© Klaus-Peter Kappest

Wandern bewegt sich in Kirchhundem – mitten am Rothaarsteig

Ausgabe 121 – Februar/März 2005

Deutschland

Der Rothaarsteig sorgt im Sauerland für großes Aufsehen. Überall wo er langführt, sind die Übernachtungszahlen sprunghaft gestiegen. So auch in der Gemeinde Kirchhundem – mitten am Rothaarsteig, zwischen Lennestadt, Schmallenberg, Hilchenbach und Olpe gel

Der Rothaarsteig kreuzt das Gebiet einer der waldreichsten Gemeinde in NRW auf gut 10 km Länge ganz im Osten. Herausragendster Punkt auf diesem Abschnitt ist der Rhein-Weser-Turm, von dem man eine umfassende Aussicht genießen kann und versteht, warum das Sauerland "Land der tausend Berge" genannt wird. Den Namen hat der 1932 gebaute Turm daher, daß der Rothaarkamm Wasserscheide von Rhein und Weser ist. Wer nicht den ganzen Rothaarsteig ablaufen möchte, sondern nur einen Abschnitt, dem empfehlen wir neben unserem Wandertip "Auf dem Kirchhundemer Rundwan-derweg" (im Anschluß an die Reportage) eine Rundtour um Heinsberg. Folgen Sie dem Wandertip bis zum Rothaarsteig und gehen dann nordwärts, bis der nächste Rothaarsteig-Zubringerweg Sie wieder nach Heinsberg führt. Auf Ihrem Weg zum Rothaarsteig werden Sie im Krenkeltal an der Rothaarsteig-Erlebnisstation "Aquädukt" vorbeikommen. Hier wurde ein künstliches Bachbett als Aquädukt gebaut, um darunter eine Eisenbahntrasse zu verlegen, die mittlerweile jedoch zurückgebaut worden ist, während das Aquädukt erhalten blieb.

Sauerland Panorama

Ein anderer Vorschlag ist, vom Rhein-Weser-Turm mit dem Homertweg zu starten (siehe auch die ausführliche Beschreibung des Homertweges in dieser Ausgabe). Nach wenigen Kilometern erreicht man dann den wunderschönen Ort Oberhundem mit den für das Sauerland so typischen schwarzweißen Fachwerkbauten und der beeindruckenden Adolfsburg, die seit 1983 privat vermietet wird und daher leider nur von außen zu besichtigen ist. Auch ganz nah am Rothaarsteig gelegen, und mit einem eigenen Rothaarsteig-Zugangsweg versehen, ist der "Panorama-Park Sauerland". Hier finden Familien mit Kindern jede Menge Fahrgeschäfte und Attraktionen, die für mehr als einen Tag voller Erlebnisse reichen. Angegliedert ist auch ein Wildgehege mit Rot- und Schwarzwild, Bisons und Mufflons. Wem das zu viel Trubel ist, dem sei der Kirchhundemer Rundwanderweg empfohlen (siehe auch Wandertips). Seine rund 85 Kilometer führen einmal um die Gemeinde Kirchhundem herum. Im Nordwesten auch über den zweiten großen Aussichtspunkt, die Hohe Bracht. Wie vom Rhein-Weser-Turm bietet sich von diesem auch architektonisch beeindruk-kenden Aussichtsturm eine weite Sicht über das Südsauerland hinweg. Eins der zahlreichen Naturschutzgebiete der Region, die Albaumer Klippen, findet der Wanderer auf dem Weg von Kirchhundem nach Heinsberg. Sie zählen zu den bedeutendsten und größten Silikatfelsen des Naturraums Bergisches Land/Sauerland.

Fit für die Zukunft

Der Rothaarsteig ist in der Gemeinde Kirchhundem also einerseits Anziehungspunkt für Wanderer, die eine abwechslungsreiche Wanderregion lieben, andererseits Anstoß für tiefgreifende Veränderungen, die jetzt auch das Markierungssystem betreffen. So wird zur Zeit in Kirchhundem das Wanderwegenetz ausgedünnt, um nur noch die attraktivsten Strecken zu behalten und diese mit einer einheitlichen Markierung auszuweisen. Wenn dann im nächsten Jahr hoffentlich die anderen Gemeinden im Sauerland nachziehen, wird man nach dem Schwarzwald ein zweites Mittelgebirge in Deutschland ein modernes, zuverlässiges und einheitliches Markierungssystem haben. Den Wanderer würde es freuen!



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Ausgabe 121

Februar/März 2005