© Klaus-Peter Kappest

Lets Get Started

Ausgabe 121 – Februar/März 2005

Großbritannien

Nachdem Anja und ich mit einem Fährschiff der DFDS von Amsterdam nach Newcastle nahe der schottischen Grenze übergesetzt haben (unglaublich reichhaltiges Buffet an Bord der DFDS-Fähre mit ständigem Meerblick), können wir morgens gut ausgeruht um 9.00 Uhr

Ohne größeren Aufenthalt fahren wir gleich ganz in den Südwesten Schottlands. Schon vor zwei Jahren auf dem Southern Upland Way, hat mich der Galloway Forest Park so begeistert, vor allem das Gebiet um den Glen Trool, das ich auf jeden Fall noch einmal dorthin will (Glen = schottisch für Tal). Über Dumfries mit der A 75 fahren wir nach Newton Stewart und dann weiter nach Norden zum Glen Trool. Erste Station sollte für jeden Wanderer das Visitor Centre im Galloway Forest Park sein. Neben wichtigem Informationsmaterial bekommt man hier von April bis Oktober jeden Tag kleine Snacks und vor allem sehr leckeren Kuchen – wir verzehren ihn mit Genuß auf einer Bank neben dem kleinen Wasserfall des Water of Minnoch.

Aussichtsreich

Ich könnte hier noch länger sitzen und die angenehm betriebsame Atmosphäre in mich aufsaugen, aber Anja will ganz dringend zum Loch Trool, dem See, von dem ich schon so geschwärmt habe. Mit dem Auto fahren wir bis zum Bruce’s Stone. Von dort hat man auf den unterhalb liegenden See eine phantastische Aussicht. Wir setzen uns zu Füßen des Steines und begutachten auf der Ordnance Survey Karte und dem Infomaterial aus dem Visitor Centre, was für Wandermöglichkeiten wir haben. Eine Karte der Forestry Commission zeigt uns alle markierten Wege im Galloway Forest Park. Vier Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeiten und Längen gibt es im Glen Trool. Der mit 9 Kilometern längste von ihnen führt mit dem grünen Punkt als Markierung einmal komplett um den Loch Trool herum. Da es schon fast Nachmittag ist, entscheiden wir uns zum "Einlaufen" für ihn (siehe auch Wandertip). Direkt vom Bruce’s Stone gehen wir Richtung Osten und kommen zum Glenhead Burn. Durch mannshohe Farne und viel Heide wandern wir dann zum Südufer des Sees, wo wir mit dem Weitwanderweg "Southern Upland Way" weitergehen. Er ist einer von 13 Weitwanderwegen in Schottland und durchquert auf 293 Kilometern von Portpatrick im Westen nach Cockburnspath im Osten den gesamten Süden Schottlands nahe der englischen Grenze. Erstaunlich viele Laubbäume, vor allem Eichen, begeistern uns am Südufer des traumhaft schönen Loch Trool. Nach drei angenehmen Stunden stehen wir wieder am Ausgangspunkt. Zufrieden fahren wir den Weg zurück zum Glentrool Village, wo wir auf einem niedlichen Campingplatz übernachten.

Auf Hochtouren

Am nächsten Morgen fahren wir wieder zum Bruce’s Stone und starten zu einer zweiten Tour, die aber gar nicht zu vergleichen ist mit der leichten Wanderung vom Vortage. Denn nun soll es auf den Gipfel des höchsten Berges im Süden Schottlands gehen, den Merrick (843 m). Fast ohne Markierung geht es stetig bergauf, meistens auf schmalen Pfaden, die aber gut zu erkennen sind, da die Besteigung des Merrick eine beliebte Wanderung ist. Als Führer dient uns vor allem der sehr zuverlässige und detaillierte Lonely Planet "Walking in Scotland" (siehe Literatur auf der Infoseite). Dank seiner genauen Wegbeschreibung kommen wir immer höher, treten aus dem Wald heraus und wandern über eine dieser typisch moorigen Bergrücken steil bergan. Immer durch Wollgras kommen wir dem Gipfel näher und die Aussicht reicht immer weiter. Der klare Blick vom Gipfel und das Gefühl von Freiheit hier oben – am liebsten wären wir ewig geblieben. Aber natürlich müssen auch wir nach wenigen Stunden den Rückweg antreten. Getröstet immerhin durch die Einsicht, daß wir sicherlich noch viele weitere Höhepunkte vor uns haben.



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Ausgabe 121

Februar/März 2005