© Klaus-Peter Kappest

Wandern & Reginalvermarktung: Naturpark Südschwarzwald

Ausgabe 128 – April/Mai 2006

Deutschland

„Garantiert von hier!“ Walter Wimmer deutet auf meinen Teller mit den Schweinemedaillons. Schon das Arrangement auf dem käselaibgroßen Teller ist eine Wucht. Wir sitzen in der guten Stube im urgemütlichen Hotel Adler in Bärental bei einem der 28 Naturpark

Gott und die Menschen

Aus heimischen Produkten frisch auf den Tisch
Aus heimischen Produkten frisch auf den Tisch

Am Anfang war es ein dunkler Wald. Es dauerte lange, bis der Mensch, dem Verlauf der Bäche folgend, höher und höher hinauf, ins Innere des Schwarzwaldes vordrang. Dessen Landschaft wird heute geprägt durch den Wechsel zwischen Natur- und bäuerlicher Kulturlandschaft. Klar sind es zunächst die schier unermesslichen Wälder, die faszinieren, aber in gleichem Maße die Wiesen mit ihren Blumen, die Weiden mit den Tieren und die Fernblicke von den Bergen. Sie prägen das Gesicht des Südschwarzwaldes mindestens ebenso wie die Wälder, die Kerbtäler, die Blocksteinmeere und die Gipfel. Vor Beginn der Landwirtschaft war Mitteleuropa nahezu geschlossen bewaldet, auch der Schwarzwald. Nur die höchsten Gipfel lagen in einer „Kampfzone“, wo der Wald etwas lichter gewesen sein dürfte. Es besteht also kein Zweifel, dass die Landwirtschaft die besondere Attraktivität der offenen Landschaft zustandegebracht hat und für ihren Erhalt unentbehrlich ist und bleibt.

Was Ihr wollt ...

Wanderer sind Landschaftspfleger
Wanderer sind Landschaftspfleger

Das Deutsche Wanderinstitut in Marburg ist den Wünschen des modernen Wanderers auf den Grund gegangen. Aussichten, Wasser, Wald- und Wiesenränder stehen in der Rangliste ganz oben. Es ist daher angebracht, sich einmal bewusst zu machen, wem diese wanderbaren Schönheiten eigentlich zu verdanken sind. Während vielerorts mit erheblichem finanziellen Aufwand, quasi künstlich, dramaturgische Erlebnishöhepunkte (wie Aussichten) geschaffen werden, bietet der Naturpark Südschwarzwald nachgerade ein gewachsenes Idealbild für die wanderbaren Vorstellungen. Noch. Der Naturpark Südschwarzwald hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Förderung der Landwirtschaft auf eine besondere Weise dazu einen wertvollen Beitrag zu leisten. Regionalvermarktung ist das Erfolgskonzept. Ohne eine tragfähige Existenzgrundlage für die Landwirtschaft wird der Südschwarzwald schon in wenigen Jahrzehnten nicht mehr wieder zu erkennen sein. Wer wandert, konsumiert Produkte der Bauern. Das verschafft ihm Einkommen. Das wiederum motiviert ihn, weiterzuarbeiten. Wandern ist somit Landschaftspflege!

Wanderer als Landschaftspfleger? Wer den Naturpark Südschwarzwald durchwandert, dort für einen oder einige Tage wohnt, einkehrt, trinkt, Regionales vom Hoflädle erwirbt, fördert die Existenzgrundlage der Bergbauern. Voraussetzung dafür, dass sie Weiden, Wälder und Streuobstwiesen bewirtschaften. Damit es so bleibt wie es ist...

Weitere Beiträge:

  • Rinder, Käse, Obst und Holz: Darauf ist der Schwarzwald zu Recht stolz
  • Kurze Wege, frischer Käse
  • Wir lieben es!

plus: 4 Tourentipps

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  • Von der Rothausbrauerei über den Schlüchtsee
  • Golddorf Gersbach und der Gersbacher Rinderlehrpfad


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April/Mai 2006