© Klaus-Peter Kappest

Qualität ist das Maß: Wandergasthöfe im Sauerland

Ausgabe 121 – Februar/März 2005

Deutschland

Früher war das Wandern einfach - so jedenfalls die gängige Vorstellung: Es hingen ein paar Schilder im Wald und man zog in roten Strümpfen im Frühtau zu Berge.

Qualität ist das Maß

Die Schnittchen für unterwegs hatte man sich Zuhause gemacht und abends wurde in einer schlichten Unterkunft das Haupt zufrieden gebettet. Ist das Wandern heutzutage nun ganz anders? Nicht unbedingt, denn der Kern, das Erlebnis der eigenen Bewegung in der Natur mit frischer Luft, sauberen Seen und Flüssen, umgeben von Menschen, die man mag, ist konstant geblieben. Es haben sich nur die Ansprüche des modernen Wanderers in Deutschland geändert! Eine Entwicklung, die von den zuständigen Touristikern im Sauerland nicht nur früh erkannt, sondern wesentlich mitgeprägt worden ist. So ist zum Beispiel der Rothaarsteig mittlerweile in aller Munde und schickt sich an, zusammen mit dem legendären Rennsteig und dem neu entstehenden Rheinsteig das Trio der deutschen Weitwanderwege zu werden.

Ein anderes Beispiel ist das Markierungssystem. In fast allen Mittelgebirgen Deutschlands herrscht Chaos und Schilderwald, außer im Schwarzwald. Und mittlerweile auch im Sauerland, denn hier werden in diesem Jahr viele dem Vorbild Schmallenbergs folgen und auf ein einheitliches und zuverlässiges Markierungssystem umstellen.

Sauerländer Wandergasthöfe

Dem Wanderer ein hervorragendes Wanderleitsystem mit ausgearbeiteten Spitzenrouten zu bieten, ist eine der Grundlagen moderner Wanderregionen, die andere ist ein entsprechendes Netz an Unterkünften und Gastronomiebetrieben. Im Sauerland haben sich daher mittlerweile 22 Hotels unter dem Namen "Sauerländer Wandergasthöfe" zusammengetan. Zusammen haben sie das eine Ziel, den Wanderer vor, während und nach der Wanderung rundum glücklich zu machen.

Und da gibt es eine Menge, was man für den Wanderer tun kann: An erster Stelle stehen Informationen über die Wandermöglichkeiten in der Region. Ideal ist es natürlich, wenn am Hotel direkt Wanderwege vorbei- und zu attraktiven Zielen hinführen. Aber die Wanderwege müssen nicht nur da sein, sondern das Personal muß den Gast auch kompetent darauf hinweisen können und auch nicht erst, wenn er danach ausdrücklich fragt. Wanderkarten, Regenjacken und Teleskopstöcke sollten ebenso von der Unterkunft angeboten werden, genauso wie Hinweise auf kulturelle Sehenswürdigkeiten und Informationen zum Wetter. Die Zubereitung von Lunchpaketen für unterwegs und das Angebot eines individuellen Hol- und Bringdienstes ohne Aufpreis sollte zu den Standards gehören.

In den Wandergasthöfen steht ein Trockenraum für die möglicherweise dreckigen und nassen Jacken, Hosen und Schuhe bereit und manchmal auch eine hoteleigene Sauna und ein Hallenbad. All das und noch viel mehr bieten die Sauerländer Wandergasthöfe dem anspruchsvollen Wandergast. Zusätzlich bietet die schnelle Kommunikation der 22 Auswahlbetriebe untereinander ein problemloses Wechseln der Unterkunft, je nach Lust und Laune, Wetter oder Zufriedenheit.

Qualitätskriterien

Aber nicht jeder kann Mitglied werden im "Club for Walkers". Denn jeder Betrieb muß Qualitätskriterien erfüllen, die von unabhängigen Personen überprüft werden. Grundlage ist eine Kriterienliste für "Qualitätsgastgeber" die vom Wanderbaren Deutschland, einer Wanderqualitätsoffensive des Deutschen Wanderverbandes und des Deutschen Tourismusverbandes, 2003 herausgegeben worden ist. Diese allgemeinen Kriterien, unterteilt in Kern- und Wahlkriterien, haben die Sauerländer Wanderhotels auf ihre Region zugeschnitten und als Grundlage für jedes Mitglied beschlossen.

Wenn Sie so viel objektive Qualität überzeugt, dann buchen Sie doch gleich einen Wanderurlaub in einem der 22 Sauerländer Wandergasthöfe (jedes Haus stellt sich selber kurz auf den Seiten 58-59 vor) und eine Wanderpauschale (siehe die 5 Wandertips auf den Seiten 61-65). Zur Einstimmung mag der Erlebnisbericht von Wandermagazin Redakteur Andreas Vierkötter auf den folgenden Seiten dienen.



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