© Klaus-Peter Kappest

Die Oberlausitz

Ausgabe 119 – Ausgabe 5/2004

Deutschland

Das erste, was einem in der Oberlausitz auffällt, sind die zweisprachigen Ortsschilder. Sie zeigen, wie prägend die slawischen Sorben für die Oberlausitz sind, die nur unweit östlich der Sächsischen Schweiz im Dreiländereck Deutschland, Polen, Tschechisch

Drei Städte bilden die Zentren der Region: Bautzen mit seiner mittelalterlichen Stadtmauer hoch über der Spree, den Renaissance-Häusern und vielen Türmen der Innenstadt; die deutsch-polnische Doppelstadt Görlitz/Zgorzelec, die gute Chancen hat, 2010 Kulturhauptstadt Europas zu werden; und ganz im südöstlichsten Zipfel Deutschlands Zittau mit dem sensationellen Fastentuch.

Steingnome und Klosterhochburg

Zittau ist auch Ausgangspunkt für den Oberlausitzer Bergweg. Auf 118 km führt der Weitwanderweg unmittelbar in das Zittauer Gebirge nach Oybin. Phantastisch wirkt der namensgebende Hausberg inmitten dieses Kurortes. Wie ein dicker Zuckerhut steht der Fels da. Außer im Westen fallen die wulstigen Sandsteinwände steil ab. Oben auf dem engen Felsplateau liegt eine ebenso erstaunliche Burg- und Klosteranlage mit einer beeindruckenden Kirchenruine, die schon Caspar David Friedrich zu dem romantischen Gemälde "Klosterruine Oybin" inspirierte. Auf einem kurzen Ringweg an den Sandsteinfelsen vorbei läßt sich dasPlateau umrunden. Aussichten gibt es in den Oybin umgebenden Talkessel mit seinen charakteristischen Sandsteinformationen wie dem Scharfenstein im Osten und zum Hochwald-Aussichtsturm. Der Scharfenstein liegt mitten zwischen Felsformationen, mit so bezeichnenden Namen wie Töpfer, Henne oder Mönch. Der kurioseste Felsen liegt jedoch an der Straße nach Lückendorf, einem Ort direkt an der Grenze mit weitem Blick nach Tschechien hinein. Kelchstein wird er genannt und sieht aus wie ein Gnom mit einem Riesenfuß.

Nur knapp 5 Kilometer westlich von Oybin liegt Jonsdorf. Vom Wanderparkplatz Jonsdorfer Felsenstadt - hier führt der Oberlausitzer Bergweg vorbei - kann man in einer gut zweistündigen Wanderung über den Orgelweg einmal den Kessel der Jonsdorfer Felsenstadt umrunden. Attraktionen dieser Tour sind die Aussichtspunkte Albertfelsen mit Blick auf die Lausche, die Nonnenfelsen mit Blick zurück zum Hochwaldturm und die Felsspalte "Zigeunerstube".

Übergang ins Bergland

Bei Großschönau verläßt der Oberlausitzer Bergweg das Zittauer Gebirge Richtung Obercunnersdorf. In beiden Orten dominieren Umgebindehäuser. Diese regionstypischen Häuser sind eine Kombination aus deutschem Fachwerkbau und slawischer Holzbauweise. Die Landschaft des Oberlausitzer Berglandes unterscheidet sich sehr vom Zittauer Gebirge, verliert nicht an Höhe, wird aber lieblicher. Das Schroffe der Sandsteinfelsen weicht einer Hügellandschaft, die mit Wäldern und Wiesen bedeckt ist. Wunderbare Weitblicke über diese Landschaft bieten vier Aussichtstürme. In der Nähe des 583 m hohen Kottmars mit Aussichtsturm entspringt die Spree. Unter einem lichten Buchenwalddach tritt die Quelle aus dem Berg aus - ein sehr ruhevoller Anblick. In Neusalza-Spremberg steht das Reiterhaus. Es ist eines der schönsten und ältesten Umgebindehäuser. Im Museum erfährt man viel über die Besonderheiten der Umgebindebauweise und das alltägliche Leben in der Oberlausitz. Von hier führt der Bergweg über den Aussichtsturm Bieleboh und die Felsklippen der Kälbersteine zum Spreestausee bei Sohland (Restauranttip: hausgeräu-cherter Lachs im Wanderhotel Waldschlösschen). Danach folgen noch der Prinz-Friedrich-August-Turm bei Sohland, bevor der Endpunkt des Oberlausitzer Bergweges auf dem Aussichtsturm Valtenberg erreicht wird.



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