© Klaus-Peter Kappest

Goldschatz in Ostbayern - Auf dem Goldsteig aus der Oberpfalz in den Bayerischen Wald

Ausgabe 131 – Oktober/November 2006

Deutschland

Nicht alles, was glänzt, sei Gold – heißt es. Der Goldsteig im Osten Bayerns freilich ist ein glänzender, ein wahrer Schatz. Eine „Schatzroute“ voller Höhepunkte. Wie geschaffen für Schatzsucher. Alles was man braucht, um seinen Goldschatz zu heben, ist e

Erlebnisqualität auf höchstem Niveau

Konrad Lechner
Konrad Lechner "überholte" diesen Goldsteigmarkierer

Kein Wunder, dass die neue Glanzroute bereits zum Club der zehn besten Weitwanderwege Deutschlands (Top Trails of Germany) gehört. Die auf über 600 Kilometer angelegte Gesamtstrecke gabelt sich im Bayerischen Wald in eine sportliche Variante über die Kammberge im Grenzbereich zur Tschechischen Republik und in eine genussvolle Variante, die über den vorderen Bayerischen Wald verläuft. Wandermagazin ist die Strecke von Marktredwitz bis Furth im Wald bereits vor der offiziellen Eröffnung des ersten Abschnittes gelaufen. Hier unsere Begeisterungshymne auf ein bemerkenswertes Wanderabenteuer.

Über den Steinwald in die große Teichpfanne

Die Kösseine im Rücken, Kurs auf den Steinwald. Geologisch haben Fichtelgebirge und Steinwald die gleiche Entstehungsgeschichte. Politisch verlässt man kurz nach Marktredwitz Franken und betritt die Oberpfalz. Über das Marktredwitzer Haus führt der Weg hinauf zur herrlich gelegenen Burgruine Weißenstein. Der Aufstieg auf den neurenovierten Bergfried wird belohnt mit einem phantastischen Panoramablick über die nördliche Oberpfalz, bis hinüber nach Franken und Böhmen. Der Abstieg führt in eine völlig andere Landschaft. Zweitausend große und kleine Weiher sind ein Refugium für viele seltene Wasserpflanzen und Tiere. Die Ruhe und Beschaulichkeit des von Wäldern umgebenen Wassers überträgt sich auf den Wanderer, der nach der gebirgigen Route über den Steinwald nun durch die wundersame Wasserwelt der „Großen Teichpfanne“ wandert.

Die Burg auf dem Granitfels

Ecken gibt's, hier vor dem Berggasthof Eck, die gibt's gar nicht. - Blick ins Zellertal vom Kaitersberg.
Ecken gibt's, hier vor dem Berggasthof Eck, die gibt's gar nicht. - Blick ins Zellertal vom Kaitersberg.

Weiter führt der Weg. Hinein in das herrliche Waldnaabtal. Ein Naturjuwel. Seit dem 9. Jahrhundert thront bei der heutigen Ortschaft Falkenberg über der Waldnaab eine Burg. Den Hussiten gelang es nicht, diese zu stürmen, erst 1648 ist sie unter dem Beschuss der Schweden mit den neueren Waffen gefallen. Nach einer Restaurierung um 1939 steht sie wieder stolz und kühn über dem Fluss und grüßt als Landmarke aus der Ferne. Wir wissen heute zwar, dass die Vergangenheit der Burgen nicht romantisch verklärt zu sehen ist. Aber was wäre die Landschaft ohne ihre Burgen und Ruinen?

Durch das schönste Tal der Oberpfalz

Nach Falkenberg wandern wir etwa 16 km durch das Waldnaabtal. Der Fluss hat sich hier einen Weg durch den Granit gebahnt. Felsen jeder Größe im Bachbett und an den Ufern, wild wachsende Bäume und Sträucher, seltene Pflanzen wie der Siebenstern mit seinen leuchtend weißen Blütenblättern und der Seidelbast begleiten den Wanderer durch eine sehr naturnahe bizarre Landschaft. Ein wahrhaft güldener Schatz der Natur.

Wenn der Zoiglstern aufgeht...

In der Gegend von Falkenberg und Windischeschenbach haben viele Höfe seit Jahrhunderten das Hausbraurecht. Das wohlschmeckende Produkt, der Zoigl, wird in den Zoiglstub‘n, die man an einem sternförmigen Zeichen über dem Eingang erkennt, ausgeschenkt. Wer einmal nach einer Wanderung mit gutem Durst das kohlensäurearme und gut gehopfte Bier getrunken hat, wird diese Variante der „Stunde der Ankunft“ lange nicht mehr vergessen. So manches Fass sollen durstige Wanderer schon geleert haben. ....



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Ausgabe 131

Oktober/November 2006