© Klaus-Peter Kappest

Überquerung des Werragebirges: Fachwerkromantik und Gipfelglück

Ausgabe 124 – August/September 2005

Deutschland

Sehr schnell bringt uns der ICE von Würzburg nach Göttingen. Kurz vor Bad Sooden-Allendorf steigt die Vorfreude auf die Wanderung nochmals: Wir sehen das von Bergen gesäumte Tal. Viele Radfahrer und Wanderer sind an dem sonnigen Frühlingsmorgen bereits un

Am Brunnen vor dem Tore

Allendorf, die Straße Fischerstad war ehemals der Wohnbereich der Werrafischer
Allendorf, die Straße Fischerstad war ehemals der Wohnbereich der Werrafischer

Auf dem Weg durch die Gassen mit den malerischen Fachwerkhäusern fühlen wir uns wie in einem Museum. „Am Brunnen vor dem Tore" - wir denken an den Text des Liedes, den Wilhelm Müller verfaßt und den Franz Schubert später vertont hat.

... und sieht zu Füßen das leuchtende Land • Fast 400 Höhenmeter sind aus dem Werratal zur Hörne zu steigen. Es lohnt sich, langsam zu gehen, dadurch können wir den schön angelegten Weg über das Schloß Rothe-stein genießen und empfinden den kühlen Wind als angenehm erfrischend. Der beliebte Aussichtspunkt Hörne mit Schutzhütte und Bänken erfüllt alle Erwartungen. Wir blicken über die dicht bewaldeten Hänge, die mit dem zarten Maiengrün geschmückt sind, hinunter ins Werratal. Überquerungen von Gebirgen sind auch außerhalb der Alpen keine Spaziergänge! Dieser Eindruck bestätigt sich bei der Begehung des steilen Hanges auf schmalem Pfad zur „Schönen Aussicht". Trittsicherheit ist angebracht. Eine wahre Vogelschau auf das Werratal bietet sich auch an dieser Stelle. Die Aussichtspunkte konkurrieren geradezu mit dem, was sie an Schönheit zu bieten haben.

Wer hat dich du schöner Wald aufgebaut so hoch da droben

Am Nachmittag umgibt uns wieder der Bergwald in seiner Fülle und Pracht, wie sie nur ein sonniger Maitag schenken kann. Über uns das goldgrüne, beleuchtete Blätterdach und am Wegesrand die zartrosa Zahnwurzblüten, die blauen und roten Blüten der Frühlingsplatterbse und, völlig unerwartet, hunderte von purpur blühenden Orchideen. Die Abwechslung bleibt groß. Wir besuchen den sonnigen Wiesenstreifen im Bereich der ehemaligen Grenze und rasten ausgiebig. Dann erreichen wir nochmals mehrere Aussichtspunkte, von denen wir auf das von hohen Bergen bekränzte Hitzelrode hinabblicken. In der Ferne reicht der Blick sogar bis zu den Kuppen der Rhön. Der Abstieg nach Neuerode ist mit dem Gefühl verbunden, daß es heute nicht schöner hätte sein können.



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Ausgabe 124

August/September 2005