© Klaus-Peter Kappest

Saaleland - Hohenwarte- und Bleilochtalsperre

Ausgabe 118 – Ausgabe 4/2004

Deutschland

Zu prägend sind die engen Flußschlaufen von Hohenwarte und Bleiloch, als das man sie auslassen könnte. Zu viele schöne Aussichten wechseln sich mit Partien direkt am Wasser ab.

Saaleland

Schon zu Beginn der Überlegungen für das vorliegende Special war allen Beteiligten klar, daß die beiden Saalestauseen ein Hauptthema werden sollten. Zu prägend sind die engen Flußschlaufen von Hohenwarte und Bleiloch, als das man sie auslassen könnte. Zu viele schöne Aussichten wechseln sich mit Partien direkt am Wasser ab. Bereits vor einem Jahr habe ich bei Ziegenrück am Anfang der Hohenwartetalsperre eine abwechslungsreiche Tour unternommen. An der Talsperre Bleiloch hatte ich mich bei Saalburg umgesehen, wo der nördliche Teil der Talsperre sehr breit ist und verstärkt Wassersport betrieben wird. Wunderschön ist auch der Abschnitt zwischen beiden Talsperren. Einen tollen Blick hinab auf die Saale hat man beispielsweise von Schloß Burgk. Auf einem sehr schmalen Bergsporn einer engen Saaleschleife liegt die sehenswerte Anlage. Ein Weg führt zu einer vorgelagerten Gartenanlage, die nicht kühner liegen könnte.

Glücksgefühle

Die Aufgabe bestand nun darin, aus diesem Überangebot eine beispielhafte Tour auszuwählen. In Zusammenarbeit mit dem Organisationsbüro 105. Deutscher Wandertag entschieden wir uns für einen Abschnitt des Hohenwarterundweges (siehe Wandertip). Ab Drognitz südlich der Talsperre folgte ich also an einem passablen Maimorgen der Markierung roter Punkt hinab zum Stausee. Nebelschleier, wie sie oft an der Saale zu beobachten sind, zogen dick über das Wasser. In meinem ganzen Körper spürte ich wieder die ungeheure Kraft eines beginnenden Wandertages und ein in mir aufsteigendes Glücksgefühl. Genährt wurde es wenig später durch den steil vom Hang herunter den Weg kreuzenden Pommerichsbach. Nur kurz unterhalb der Sitzbank am Weg sammelt sich das Wasser in einem kleinen Becken, dessen Rand mit Gold-Milzkraut übersät ist. Der Rest des Bachbettes war nur wenig mit Wasser gefüllt, so daß der schwarze Schiefer, der die Region von der Saale bis zum Thüringer Wald so sehr prägt, gut zu sehen war.

Karl-May-Gefühle und Thüringer Bratwurst

Von da an ging es durch mächtige Fichten bergauf bis zum Hermannsfelsen. Er bildet einen kleinen Felsvorsprung aus den Hängen heraus, die mitunter sehr steil zur Hohenwarte hin abfallen und mit Mischwäldern bewachsen sind. Der Blick fällt auf einen Campingplatz und mehrere Ferienhaussiedlungen, die einzigen Bebauungen der Uferbereiche. Unter mir paddelten zwei Kanus vorbei und ich kam mir vor wie ein Trapper, der auf der Lauer liegt, in einer Geschichte von Karl May. Dieses Gefühl kam sicherlich wegen des engen, schlucht-artigen Charakters des Stausees in mir auf. Auf weitere "Abenteuer" gefaßt, kam ich im weiteren Verlauf an der Aussichtshütte "Schleifenberg" hoch über dem Wasserspiegel vorbei. Der richtige Ort fürs Mittagessen, bestehend aus einem gekochten Ei, Tomaten, Apfel und mit Leberwurst und Schinken belegten Brötchen. Immer, wenn ich in Thüringen esse, muß ich an Thüringer Bratwürste denken, die überall entlang der größeren Straßen angeboten werden. Denn sie werden noch durchweg auf dem Rost gebraten und sind rundherum knusprig braun!

Wandermotive

Der schönste Wegabschnitt kam dann hinter Neidenberga. Ungefähr 10 Meter über dem Wasser führt ein Felsenpfad direkt am Steilhang entlang. Genau so sollte ein Wanderweg sein, perfekt!

In der Lothramühle studierte ich dann noch mal die Wanderkarte und entschied mich, dem Lothrabach folgend zurück nach Drognitz zu laufen. So endete mein Tag in der "Garküche" in Leutenberg bei einem ausgezeichneten Thüringer Sauerbraten mit Klößen und einem kühlen Köstritzer Schwarzbier. Ganz am Ende wurde dann noch ein Thüringer Kräuterlikör serviert, der mich durch seine reichhaltigen Geschmacksnuancen regelrecht begeisterte.



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