© Klaus-Peter Kappest

Schmallenberger Sauerland: Liebeserklärung

Ausgabe 123 – Juni/Juli 2005

Deutschland

Wanderwelt Schmallenberger Sauerland - der neue Wegweiser in Sachen Wandertourismus in Deutschland? Die guten Ideen sprudeln hier nicht nur, sie werden auch gleich in die Tat umgesetzt. Eine Suche nach der Quelle solcher „Macherqualitäten nördlich des Rot

Morgendunst über dem Nesselbachtal
Morgendunst über dem Nesselbachtal

In einem überdimensionalen Spinnennetz aus gelbem Tau baumelt fette Beute: kleine Holztafeln, auf denen typische Waldbewohner wie Rötelmaus, Schnecke oder Wildschwein eingeritzt sind. Daneben tönt ein leichtes Knarzen durch den stillen Wald. Die Knie scheinen weich zu werden. Die Holzbohlen sacken unter den Füßen weg. Alles schwingt! Das zuerst etwas mulmige Gefühl im Magen weicht schnell dem Übermut: Mit dem eigenen Körper tüchtig Schwung holen, richtig schaukeln, das macht Spaß! „Just for fun" steht ja auch in gelben Lettern auf dem orangefarbenen Griffband des Tragseils der langen, schmalen Hängebrük-ke. Am Saukopf bei Kühhude führt die Bergvariante des Rothaarsteigs über dieses wohl beliebteste Stück des neuen „Wanderwegemobiliars" (eine „feste" Alternative ist natürlich auch vorhanden!).

Pausenglück

Kurz zuvor hält noch ein anderes „Möbelstück" Wanderer vom Stiefeln ab: Zwei äußerst komfortable Wanderliegen sind oberhalb des waldfreien Fleckchens Kühhude genau so positioniert, daß die mit „Original Rothaarsteiger" belegte Stulle nur unter „Inkaufnahme" eines Panoramas unzähliger seichter Wellen zu genießen ist. Ulrike Mertens ist eine der beiden gebürtigen Schmallenbergerinnen, die diese neue Generation „Wandermöbel" mit Waldsofas, Wanderliegen und Vesperinseln entworfen haben. Für den neuen „Wanderbekehrer" und Harald Schmidt Show-Beisitzer Manuel Andrack ist die ergonomische Waldliege schlicht die „Wanderbanksensation".

Wo die Welt noch in Ordnung ist

Designerin Mertens hat noch gar nichts vom prominenten Lob über ihre Liege mitbekommen. Sie fühlt sich auch eher als Teil eines Ganzen, wenn sie an der eigenen „Kollektion" vorüberwandert, denn viele engagierte Schmallenberger haben all die Ideen rund ums Wandern gemeinschaftlich entwickelt. Als Jugendliche besuchte die gelernte Bau-technikerin die Malabende des Jagdhausers Hinrich Grauenhorst, einem über Südwest-falen hinaus bekannten Künstler. Sie stammt aus dem Ortsteil Fleckenberg, Bundesgolddorf von 1977. „Man merkt richtig, wie behütet deine Kindheit war, bei euch ist die Welt wohl noch in Ordnung." Das hörte sie immer wieder während ihrer Aus-bildungszeit in Köln. Heute lebt sie in Meschede. Sie ist besonders glücklich, nicht nur aufs Land, sondern auch noch ins Sauerland zurückgekehrt zu sein. Für freie Aufträge und Ausstellungen zieht es sie immer wieder nach Schmallenberg, und da freut sie sich dann richtig drauf…

Weitere Reportagen innerhalb dieser Strecke

  • Goldglanz: Die „Golddörferroute“ (ca. 50 km) durch acht Gemeinden, die im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet wurden
  • Wegweiser: André Mergheim, Wanderwegenetzwerk-Koordinator für das Schmallenberger Sauerland, im Gespräch über seine Arbeit
  • Infoseite und Übersichtskarte Schmallenberger Sauerland

André Mergheim: Der Wegweiser im Schmallenberger Sauerland

André Mergheim weist Wanderern im Sauerland den Weg. Von 2001 bis 2005 war der Wanderwegenetzkoordinator des Schmallenberger Sauerlands damit betraut, die Wegführung durch die Schmallenberger Wanderwelt komplett zu überarbeiten. In Wandermagazin-Online gibt Mergheim Einblicke in seine Arbeit mit Pfählen, Karten und Entscheidern.

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Tourenvorschläge

  • Rundwanderung auf dem Rothaarsteig rund um Schanze.
  • Rundwanderung: Das Sorpetal über den Sorpetalweg von Niedersorpe bis Obersorpe.
  • Rundwanderung: Das Bauernland; Wald, Feld und Fachwerkdörfer.
  • Rundwanderung: Das Henne-Rartal; Wanderung für die Seele.

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Juni/Juli 2005