© Klaus-Peter Kappest

Der Burgenweg - Der Prädikatswanderweg des Frankenwaldvereins ist ein Stern am Frankenwaldhimmel

Ausgabe 132 – Dezember 2006/Januar 2007

Deutschland

Im September 2006 wurde die Zertifizierung der Streckenwanderung durch den Naturpark Frankenwald von Lauenstein an der Grenze zu Thüringen bis Kulmbach mit einem Festakt gefeiert. Zwischen Haßlach und Kronach kann durch die alternative, westlich verlaufen

Mosaik aus Wäldern und Wiesen

Lucas-Cranach-Stadt Kronach mit der Festung Rosenberg
Lucas-Cranach-Stadt Kronach mit der Festung Rosenberg

Der Naturpark Frankenwald, der manchmal auch als Wanderwald bezeichnet wird, begeistert durch den häufigen Wechsel zwischen sehr urwüchsigen Wäldern und seit Jahrhunderten gerodeten Hochflächen mit weiten Ausblicken. Lärchen und Buchen sorgen je nach Jahreszeit für einen zusätzlichen Schmuck des dunklen Grüns der Fichtenwälder. Tief eingeschnittene Täler mit Wiesengründen und naturbelassenen Bachläufen erfordern zwar etwas Wanderkondition, bereichern aber das Landschafts- und Raumerlebnis ungemein.

Zeugnisse einstiger Macht

Burgen verkörpern einstige Herrlichkeit, aber auch ihre Vergänglichkeit. Das ist auf dem Burgenweg besonders intensiv zu erleben. Die Höhenburg Lauenstein am Beginn der Wanderung geht in ihren ältesten Teilen auf das 12. Jahrhundert zurück. Die Festung Rosenberg über Kronach z.B. ist eine der gewaltigsten Befestigungsanlagen Europas und wurde in ihrer 750-jährigen Geschichte nie erobert. Und die stolze Plassenburg über Kulmbach prunkt mit einem der schönsten erhaltenen Innenhöfe aus der Renaissance.

Stätten des Glaubens und der Besinnumg

Der Wanderer findet sie an allen Wegen: Kapellen, Wegkreuze und Bildstöcke. In Haßlach steht die Wallfahrtskirche „St. Maria und 14 Nothelfer“. Der Hauptaltar ist in Form eines Baumes mit der Mutter Gottes und den 14 Nothelfern gestaltet. Die Wallfahrtskirche St. Maria in Glosberg hat einen Turm, der nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut wurde, und beherbergt ein Marienbild aus der Zeit um 1460.

Erinnerungen an die Schätze der Erde

Wanderer über der Burg Lauenstein
Wanderer über der Burg Lauenstein

Die frankenwäldischen Häuser mit ihren Schieferdächern und -verkleidungen sind prägend für die Architektur der Region. Aus Tonablagerungen am Meeresboden und nachfolgender Gebirgsbildung entstand vor dreihundert Millionen Jahren der Schiefer. Über Jahrhunderte hat das hier in vielen Steinbrüchen abgebaute Gestein als Baumaterial und Einkommensquelle neben den begrenzten Möglichkeiten der Landwirtschaft gedient. Die Fachwerkhäuser des Frankenwaldes sind ebenso bodenständig gebaut.

Man sieht nur was man weiß

Plassenburg in Kulmbach mit dem
Plassenburg in Kulmbach mit dem "Schönen Hof", einem der schönsten Renaissance-Innenhöfe Europas

Ein Sprichwort mit dem berühmten Kern an Wahrheit. Am Burgenweg bieten interessante Museen Informationen und Anregungen, um das Land und die hier lebenden Menschen, ihre handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten besser zu verstehen. Wichtig auch, dass die Bahnstationen unmittelbar an der Wanderroute oder in der Nähe liegen (Probstzella, Ludwigsstadt, Steinbach am Wald, Kronach und Kulmbach), so dass der Wanderweg vom Großraum Nürnberg schnell und mit dem Bayern-Ticket auch preiswert zu erreichen ist. Der Burgenweg im Frankenwald, der ab Kronach auf dem Frankenweg verläuft, bietet damit alle Voraussetzungen für ein- bis mehrtägige Wandererlebnisse der Extraklasse. Wer will, kann sich diesen Stern selbst vom Wanderhimmel pflücken!

Information:

Frankenwald Tourismus Service Center, Adolf-Kolping-Straße 1, 96317 Kronach, Tel. 01805/366398, Fax 01805/329398 (jeweils 14 ct/min)

mail@frankenwald-tourismus.de

Gefördert von der Europäischen Union

Link-Tipp

www.frankenwald-tourismus.de

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