© Klaus-Peter Kappest

Marmorstein und Felsen bricht - Bergwandern über dem Lago Maggiore

Ausgabe 131 – Oktober/November 2006

Italien

Zehn Täler - mit jeweils unverwechselbarem Profil - prägen die piemontesische Provinz Verbano-Cusio-Ossola. Sie heißen Anzasca, Antrona, Bognanco, Divedro, Antigorio-Formazza, Isorno, Strona, Val Cannobina und Vigezzo, das Haupttal ist Valle D‘Ossola. Nur

Der Campanile von Vilette, ein Dorf über dem Valle Vigezzo
Der Campanile von Vilette,ein Dorf über dem Valle Vigezzo

Eingebettet in die Täler: die Faszination der Südalpen mit mediterraner Blumenpracht und in Stein geschlagene Stufen. Ein uraltes Wegenetz, das auf einsame Almen führt. Steingedeckte Häuser, enge Gassen, steile Campanile und atemberaubend an Berge geklebte Dörfer. Dabei ist das milde Klima des Lago Maggiore nur einen Katzensprung entfernt. Der Geheimtipp des Wandermagazins!

Nicht steinreich – reich an Steinen

sind die Menschen in den Bergen über dem Lago Maggiore. Vor allem an Gneis und Glimmerschiefer, auch Kristalline Schiefer genannt, da die Mineralien meist ohne Vergrößerung sichtbar sind. Entstanden in der Tiefe der Erde durch extrem hohen Druck und Temperatur, wurden sie mit dem Hub der Alpen bis in die Gipfellagen aufgetürmt. Aus ihnen werden Hausmauern, Dächer, Brücken, Stützmauern ebenso wie Tische, Bänke, Kapellen, Wegekreuze und Brunnen gestaltet. Die Steine bilden auch den Belag der Pfade, ihre schimmernde Vielfalt ist groß. Aus den wilden Zacken des Corni di Nibbio wurde der Marmor für den Mailänder Dom gebrochen. Steinbrüche prägen das Haupttal bis heute.

Wald und Blumen nah und fern

Und diese Blumenpracht! Das Eiszeitalter brachte Kälte liebende Arten aus dem Norden und den Hochlagen der Alpen auf die Alpensüdseite. Aus dem Süden sind Wärme liebende Arten eingewandert. Die gewaltigen Höhenunterschiede und die unterschiedliche Sonneneinstrahlung ermöglichen das Vorkommen sehr verschiedener Arten auf engem Raum. Eine Wanderung aus den an Flaumeichen reichen Buschwäldern der tieferen Lagen in höhere Regionen mit der rot blühenden Alpenrose und der Silberwurz führt in Kürze durch sonst weit voneinander entfernte Lebensräume. Hier sind die Refugien seltener Orchideen und mediterraner Arten. Ein Schatz: die felsigen Matten, auf denen Schafe Nahrung finden. …

Zwei Tourentipps, als PDF zum Download

  • Von Forno ans Ende des Val Strona
  • Auf Pilgerwegen und Saumpfaden

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Ausgabe 131

Oktober/November 2006