© Klaus-Peter Kappest

Wandern auf Teneriffa: Frühlingsüberraschung

Ausgabe 122 – April/Mai 2005

Spanien

Mondähnliche Vulkanlandschaft, der höchste Berg Spaniens und Schluchten, immer wieder enge, grüne Schluchten, die bis zum Meer hinunter die Bergwelt Teneriffas durchfurchen. Vom Meer aus geht es immer so steil nach oben, daß man überall grandiose Sicht ha

Urplötzlich tritt eine Wandergestalt aus dem Nebel!
Urplötzlich tritt eine Wander-gestalt aus dem Nebel!

Sonnenaufgang am Parador, welch traumhafte Vorstellung! Nach einer Nacht im Hotel auf gut 2.000 Metern Höhe, inmitten der faszinierenden Kraterlandschaft am Fuße des 3.717 Meter aufsteigenden Teide: Beobachten. Wie der Schnee im morgendlichen Licht erglüht, wie die bizarren, durch Vulkanismus und Erosion geformten Steine aus dem Dämmerlicht erwachen und ihnen die Sonne wieder ihre kräftigen Rot-, Orange- und Grüntöne aufschminkt. Dann loswandern. Eine Runde um die Roques de Garcia. Gleich zu Beginn der berühmte Postkartenblick über den markantesten Felsen dieser Gesteinsgruppe, den krummen „Finger Gottes“, zum Teide. Oder die gut 15 Kilometer lange Streckenwanderung durch die ausgedehnten Sandebenen der Caldera, dem Krater eines eingestürzten Vulkans. Doch auf das Frühstück folgt Ernüchterung: Binnen weniger Minuten sind tiefdunkle Wolken über den Kraterrand hereingezogen. Erneut das Bild vom Vortag, Regen- und Hagelschwaden verhängen die Sicht. Die Straße nach La Orotava ist wegen Glatteises sogar vorsorglich gesperrt.

Teneriffa – eine schwimmende Ente?

Bartflechten hängen wie Lametta von den mächtigen Kanarenkiefern.
Bartflechten hängen wie Lametta von den mächtigen Kanarenkiefern.

Auf der Flucht vor dem deutschen Winter hatte ich eine der heißbegehrten Eintrittskarten für eine der „Inseln des ewigen Frühlings“ ergattert: Teneriffa, die größte der Kanaren. Doch die Inszenierung des Frühjahrsstücks überrascht, ist eher vom Schlag „Vom Regen in die Traufe“. Auf der Landkarte liegt das Eiland wie eine Ente im Wasser. Als schwimme sie – Schwänzchen und Köpfchen in die Höh‘ – gen Osten. Am „Entenkopf“ im Nordostzipfel zieht sich – etwa vom Auge bis zur Schnabelspitze – das Anaga-Gebirge entlang, am „Schwänzchen“ in der Nordwest-Ecke reckt sich das Teno-Gebirge zwischen den steilwandigen Schluchten bis zu 1.200 Meter gen Himmel: zusammen mit den ebenfalls ca. 5-7 Millionen Jahre alten basaltischen Lavagesteinsformationen bei Adeje im Süden (wo eigentlich die Beinchen der Ente ansetzen müßten) die drei „Urecken“ Teneriffas. Vermutlich waren sie zunächst getrennt. Zum heutigen Teneriffa vereinigt wurden sie durch die im späteren Verlauf ebenfalls vulkanisch entstandene Cordillera Dorsal (das Rückgrat), die Canadas und das Teidemassiv. Gemeinsam verleihen die drei dem Entenkostüm Flügel.

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Ausgabe 122

April/Mai 2005