© Klaus-Peter Kappest

Hofläden und Direktverkoster in der Südpfalz

Ausgabe 130 – August/September 2006

Deutschland

Vom Fisch zum Wein, vom Spargel zum Obstler. Andere Kombinationen sind möglich: Von der Dampfnudel zum Thymian, vom Kräuterschnaps zur Kartoffel oder vom Lollo Rosso zum Streuobst! In der Südpfalz, genauer gesagt im Landkreis Germersheim, der sich von der

Die Haardt und der Nordschwarzwald in Sichtweite

Gudes von do!
Gudes von do!

Es gibt Flecken entlang der 30 km kurzen „Von Hof zu Hof“-Route, da wähnt sich der Gaumenfreund und Radgenießer auf einer Aussichtsterrasse. Das muntere Auf und Ab des Pfälzerwaldes im Westen und die schemenhafte blaue „Mauer“ des Nordschwarzwaldes im Südosten gleichermaßen im Blick. Gelegentlich verrät nur eine kecke Kirchturmspitze, dass im Hügelmeer dazwischen romantische kleine Dörfer warten. Straßendörfer mit wunderschönen Höfen, stolz die Stirn zur Straße gestreckt, mit doppeltem Dachvorsatz und üppig sprießendem Weinlaub davor. Hier riecht die Luft nach Landleben. Je nach Erntezeit ist die Luft mal erfüllt von Kräutern, Gemüsen, von Wein, von Obst, Zuckerrüben oder Getreide. Der besondere Kick der gemütlichen Hofradlertour sind jedoch die in der „Bauerntheke“ vereinten Direktvermarkter entlang der Strecke.

Grauer Burgunder, Salbei oder Williams ab Hof

„Unsere Wingerte liegen in Dierbach, Barbelroth oder Winden“, erklärt die Winzerin vom Weingut Kehrt in Winden stolz im wunderschönen südpfälzischen Singsang. Dabei hält sie eine Flasche edlen Dornfelders in die Höhe. Wie hier kann man auch anderswo an der Route bei Südpfalz-Winzern einkehren, Wein probieren, Brotzeit mit echt Pfälzer Spezialitäten machen und sich eine „Südpfalzkiste“ voller Köstlichkeiten der Region zusammenstellen lassen. Etwas „Typisches“ von hier eben. Auf gut pfälzisch überraschend kurz wie treffend: Gudes von do! Ein richtiger kleiner Dorfmarkt mit klitzekleiner Caféteria, Kräutergarten und Wildgemüsegarten bietet der Schoßberghof im kleinen Minfeld. Marion Groß läuft kurzerhand mit Schere oder Messer hinaus in den Kräutergarten, wenn es ein Bund Petersilie, ein Sträußchen Salbei oder etwas Minze sein soll. Mangold, Rucola, Pfälzer Gurken, Zucchini oder Strauchtomaten – angeboten wird, was erntereif ist, erntefrisch vom Feld natürlich.

Wo die Sau durchs Dorf getrieben...

Es ist natürlich schon eine Weile her, seit die letzten Schweine durch die Kandeler Gassen zum Viehmarkt getrieben wurden. Der Saubrunnen erinnert daran. An die alten Weidegründe, an die bedeutende Rinderzucht der Region erinnert der Name Viehstrich. Zu ihm gehören auch Minfeld, Freckenfeld mit dem Dampfnudeltor und das kleine Vollmersweiler. Winden und Steinweiler sind die Weinbaugemeinden und Erlenbach präsentiert sich als Gemüsegarten. Wer will, kann die Fahrräder vor Ort mieten, sich eine echte „Südpfalzkiste“ voller ländlicher Produkte der Region ins Auto packen, Hofbesichtigungen, Kräuter- oder Weinwanderungen buchen oder kommt einfach am ersten Sonntag im September eines Jahres, wenn es beim „Tag der offenen Höfe“ heißt: die Höfe bitten zur Tafel!

plus: Radtourentip: Von Hof zu Hof bei Kandel



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Ausgabe 130

August/September 2006