© Klaus-Peter Kappest

Blaue Bänder - Grüne Ränder

Ausgabe 120 – Ausgabe 6/2004

Deutschland

Der Hohe Vogelsberg ist Klimainsel und Wetterscheide zugleich. Er ist Heimat der Berg- und Blockwälder, der Hochmoore und der Quellen. Hohe Niederschläge lassen es aus dem Gehängeschutt im klüftenreichen Basaltstock des erloschenen Vulkans hundertfach rie

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Aller Anfang liegt im Hohen Vogelsberg – der Nordwesten

Vom Fachwerkkleinod Grünberg, die Ohm begleitend, führt Tour 15 bis zur ehrwürdigen Universitätsstadt Marburg. Wahrzeichen und Orientierungspunkt in der flachen Ebene ab Homberg ist weithin sichtbar die Amöneburg, wie ein Schwalbennest auf einem Basaltkegel gelegen und definitiv wert, bestiegen zu werden. Gut ausgeschildert und im Tip nicht beschrieben ist die Fortsetzung der Tour auf dem Lahntalradweg bis Gießen, die Lahn mit ihren Auen und baumbestandenen Saum als idyllischer Begleiter. Auf dem Radfernweg R7 geht es zurück nach Grünberg. Diese Tour läßt sich mit den drei Tagestouren im Norden der Region kombinieren und beweist, wie eng das Radstreckennetz der Region mit den Hessischen Radfernwegen verknüpft ist.

Felda, Ohm und Schwalm

Die Schwalm entspringt im nordwärts schon allmählich ausstreichenden Kamm des Hohen Vogelsberges oberhalb von Meiches. In Alsfeld hat sie schon ansehnliche Ausmaße und verdient unter landschaftsgestalterischen Gesichtspunkten Bestnoten als Ästhetin! Dazu paßt der geniale Ausgangspunkt Alsfeld. Die prächtigste Ansicht auf das oberhessische Fachwerkidyll hat man von Südosten. Die Silhouette scheint aus dem Schwalmtal förmlich emporzuwachsen. Der bullige Leonhardsturm, die mehrgliedrigen Firstlinien der Fachwerkhäuser, das viertürmige Rathaus und der trutzige Kirchturm der Walpurgiskirche, darüber die Baumparade des Frauenberges – schon ein Blick auf die historische Altstadt läßt ahnen, was es im Inneren zu entdecken gibt. Der Weg ins "Schwälmer Land" führt zunächst zum Antriftstausee, ein Freizeitareal am Naturschutzgebiet mit asphaltiertem Rundweg. Radler treffen hier auf Skater, Jogger und Spaziergänger. Dem Flüßchen Antrift folgend geht es bis Willingshausen, der älte-sten Malerkolonie Deutschlands, und später hinein in das weite flache Schwalmtal. Eine abwechslungreiche Tour und zwei Flußlandschaften auf 45 km.

Bäche und Rinnsale sind es auch, die uns auf einer weiteren Tour in Hessens höchstgelegene Stadt Ulrichstein begleiten. Entlang der Felda abwechslungsreich durch ein weites Wiesental oder eng entlang an waldreichen Talwänden erreichen wir Groß-Felda, wo das Flüßchen sozusagen entspringt – aus dem Zusammfluß von Trockenauer- und Sengersbach. In Stumpertenrod ist Hessens größte Fachwerk-Hallenkirche unbedingt sehenswert. Die Einwohner wissen ihr Dorf zu pflegen und Scheunen, Höfe und Plätze in Szene zu setzen beim alljährlichen Mühlenfest. Der Blick vom Schloßberg und der Vogelsberggarten in Ulrichstein lohnen den Anstieg. Traumhaft die Abfahrt durch das sich westwärts windende enge Tal des jungen Ohmbachs zurück zum Ausgangspunkt Nieder-Gemünden.

Ab Alsfeld kommt der Radfahrer mit der Bahn bequem hierher, oder er begibt sich auf die Tour "Natur und Kultur". Die Rundtour ab Alsfeld nach Homberg (Ohm), mit Fachwerkaltstadt hoch über dem Ohmtal, verbindet die beiden Touren, die sich so zu 160 km Radlerspaß kombinieren lassen – Kultur und besondere Schätze auf dem Weg. Wer hätte in dem kleinen "Kuhdorf" Ober-Gleen im Kuhstall eine Galerie vermutet, die in der Region ihresgleichen sucht, oder in dem knapp über 2000-Seelen-Städtchen Romrod ein imposantes, prunkvoll restauriertes Wasserschloß und eine besichtigungswerte Synagoge? Mächtig und kantig zeichnen sich die Türme von Schloß Romrod vor dem stahlblauen Himmel ab, im Gewölbekeller ein Weinlokal, an der Burgmauer Restaurant und Unterkünfte. Die Entdeckertour pur.



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