© Klaus-Peter Kappest

Eppinger Linienweg: Geschichte mal anders

Ausgabe 130 – August/September 2006

Deutschland

Vom Geschichtsunterricht in der Schule ist bei den meisten Menschen eher wenig hängen geblieben. Trockene Paukerei und das Auswendiglernen von Jahreszahlen machen weder Spaß, noch bleiben sie wirklich im Gedächtnis.

Teuflische Kunst im Klostergarten
Teuflische Kunst im Klostergarten

Aber es geht auch anders. Viel angenehmer. Denn historische Wanderwege bieten Geschichte quasi nebenbei. Historische Abenteuer per pedes. Mühelos erschließen sich geschichtliche Fakten, wenn Infotafeln am Weg erklären, was hier, an Ort und Stelle, in der Vergangenheit passierte. Museen, rekonstruierte Gebäude aus alten Zeiten und geführte Wanderungen mit geschichtlichen Themenschwerpunkten veranschaulichen das Gestern besser, als jedes Buch es vermag. Und das Beste ist, dass Wandern und Geschichte so völlig unverkrampft unter einen Hut gebracht werden – ohne erhobenen Zeigefinger und verstaubte Bücher. Was man mit eigenen Füßen erwandert und mit eigenen Augen sieht, bleibt unvergessen.

Die Eppinger Linien

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für historische Wanderwege ist der Eppinger Linienweg im Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Mitten durch den Kraichgau zieht er seine Achse entlang eines ehemaligen Befestigungswalls, den Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden Ende des 17. Jahrhunderts errichten ließ. So wollte der „Türkenlouis“ genannte Feldherr französische Raubzüge in seine Lande während des Pfälzischen Erbfolgekrieges unterbinden. Noch heute sind die Reste dieses Wall-Graben-Systems gut sichtbar. Auf den 31 Kilometern von Eppingen bis Mühlacker verläuft der Eppin-ger Linienweg meist in Sichtweite, manchmal sogar direkt auf dem Befestigungswall. Markiert wird sein Verlauf mit stilisierten Chartaquen. Dies sind hölzerne Wachtürme, von denen im Wegverlauf zwei als Aussichtstürme rekonstruiert wurden.



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist leider vergriffen.

Ausgabe 130

August/September 2006