© Klaus-Peter Kappest

Vorarlberg: Alpwanderung zwischen Wald und Fels

Ausgabe 123 – Juni/Juli 2005

Österreich

Zwischen Wald und Fels: über dem Waldgürtel und unterhalb der Felsen erstreckt sich ein Hügelland mit mäßigen Steigungen, das von einem grünen Teppich überzogen ist, der Alpbereich.

Das 450 Jahre alte Walserhaus
Das 450 Jahre alte Walserhaus

„Wenn auf Bergeshöhn' die Alpenrosen blühn ...", so beginnt ein in den Alpen gern gesungenes Lied, das daran erinnert, wie schön es zu dieser Zeit auf den Bergen ist. Über dem Waldgürtel und unterhalb der Felsen erstreckt sich ein Hügelland mit mäßigen Steigungen, das von einem grünen Teppich überzogen ist, der Alpbereich. Es sind jene seligen Gefilde, wo die Tiere den Sommer verbringen, Tausende von Blumen in allen Farben blühen, wo Einkehrmöglichkeiten in kurzen Abständen zu einer gemütlichen Rast einladen und die Wege ungefährlich sind. Wer hier zu dieser Zeit gewandert ist und vernommen hat, wie das Läuten der Glocken von vielen Tieren nah und fern den Frieden und die Harmonie des Bergsommers verkünden, erinnert sich vielleicht auch an das Ende des obigen Liedes: „... denk ich an die schöne Zeit so oft so gern zurück, an Sonne, an Berge, an's Glück."

Alpwandern im Großen Walsertal

In etwas abenteuerlicher Fahrt bringt uns ein kleiner Wanderbus auf einer für den öffentlichen Verkehr gesperrten Straße von Marul in das Gebiet der Steris Alpe. Da der steile Hang neben der Straße nicht gesichert ist, wünscht sich niemand die häufige Begegnung mit einem anderen Fahrzeug. Aber die versierte Fahrerin meistert solche Situationen problemlos. Auch die Wanderung zieht uns von Beginn an in ihren Bann. Etwa 500 Meter unter uns fließt die Lutz durch das fast schluchtartige Tal, und im gleichen Abstand über uns erstrecken sich die felsigen Gipfel. Um uns blühen Alpenrosen und Orchideen. An der Oberpartnomalpe können wir einfach nicht vorbei. Wir sitzen im Freien bei angenehmen Temperaturen und einem schwachen, frischen Wind, während an diesem Tag im Tal 30 Grad überschritten werden. Es gibt Milch, Butter und Käse, alles frisch, aber natürlich auch Speck, selbstgebrannten Schnaps und Bier. Das Wohlgefühl einer solchen Rast ist allein schon eine Reise wert. Auch auf dem Weg muß man nicht Durst leiden. Zahlreiche Brunnen mit frischem Wasser laden zum Trinken ein. Vom Joch unter dem Gronggenkopf blicken wir hinüber zum gewaltigen Felsmassiv der Roten Wand, der Königin des Lechquellenge-birges und ins Klesenza Tal, dessen breiter Boden uns auf seine Formung durch einen Gletscher im Eiszeitalter hinweist. Unmittelbar davor erstreckt sich die Laguzalpe, eine der am schönsten gelegenen des Landes...

Tourentips für Alpwanderungen

  • Streckenwanderung Kleinwalsertal von der Kanzelwand über die Fluchtalpe nach Hirschegg
  • Streckenwanderung Großes Walsertal von der Steris-Alpe zur Laguz-Alpe (Im Biosphärenpark)
  • Streckenwanderung Hochtannberg: Rund um das Karhorn von der Bergstation Steffisalpbahn zum Hochtannbergpaß


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Ausgabe 123

Juni/Juli 2005