© Klaus-Peter Kappest

Vercors - unbegrenztes Wandern

Ausgabe 134 – April/Mai 2007

Frankreich

Schon die Anfahrt vom Rhône-Tal ist spektakulär, erst die Ebene, danach sanfte Hügel und plötzlich eine riesige Felsbarriere, die, soweit das Auge reicht, keinen Zugang zu ermöglichen scheint. Dahinter soll das Gebirgsmassiv Vercors mit einem der größten

Wie Festungsmauern erheben sich die Steilwände an der Bourne-Schlucht
Wie Festungsmauern erheben sich die Steilwände an der Bourne-Schlucht

Zunächst wirkt das Gebiet höchst unzugänglich, daran ändert auch die sich zwischen enger werdenden Felswänden schlängelnde Straße nichts. Im Gegenteil, nach der Einfahrt in die Schlucht Gorges de la Bourne fällt es schwer, sich vorzustellen, dass dieser Engpass woanders hinführen könnte, als in einen Höllenschlund. Und plötzlich, nach dem x-ten Tunnel, öffnet sich die Landschaft. Unter dem weiten Himmel dehnen sich Weiden und Nadelgehölze vor der Kulisse der Bergkette Montagne de Lans. Jetzt besteht kein Zweifel mehr, hier muss ein Paradies für Wanderer liegen!

Der älteste Naturpark der Region Rhône-Alpes

Liebevoll restauriert: Häuser über der Bourne in Pont-en-Royans
Liebevoll restauriert: Häuser über der Bourne in Pont-en-Royans

In der Tat ähnelt der Vercors einer von der Natur geschaffenen Festung. Aus den Tälern von Rhône, Isère und Drôme erheben sich abrupte Steilfelsen, während zum Tal des Drac eine Reihe mächtiger Gipfel ragt. Dazwischen liegt ein von beeindruckenden Schluchten unterbrochenes Hochplateau, das sowohl für Menschen als auch Tieren und Pflanzen seit jeher eine natürliche Schutzburg bildete. So lag es auf der Hand, dass hier 1970 einer der ersten, französischen Regionalparks eingerichtet wurde. Der „Parc naturel régional du Vercors“ erstreckt sich mit 185.000 Hektar in den beiden Departements Isère und Drôme. Rund zehn Prozent dieser Fläche sind mittlerweile ein unbewohntes, geschütztes Naturreservat, in dem außer einer wilden Fauna nur Hirten mit ihren Herden zu finden sind. Doch stehen im gesamten Regionalpark Vercors etwa 3.000 km hervorragend gekennzeichnete Wanderwege zur Verfügung. Hier sind alle großen Alpentiere, Gemsen, Mufflons, Steinböcke, Hirsch- und Rehwild sowie Wildschweine heimisch. Die mittlerweile zugewanderten Wölfe wird kaum jemand bei seinen Streifzügen zu Gesicht bekommen, dazu sind sie zu scheu. Dem aufmerksamen Wanderer bieten sich dafür zahlreiche andere Naturbeobachtungen, am Himmel wie auf der Erde, wo es nicht weniger als 135 Vogelarten bzw. 80 geschützte Pflanzen- und 17 Reptilien- oder Amphibienarten zu entdecken gilt. Dabei könnte man fast vergessen, den Blick auf die großartigen Berglandschaften zu werfen. …



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Ausgabe 134

April/Mai 2007