© Klaus-Peter Kappest

Schwarzwald: Quellen, Seen & Steige

Ausgabe 118 – Ausgabe 4/2004

Deutschland

Freudenstadt – Planstadt auf den Schwarzwaldhöhen, vom Mühlespiel zum Reißbrett, Herzogresidenz, Renaissancestadt, Bergstadt, Handelsstadt, Waldstadt, Höhenluftkurort, Wanderparadies, aber auch Kulturstadt.

Utopia auf dem Berg

Hinauf muß man nach Freudenstadt. Durch Rench- oder Murgtal. Aufsteigen über Glatt- und Nagoldtal. Sich aufwärtsschlängeln durch Kinzig- oder Wolftal. Als Bergstadt in der Höhe erscheint sie dem, der sie von Westen her aus dem Friedrichs- oder Christophtal erblickt. Behäbig, wie ein Tischtuch ausgebreitet, wenn man sich dem württembergischen Utopia vom Gäuboden her im Osten nähert. Lieblich, eingebettet in ein Wald- und Hügelmeer bis zum Horizont, wenn man den Ausguck des Herzog-Friedrich-Turms auf dem Kienberg besteigt. Die neue Stadt des württembergischen Herzogs Friedrich I. entstand Ende des 16. Jh. auf dem Reißbrett. Dachte des Herzogs Architekt Heinrich Schickhardt an Dürers Befestigungslehre oder an Thomas Morus Utopia als er die quadratischen Strukturen seines "Mühlespiels" erstmals in Kohle zeichnete?

Ein Talalsbrücke

Renchtal: Alter Handelsweg, Bindeglied zwischen einst linksrheinischem und innerschwäbischem Württemberg, Heilwasser zum Trinken, Kneippen und Kuren, unten das munter daherplätschernde Flüßchen und oben herrlichstes Schwarzwaldpanorama.

Wie zwischen zwei aufgeschüttelten Daunenoberbetten zieht sich das obere Renchtal am Fuße des Kniebis dahin, an den flankierenden Buntsandsteinrücken entlang nach Südwesten. Zu erahnen ist der fast rechtwinklige Knick, hinter dem es gen Nordwesten in Richtung Oppenau weiter an Höhe einbüßt. Nur ab und an eröffnet sich dieser Blick zwischen den Fichten, wenn man oberhalb der Kniebisstraße wandert, wie etwa auf dem Haldenweg. Dieser stößt später auf den Westweg, der wanderbaren, aussichtsreichen Höhenverbindung zwischen Pforzheim und Basel, die den Kopf des Renchtales von Zuflucht bis Alexanderschanze umläuft und dann auf der östlichen Flanke nach Süden führt. Im Tal eingebettet liegen zwei Kurorte, Bad Griesbach und etwas weiter abwärts Bad Peterstal.



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist leider vergriffen.

Ausgabe 118

Ausgabe 4/2004