sonne strahlt diese weiße Wand hoch über der blauen Saale. Von ihm aus gelangt man in kurzer Zeit zur Leuchtenburg. Der Weg führt an steil abfallenden Wiesen und Baumreihen vorbei, über denen der spitze Zinnenkelch der Leuchtenburg thront. Von ihrem Turm aus hat man eine Aussicht bis zu den Kernbergen bei Jena und weit ins Holzland hinein, das bis auf den heutigen Tag aus großen Waldgebieten besteht. Sehr anschaulich den alten Beruf illustrierend ist das Türmerzimmer oben im Turm eingerichtet. Für Wanderer besonders interessant sind das Mühltal südlich von Eisenberg, durch das auch der Thüringenweg führt, und das Tal des Zeitzbaches mit den Ruinen von Großer und Kleiner Rabsburg nordöstlich von Stadtroda.

Jagdfreuden

Ausgedehnte Waldgebiete gibt es um Hummelshain. Dort erstreckten sich nämlich die Jagdgebiete der Altenburger Herzöge. Und das bedeutete in diesem Fall nicht nur ausgedehnte Waldgebiete und Wildfütterungsstellen, sondern eine Jagdanlage mit teilweise unterirdischen und gemauerten Pirschgängen, um sich unauffällig dem Wild zu nähern. Noch heute sind einige dieser Gänge erhalten und in einer Art Freilichtmuseum zu besichtigen. Nur gut einen halben Kilometer von der Jagdanlage Rieseneck entfernt und über einen herrlichen Waldweg zu erreichen ist der imposante Herzogsstuhl. Er diente Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg als Ruhesitz. Um die Abende angemessen zu verbringen, wurde unweit dieser Jagdanlage in Hummelshain ein Jagdschloß erbaut. Dominiert von einem mächtigen Turm erhebt sich der Neorenaissancebau sehr herrschaftlich inmitten der Wälder. Dementsprechend ist auch das Innere gestaltet, es kann an Wochenenden besichtigt werden. Was man von außen sehen kann, verspricht auf jeden Fall einiges! Wer durch die umgebenden Wälder streunt, wird im Mai kurioserweise gelbe Azaleen und Rhododendren zwischen Kiefern und Birken finden. Es sind dies ausgesämte Ableger des Landschaftsparks Hummelshain.

Wasserläufer

Wer nicht nur die Saaleufer erkunden, sondern auch aufs Wasser will, dem sei neben der Kanu- eine Floßfahrt empfohlen. In Uhlstädt, südlich von Jena, und in Camburg, nördlich von Jena, gibt es Anbieter, die Ausflugsgruppen das Abenteuer einer Floßfahrt auf der Saale bieten. Ich selber habe es leider nicht ausprobiert, aber beim Zusehen spürte ich meine Sehnsucht nach Erlebnissen à la Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Bei meinem nächsten Besuch an der Saale werde ich sie hoffentlich stillen können!



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