© Klaus-Peter Kappest

Radtour: Sagenhafte Sagenroute durch das Tecklenburger Land

Ausgabe 129 – Juni/Juli 2006

Deutschland

Nein, die Rikscha sei nun wirklich nichts für das geplante Radabenteuer Sagenroute Tecklenburger Land. Meister Burbrink, Herr über knapp 100 Drahtesel in der Mettinger Fahrradstation, blitzt der Schalk aus den Augen. Der gelernte Bergmann managt als Renti

Aufrecht wie ein Besen

Westfälische Bauernhofidylle im Holperdorfer Tal
Westfälische Bauernhofidylle im Holperdorfer Tal

Nein, ich bin nun wirklich kein Radelfreak. Nicht von der Sorte Powerpumpe im smarten Bikerucksack, ohrenverbindende Spie-gelbrille gegen anfliegende Brummer und aparte Klapperschuhe für minimierte Pedalprofile aus Leichtalu. Ich bin schlicht und einfach ein Genussradler. Freue mich diebisch über jede Abfahrt, über Rückenwind, Sonne im Gesicht und sich behäbig aus dem Horizont aufbauende Landschaftskulissen. Steigungen, zumal gehässige, terrassenartige Zähsteigungen, nein, die mag ich nicht. Dann steige ich lieber ab und schiebe. Ansonsten sitze ich aufrecht wie ein Stallbesen auf meinem Holländer-Rad mit Rücktrittbremse, geschwungenem Lenker, Ding-Dong-Klingel und krachendem Getriebe.

Sagenhaft

Wie das Tecklenburger Land aus der Radlerperspektive aussieht? Erstaunlich abwechslungsreich. Ein eigenartiger Liebreiz überzieht die durch und durch westfälische Landschaft. Vor dem Teuto, aus Richtung Süden betrachtet, mutet der bewaldete Höhenzug, der sich von West nach Ost wie ein mit dem Lineal gezogener Strich zieht, wie ein Wall an. Sieht nach Strampelei aus, ist auch Strampelei drin. Münsterländische Parkqualitäten zeichnet die Ecke von Lienen über Kattenvenne, Ladbergen, rüber nach Riesenbeck und Bevergern und aufwärts bis an die Füße der Bergstadt Tecklenburg aus. Flach wie ein Brett, besser, wie ein entwässertes Moor. Monströse Bauernhöfe, Kleinsiedlungen aus Stallungen, Beihäusern und Haupthaus, mit riesigen Deelentoren, sorgfältig gefacht, dazwischen dunkle Eichenkämpe, endlose Wiesenfluchten, schnurgerade gezirkelte Wasserrinnen, jubilierende Feldlerchen über riesigen Feldern. Ein Ra-delrauschterrain. Vorausgesetzt, Gevatter Wind meint es gut und gebärdet sich zahm. Die Strecke von Bad Iiburg nach Lienen, wo den Singvögeljägern ein lokales Denkmal in Bronze gesetzt wurde und wo man, aber hallo, unbedingt mal barfuß Bodenhaftung aufnehmen muss, raste ich im Hollän-derfahrradtempo nur so vor mich hin. Irgendwie ziemlich sagenhaft.

plus 12-seitiger Pocketguide:

Beikleber im Wandermagazin 129
Beikleber im Wandermagazin 129

Die Sagenroute – Beschreibung, Wegeprofil, Sehenswertes, Nützliches!




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Juni/Juli 2006