© Klaus-Peter Kappest

Pyrenäen - Arriège- und Midi-Pyrénées: Wandern in grandioser Natur

Ausgabe 126 – Dezember/Januar 2005/2006

Frankreich

Der Legende nach sind die Pyrenäen das Grabmal der schönen Pyrène. Aus Gram über den Tod der Prinzessin habe der Held Herkules so lange Felsen zu einem Grab aufgetürmt, bis daraus die Pyrenäen entstanden. Der größte Teil des Grenzgebirges zwischen Frankre

ARIÈGE – SEIT DER VORGESCHICHTE BESIEDELT

Der runde See Etang rond vor dem Escausse-Massiv
Der runde See Etang rond vor dem Escausse-Massiv

In Höhlen wie Niaux oder Mas d’Azil ist erkennbar, dass die Pyrenäenausläufer seit der Vorgeschichte besiedelt waren. Höhlenzeichnungen und Werkzeuge belegen, dass Menschen hier bereits vor 30.000 Jahren lebten. In der geschichtsträchtigen Ariège haben frühe Christen mit ihren gedrungenen, romanischen Kirchen Denkmäler hinterlassen. Burgruinen in schwindelnder Höhe wie Roquefixade oder Montségur sind untrennbar mit der Katharerverfolgung verbunden. Auch Foix, die quirlige Hauptstadt des Departements, wird seit dem Mittelalter von einer mächtigen Burg überragt. In abgelegenen Tälern wie Bethmale hat sich ein von Legenden genährtes Brauchtum ebenso erhalten wie im Bauerndorf Massat. Volkstänze in bunten Trachten und bizarren Holzschuhen oder das Bärenfest sind alljährlich Attraktionen für Einheimische wie Fremde. Rund 5.000 Kilometer gekennzeichnete Wanderstrecken und Rundwanderwege bieten in der Ariège reichlich Auswahl. Vielseitige Landstriche mit verstreut liegenden Dörfern, der Naturpark von Orlu oder geschichtsträchtige Passübergänge – die Palette reicht von gemütlichen Wanderungen im Vorgebirge mit ausgedehnten Waldgebieten bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren jenseits der Baumgrenze.

HAUTES-PYRÉNÉES – NATURPARKS UND DREITAU-SENDER

Rund 35 über 3.000 Meter hohe Gipfel bestimmen die Hochgebirgslandschaft in diesem Departement. Seit jeher zogen Hirten und Herden über die Pässe, ohne sich um die Grenzen zu scheren. Noch heute haben uralte, grenzüberschreitende Vereinbarungen der Bauern ihre Gültigkeit. Auch Jakobspilger wählen seit mehr als tausend Jahren den Weg nach Compostela über diese Hochtäler. Im Pyrenäen-Nationalpark und dem Naturreservat von Néouvielle wird eine selten gewordene Fauna und Flora geschützt. Diese Hochgebirgszonen erlauben variantenreiche Bergtouren. Kleine Schönheiten am Wege ebenso wie große Naturschauspiele, darunter das Felsrund von Gavarnie, machen den Reiz der Wanderziele in Hautes-Pyrénées aus. Den besten Blick in den Himmel bietet das Sternenmuseum auf dem 2.877 Meter hohen Pic du Midi de Bigorre, während die Höhle von Gargas den Rückblick zu Anfängen der Menschheit erlaubt. Die sanfteren Hügel und weiten Täler der Gebirgsflüsse Gave de Pau, Adour und Neste sind ideal für gemütlichere Wanderungen. Oft verbergen die Dorfkirchen hinter schlichten Mauern unvermutet prächtige Fresken. Goldglänzend sind auch die Altarräume der Kathedrale La Sède in der Hauptstadt Tarbes oder der Wallfahrtskirchen von Lourdes.

Weitere Reportagen dieser Strecke und dazugehörige Tourentipps zum Herausnehmen:

  • Schon auf Teilstrecken schön: Pyrenäenfernwanderweg GR 10
  • Bartgeier und Alpenrosen: Gemütliche Tour am Tarbesou
  • Auf dem Weg zur Freiheit: Geschichtsträchtiger Mont Valier
  • Amphietheater der Natur: Über Feenwiesen in den Cirque de Gavarnie
  • Bergtour im Naturreservat: Rund um den Néouvielle

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