© Klaus-Peter Kappest

Carpe Nochtem - Wandern mit Kindern in den Ardennen

Ausgabe 135 – Juni/Juli 2007

Frankreich

Einen Fuß vor den anderen zu setzen und einfach die Natur zu genießen, dieses Vergnügen wissen Kinder nicht immer zu schätzen. Wird jedoch entlang des Weges eine Attraktion geboten, sind auch die lieben Kleinen bereit, sich anzustrengen. In den französisc

Bordsteinvieh und Waldgöttin

Die beiden Nichten und der Neffe stimmen gern zu einer kleinen Grenzwanderung bei Williers zu, da zum Abschluss eine Begegnung mit dem Wappentier der Ardennen winkt. Zwar werfen sie vom Parkplatz am „Pavillon du Sanglier“ bereits einen sehnsüchtigen Blick auf das Wildschwein-Museum, doch fügen sie sich dem bestimmten „Nachher!“. Auf dem Weg am Waldrand entlang Richtung Williers spekulieren die Kinder, ob denn dort noch echte Borstentiere hausen. Kurz vor dem Dorf, eher ein Weiler, wecken römische Überreste ihre Aufmerksamkeit: In Chameleux an der ehemaligen Römerstraße Trier-Reims wurden einst Reisende und Soldaten versorgt.

Die anschließende Strecke durch den Wald von Nanty folgt der belgischen Grenze. Bei jedem Rascheln im Unterholz werden Wildschweine vermutet. Auch der Verweis, dass ihr munteres Plappern die Tiere längst verscheucht haben müsste, wird geflissentlich von allen Drei überhört. Auf der gesamten 6,5 km langen Wanderung kommt kein einziges Mal die übliche Frage: "Wie weit denn noch?" Im Gegenteil, der Schritt wird zum Ende immer flotter, um möglichst bald das Museum zu stürmen, das dem Ardenner Wappentier gewidmet ist. Ein Wildschwein diente der Waldgöttin Arduinna als Reittier, von Karl dem Großen wurde es im Ardennenwald gerne gejagt. Einem mächtigen Renaissance-Fürsten schmeichelte der Titel "Le Sanglier" und dem Fußballverein von Sedan bringt es als Maskottchen Glück. Ein Aspekt, für den sich auch der mitwandernde Onkel der Drei interessiert. …



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Ausgabe 135

Juni/Juli 2007