© Klaus-Peter Kappest

Die Märchenecke des Vogelsberges

Ausgabe 120 – Ausgabe 6/2004

Deutschland

Der Wind- und Regenschatten des Hohen Vogelsberges, der sich wie eine Mauer gegen die Westwinde quergelegt hat, erlaubt dem Südosten der Region auch dann noch sonnige Momente, wenn sich im Weststau des Kammes Wolken ausregnen und die Klimascheide mit weiß

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Zwischen Vogelsberg, Spessart und Rhön: Sagenhafte Entdeckertouren

Zwei nord-südwärts verlaufende Geländeeinschnitte gliedern sich parallel zum Kammgebirge. Das Land hinter dem hohen Kamm bis zum Kinzigtal ist ein Flickenteppich aus Feldern, Wiesen, Wäldern mit eingesprenkelten Dörfern, Seen und flachen Bergrücken. Im Nordosten, in der Schlitzer Grafschaft, steigen die Höhen noch einmal knapp bis an die 500 m. Vom 484 m hohen Doppelgipfel des Eisenberges kann man die ersten Häuser von Fulda, die Silhouette der Rhön und das Fuldatal bereits ausmachen. Im Norden herrscht ein munteres Durcheinander kleiner Wiesentäler. Zwei Entdeckertouren entführen in diese Vogelsberger Landschaft. 180 Kilometer lang ist die dreitägige Rundtour "Vogelsberg und Kinzigtal". Die zweitägige Vogelsberger Rundtour "Nordosten" bringt es auf knapp 90 Kilometer Streckenlänge.

Ein Strumpf, ein Turm und viele Sagen

Die dreitägige Radrundtour startet in der idyllischen Fachwerkaltstadt Lauterbach, ganz in der Nähe der Schrittsteine durch die Lauter. Die Geschicke der Kreisstadt beein-flußten vor allem die Herren von Riedesel, die heute noch vor den Toren der Stadt auf dem prächtigen Schloß Eisenbach ihren Sitz haben. Der Vulkanradweg geleitet nach Herbstein. Um die St. Jakobskirche auf der Bergspitze scharen sich im perfekten Kreisrund alte Fachwerkhäuser. Oben auf der Wasserscheide bei Hartmannshain wechselt man auf den erst vor kurzem ausgebauten Südbahnradweg mit Kurs auf das Kinzigtal. Trotz der abfallenden Strecke von insgesamt 440 m, müssen einige Anstiege gemeistert werden.

Wald und Wiesen wirken durch das filigrane Licht- und Schattenspiel zart und märchenhaft. Lichtspiele birgt auch der Schloßhof von Birstein. Im Wasser des Brunnens bricht sich die Sonne. Hinunter durch lichtdurchfluteten Laubwald nach Hellstein und weiter in das herrliche Brachttal. In Wächtersbach mit seiner fachwerkfrohen historischen Altstadt erreichen wir das Kinzigtal. Der Weg durch die Kinzigaue führt uns nach Bad Soden-Salmünster, die Grimm’sche Märchenstadt Steinau a. d. Straße, nach Schlüchtern und schließlich durch die Fliedeaue in die Domstadt Fulda.

Die Passage durch die Fulda-Auen über Gläserzell nach Schlitz gehört zu den Naturhöhepunkten der Tour. In Schlitz sollte man sich unbedingt von dem Türmer in städtischen Diensten auf den 36 m hohen Hinterturm fahren lassen. In der Schlitz-Aue, umgeben von einem weitläufigen Park, liegt Schloß Hallenburg, Sitz der Musikakademie Hessen und Konzerthaus.

Zurück in Lauterbach, wo der Strumpfbrunnen an das berühmte Lied vom verlorenen Strumpf erinnert, startet auch die nordöstliche Rundtour. Sie führt über Schlitz ins Fuldatal, dann hinüber nach Grebenau und durch die idyllischen Täler von Schwarz und Eifa hinein in die bezaubernde Fachwerkperle Alsfeld. Beeindruckend sind die Alsfelder Kirche und das Rathaus am Markt. Man sollte sich allerdings aufmachen und die verwinkelten Gassen der Altstadt per pedes erkunden. Bilderbuchecken und Szenen aus längst vergangen geglaubten Zeiten wollen entdeckt werden. Zurück geht es durch das obere Schwalmtal nach Hopfgarten, Ober-Sorg und Meiches, wo man vom Windpark Goldener Steinrück (578 m) aus einen herrlichen Rundblick hat. Dann radeln wir durch das Lautertal über Auhof und Frischborn zum Vulkanradweg, der uns nach Lauterbach zurückbringt. Lust auf Märchen? Lust auf Natur? Probieren Sie es einfach aus.



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