© Klaus-Peter Kappest

Hoch hinaus: Die Schauinslandbahn bei Freiburg

Ausgabe 130 – August/September 2006

Deutschland

Mit der Seilbahn durch die Luft zu schweben bedeutet mehr, als nur einen steilen Aufstieg oder unwegsames Gelände zu überbrücken. Der sanfte Wechsel zwischen zwei Welten suggeriert das Gefühl, plötzlich „über den Dingen zu stehen“. Unten bleibt der Alltag

Wanderer über den Dingen

Die Schauinslandbahn.
Die Schauinslandbahn.

Aus dem sommerlich heißen Freiburg geht es mit der Schauinslandbahn hinauf in den Schwarzwald. Auf 1200 Metern ist es kühl, ein leichter Wind lässt aufatmen. Tolles Wanderwetter. An Wanderwegen mangelt es nicht. Die neuen Markierungen, einheitliche gelbe Rauten im gesamten Schwarzwald, eröffnen durch das Knotensystem an jeder Kreuzung neue Möglichkeiten der Routengestaltung. Die möglichen Etappenpunkte sind jeweils mit Kilometerangaben auf Wegweisern verzeichnet, so entsteht ein wabenartiges Wegenetz. Jedes Ziel ist von überall erreichbar. Auf dem Schauinsland gibt es viel zu entdecken, schon nach den ersten Kilometern lädt das Bauernmuseum Schniederlihof zum Verweilen und Staunen ein. 1593 erbaut, bietet das eng an den Hang geschmiegte Gehöft einen Einblick in Leben und Wirtschaften der Schwarzwaldbauern vor 500 Jahren. 45 Minuten dauert die Führung, da bleibt noch Zeit für einen kleinen Imbiss im Hofgarten, bevor die Wanderung weitergeht.

Kafeeklatsch und Kindergeburtstag

Gründe, mit der Schauinslandbahn auf den Gipfel des Freiburger Hausberges zu fahren, gibt es viele. Der wunderschöne Panoramablick über das Rheintal bis hin zu den Vogesen, die gute Höhenluft oder das Wanderwegnetz vor Ort sind nur einige davon. Feste Pauschalen können über die Bergwelt Schauinsland gebucht werden. So zum Beispiel ein gemütlicher Kaffeeklatsch im Café der Bergstation, mit Kuchenbuffet und Kaffee ohne Ende. Etwas lauter geht es sicherlich im Museums-Bergwerk zu, wenn Geburtstagskinder dort mit Freunden einen aussergewöhnlichen Tag verbringen. Das Bergwerk kann in unterschiedlichen Führungen erkundet werden, je nach Länge und Schwierigkeitsgrad geht es über Leitern und durch enge Gänge in den 22 Etagen des bis zu 800 Jahre alten Stollens auf Entdeckungsreise. Informationen zu diesen und weiteren Angeboten unter www.bergwelt-schauinsland.de.

Schnell und schneller

Die Gondeln der Schauinslandbahn bewegen sich recht zügig den Hang hinauf. Kein Wunder, muss sie als längste Kabinenumlaufseilbahn Deutschlands doch einen Höhenunterschied von 750 Metern auf einer Strecke von immerhin 3,6 Kilometern zurücklegen. Zeit für beschauliche Ausblicke bleibt dennoch genug, rund 20 Minuten dauert die Fahrt bis zur Bergstation. Runter geht es schneller. Mit einem Downhillroller können Wagemutige eine acht Kilometer lange Abfahrt wagen. Wie schnell jeder einzelne dann unten eintrifft, bleibt Erfahrungssache.

Ohne Stress und autofrei

Die Schauinslandbahn ist problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wer in Freiburg schon einmal auf Parkplatzsuche war, weiss, dass dies sicher die streßfreiere Variante ist. Mit der Stadtbahn Linie 2 und dem Bus 21 gelangt man in kurzer Zeit vom Freiburger Hauptbahnhof zur Schauinsland Talstation. Und nach einer hektik- und staufreien Anreise fällt der Einstieg in den Wanderurlaub sicher noch leichter. Per Bahn, Bus und Seilbahn ins Wandervergnügen? Geht doch! Anlässe gibt es genug.



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Ausgabe 130

August/September 2006