© Klaus-Peter Kappest

Highland At Its Best

Ausgabe 121 – Februar/März 2005

Großbritannien

Nachdem wir von den Hebriden in Ullapool angekommen waren, machten wir uns direkt auf den Weg nach Süden. Doch vor dem Besuch von Edinburgh wollten wir uns noch zwei sehr spannende Regionen in Schottland erwandern: Zwischen den Städten Dundee und Perth un

Endlose Täler und geschichtsträchtige Zeugen der Vergangenheit

Besonders geschichtsträchtig ist diese Landschaft, da hier das Hauptsiedlungsgebiet der Pikten lag. Sie waren einer der Hauptstämme, aus denen die Schotten hervorgegangen sind. Über die ganze Region verstreut finden sich Steine mit den typischen Einkerbungen dieses keltischen Stammes. Reiter, Schlangen, Fische und vieles mehr erzählen in Bildern von einer lang zurückliegenden Vergangenheit. Informationen zur Geschichte der Pikten gibt es im kleinen Museum "Pictavia" bei Brechin. Ebenso bedeutsam für die Geschichte der Schotten ist Scone bei Perth. Hier wurden auf dem "Stone of Scone" die schottischen Könige inthronisiert.

Wandertäler

Für Aktivurlauber bietet sich vor allem das Gebiet um Pitlochry an. Neben den schönen Wandergebieten rund um die Seen Rannoch, Tummel und Tay (siehe auch Wandertip) kann man hier auch manches auf dem Wasser machen. Geradezu ideal für Kanus und Kajaks sind die Bedingungen auf dem River Tay, so daß dementsprechend viele Veranstalter solche Touren anbieten.

Für den Wanderer besonders interessant sind einige langgestreckte Täler im Norden von Angus und Perthshire. Glen Tilt, Glen Prosen, Glen Clova, Glen Esk heißen sie und versprechen wunderbare Wandererlebnisse. Wir haben uns den Glen Clova vorgenommen. Von Kirriemuir aus folgt man bald dem South Esk Fluß nach Norden. Immer steiler werden die Talwände. Die Szenerie erinnert mich an einen riesigen grünen Teppich, der in Wellen gelegt worden ist. Oben an den Kämmen der Talhänge gibt es immer wieder kleine "Dellen". In einigen von ihnen haben sich Seen gebildet. Der spektakulärste ist sicherlich Loch Brandy, der von einem mächtigen Kessel umgeben ist. Ihn erreicht man direkt vom Hotel Clova, der einzigen Übernachtungsmöglichkeit im Tal.

Endspurt

Wir sind aber vom Clova Hotel auf einer dieser typischen "Einspurstraßen" noch weiter in das Tal hinein bis zum Wanderparkplatz gefahren. Von hier läßt sich eine wunderbare Rundwanderung laufen (siehe auch Wandertip). Am Ufer des South Esk geht es durch ein fast einsames Tal, nur an einer Farm kommt man vorbei. Weiter flußaufwärts wird der South Esk immer wilder und verengt sich schließlich zu einer Schlucht mit Wasserfällen. Am Loch Esk vorbei geht es in das Tal des White Water. Über den Weg strömen ihm seine Zuflüsse zu, was bei Regen zu schwierigen Überquerungen führen kann. Insgesamt ist dieses Tal, auch Glen Doll genannt, rauher. Der "grüne Teppich" reißt an vielen Stellen auf und gibt den darunter liegenden nackten Fels preis. Aus den Highlands verabschiedeten wir uns am nächsten Tag im benachbarten Glen Isla mit einem Besuch der dortigen Highland Games. Von unserer Picknick-Decke aus schauten wir dem lustigen Treiben mit Baumstammweitwurf, Kugelstoßen und Square-Dance zu. So manches "Original" mit kariertem Kilt und weißem Haar konnten wir beobachten und fühlten uns wohl in diesem Fenster zur Vergangenheit. Ein würdiger Abschluß von dreieinhalb Wochen in den Schottischen Highlands.



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Ausgabe 121

Februar/März 2005