© Klaus-Peter Kappest

Grenzenlos: Der Radfernweg durch Bayern und Böhmen

Ausgabe 122 – April/Mai 2005

Deutschland

Seit dem 1. Mai 2004 ist die Mitte Europas nach Osten gerückt. Das einstige Grenzland avancierte zur europäischen Mitte, zum Grünen Dach Europas. Und das aus gutem Grund: Vom Granitgebirge des Fichtelgebirges und Steinwaldes zieht sich ein Kammgebirge wie

Auffällig die Häufung von Bädern wie: Karlsbad, Marienbad, Joachimsthal, Konstantinbad, Franzensbad oder Bad Königswart. Geheimnisvoll nicht zuletzt dank des böhmischen Baustils. Wallensteins Eger, Alt Kinsberg mit der Wallfahrtskirche Maria Loretto, Burg Wildstein, das sehenswerte Ellbogen – Bergnest mit Festung – oder das Kladrauer Kloster. Es ist der Stoff, aus dem ganz besondere Erlebnisse gemacht werden.

Radparadies mit vielen Spangen

Das Netz der Radfernwege ist erstaunlich dicht gewebt. Der Vogtland-Radweg und der Radfernweg Grünes Dach erschließen von Nord nach Süd einen breiten Korridor von Haupt-Radwegen des bayerisch-tschechischen Grenzgebietes. Zusammen sind sie sehr abwechslungsreich und fordern für die gesamte Länge von 299 km zwischen Nentschau und Bayerisch Eisenstein gehörige Ausdauer. Im Süden schließt der Regentalradweg an den Donau-Radweg an. Rotmain- und Wießmain-Radweg, Saaleradweg, Fünf-Flüsse-Radweg, Naabtal-Radwege, die Fichtelgebirgs-Radtour, Haidenaab-Radweg, Pegnitz-Radweg, Fränkischer Schweiz-Radweg und die 343 km lange Leuchtenberg-Runde durch den Oberpfälzer Wald – was will man eigentlich mehr?

Bayern – Böhmen: Egrensis

Historisch waren sich Bayern und Böhmen einst näher, als die Geschichte der letzten 100 Jahre vermuten läßt. Der Begriff Egrensis bezeichnet die Euro-Region und leitet sich aus dem Namen Eger ab. Der Radfernweg von Bischofsgrün über Weiden, Amberg, Schwandorf, Schönsee, Eslarn nach Tachov und weiter über Marienbad, Waldsassen zurück nach Marktredwitz führt durch die Kernlande der Egrensis. Marktredwitz, zwischen Kösseine im Fichtelgebirge und der Platte im Steinwald gelegen, ist Bahndrehkreuz und daher besonders leicht zu erreichen. Durch das Fichtelnaabtal nach Windisch-eschenbach und an der Waldnaab entlang nach Neustadt a.d. Waldnaab. Von Weiden aus macht der Radfernweg einen Ausflug in den Bayerischen Jura nach Sulzbach-Rosenberg und Amberg. Ein Besuch auf der Kirchenburg in Kastl. Ab Kallmünz führt der Weg dann naabaufwärts durch Burglengenfeld und weiter bis nach Schwandorf.

Böhmische Impressionen

Durch die Täler von Schwarzach und Murach erreicht man die Dr. Eisenbarthstadt Oberviechtach und später die Hochfläche des Schönseer Landes mit dem doppelten Nepomuk. Die tschechische Grenze ist grün. Keine Barriere bremst den Radler mehr. Über Tachov an der alten Goldenen Straße führt der Weg nach Planá und weiter nach Marienbad (Mariánské Lázne). Letzte westböhmische Impressionen, bevor wir bei Neualbenreuth wieder bayerischen Boden erreichen und im großen Nordschwung auf Waldsassen zurollen. Arzberg, Marktredwitz, Bad Alexandersbad, Fichtelberg und im galanten Schwung nach Bischofsgrün. Welch’ Radwandervergnügen!

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April/Mai 2005