© Klaus-Peter Kappest

Geruchsschutz: Ohne Schweiß, kein Preis

Ausgabe 135 – Juni/Juli 2007

Know How

Schwitzen gehört zum Sport wie das Christkind zu Weihnachten. Beim Sport wird vom Körper Leistung verlangt, und damit er nicht überhitzt, schwitzt er. Das ist gut so. Schlecht daran ist höchstens der Geruch, den der Schweiß verströmt. Aber moderne Texti

Es ist immer das Gleiche. Kaum hat man das Gepäck im Zug verstaut, schon ist man durchgeschwitzt – und stinkt nach nassem Hund. Der Körper sondert Schweiß ab, um sich bei starker Aktivität selbst zu kühlen. Da ist es egal, ob man wandert, walkt, radelt, schwimmt oder einem Fußball nachjagt. Leider geht mit dem Schweiß ein gewisser Geruch einher. In Ausnahmefällen soll dieser Geruch als Aphrodisiakum wirken, in der Regel meinen wir jedoch, dass „Schweiß stinkt“.

Schweiß zur Kühlung – das Kühlmittel?

Die normale Körpertemperatur des Menschen liegt bei 37° C. Eine Abweichung der Körpertemperatur um fünf Grad plus oder minus führt zum Tod. Das Spektrum ist also eng begrenzt. Strengt man sich an, entsteht im Körper Energie. Doch lediglich 20% dieser Energie kann in Leistung umgesetzt werden. Die restlichen 80% sind Wärme und werden über die Haut (90%) und den Atem (10%) abgegeben. Damit diese Wärme dem Körper nicht schadet, gibt er sie durch etliche Millionen Schweißporen in der Haut nach außen ab. Die Schweißschicht kühlt dadurch den Körper herunter. Etwa 0,6 Kcal Wärme werden dem Körper entzogen, wenn ein Milliliter Schweiß auf der Haut verdunstet. Kurzfristig kann der Körper bis zu vier Liter Flüssigkeit pro Stunde abgeben.

Schweiß ist eine klare, geruch- und farblose, salzig schmeckende Flüssigkeit und besteht zu 99% aus Wasser. Der winzige Rest ist die Ursache für den Geruch. Dieser Rest ist ein Gemisch aus anorganischen Partikeln – Salze, Ammoniak – sowie organischen Verbindungen – Harnstoffe, Butter, Harzsäure und Fette. Hinzu kommen die allgegenwärtigen Bakterien, die diesen verlockenden Nahrungsmix gerne goutieren: Die Wärme, die der Körper beim Schwitzen erreicht, bildet einen hervorragenden Nährboden für einen Gärungsprozess, bei dem die Bakterien die aktive Rolle spielen. Das ist auch der Grund, warum Schweiß erst muffelt, wenn er etwas älter ist. Der Prozess muss erst in Gang kommen.

Was tun gegen Schweißgeruch?

Die banalste Lösung ist gleichzeitig die eleganteste: Waschen! Das klappt vielleicht mit dem Sportshirt nach der Trainingseinheit, doch leider nicht während einer mehrtägigen Wanderung. Und manchmal fängt das Synthetikshirt zu stinken an, kaum dass man den ersten Anstieg geschafft oder sein Gepäck mühsam im Zug verladen hat. Die Bakterien sitzen vorwiegend auf Faserenden und -kanten. Materialien aus Endlosfasern wie Polypropylen oder Meraklon (ein PP-Derivat) sind deshalb den kurzfasrigen Stapelfasern wie Polyester bei der Geruchsvermeidung weit überlegen. Allein, das reicht nicht. Noch besser ist Merinowolle durch den selbstreinigenden Effekt der Wollfaser. Wolle besteht aus Eiweißmolekülketten (Keratin), die Fibrillen bilden. Diese Fibrillen bündeln sich und bilden das Innere der Spindelzelle. Außen umgibt die Wolle ein Schuppengeflecht. Die Schuppenstruktur, die gegeneinander verdreht ist, reibt die Faser mit der Zeit von den aufsitzenden Bakterien frei und sorgt so für den reinigenden Effekt.

Bei synthetischen Fasern bleibt kein Ausweg, als anti-bakteriell oder anti-mikrobiell gegen die Bakterien vorzugehen. Dabei werden zwei Vorgehensweisen unterschieden: bakteriostatisches und bakterizides Vorgehen. Werden Bakterien von einem Stoff getötet, spricht man von bakterizid. Doch diese chemischen Cocktails töten auch die wichtigen Hautbakterien und wandern in den Körper, wo sie Krebs auslösen können. Da heißt es: Finger weg von chemischen Ausrüstungen!

Im Gegensatz dazu hemmen Bakteriostatika lediglich die Ausbreitung und das Wachstum der Bakterien. Die Bakterien der natürlichen Hautflora, und damit auch ein wichtiger Bereich des Immunsystems, bleiben dabei intakt.

Silber hilft!

Eine bakteriostatische Lösung heißt Silber. Die medizinische und therapeutische Wirkung von reinem Silber ist belegt – sogar historisch:

 
  • Die Römer deckten Wunden mit Folien aus reinem Silber ab, um die Infektionsgefahr zu reduzieren und den Heilungsprozess zu beschleunigen.
  • Etliche Kriegsherren transportierten das Trinkwasser in Behältern aus Silber. Beim Trekking machen wir das heute ebenso, wenn wir Silberpräparate (Katadyn, Certisil, Drinkwell o.ä.) in unsere Flaschen geben.
  • Neugeborene bekommen Silbernitrat Augentropfen, die Infektionen vorbeugen helfen. 

In Textilien wird Silber als Ummantelung eines Faserkerns oder als Silberion in der Polymerstruktur der Faser verwendet. Die Silberionen vervollständigen die offene Molekularstruktur des Schweißes und unterbinden damit Gerüche. Das geschieht permanent, unmittelbar und dauerhaft. Silberfasern sind auf 250 Waschzyklen getestet worden, ohne Verluste in der antimikrobiellen Wirkung. Chemische Ausrüstungen sind dagegen bei 25- bis maximal 50-maligem Waschen herausgewaschen. Silber ist aber nicht nur ein perfekter geruchshemmender Wirkstoff. Silber ist antistatisch, hat optimale wärmeleitende und -erhaltende Eigenschaften, ist antiallergisch, ungiftig und heilend – so hilft es etwa gegen Neurodermitis.

Filter in der Kleidung

Gerüche werden auch in der Industrie und im Haushalt entschärft. Die Filter funktionieren auf der Basis von aktiviertem Kohlenstoff und genau diese Technologie ist die jüngste Entwicklung bei der Bekämpfung von Schweiß in Textilien. Der riesige Vorteil dabei: Die Rohstoffe sind natürlich, nachwachsend, preiswert und auch in der Herstellung umweltfreundlich. Letzteres ist bei Silber nicht der Fall. Kokos ist eines dieser Rohstoffe. Kokosnüsse werden jährlich geerntet und in riesigen Mengen verbraucht. Allein in den USA schätzt man den Verbrauch p.a. auf 120 Mio. Tonnen. Die Kokosfaser Cocona wird von Traptek hergestellt und verarbeitet. Dabei werden die aktivierten Kohlefaserpartikel der verbrannten Kokosnussschale auf der Nanoebene in die Grundfaser Polyester „hineingesponnen“, das Garn dann entweder gestrickt oder gewebt.

Cocona ist in einer Hinsicht absolut einmalig: Als Rohstoff dienen Kohlefaserpartikel, die in der Produktion von Filteranlagen als Abfall zurückbleiben. Die Verwendung des Abfalls (Kohlefaserpartikel) vom Abfall (Kokosnüsse aus der Lebensmittelindustrie) ist schon fast sensationell. Cocona ist nicht nur ökologisch, sondern hochfunktionell mit einem sehr effizienten Feuchtigkeitsmanagement, einer geruchsneutralisierenden Wirkung sowie einem UV-Schutz 50+ entsprechend der amerikanischen Norm ASTM 6544. Die hohe Effektivität des Feuchtigkeitsmanagements liegt an der Porosität und enormen Oberfläche der Kohlepartikel, die Feuchtigkeit sehr gut aufnehmen und großflächig verteilen kann. Cocona absorbiert nicht nur Schweiß, sondern neutralisiert auch fremde Gerüche, z.B. Zigarettengerüche nach einem Kneipenbesuch. Die Kapazität der Kohlefasern lässt sich durch Waschen und Hitzewirkung (Trockner oder Bügeln) immer wieder reaktivieren.

Cocona ist in einer Hinsicht absolut einmalig: Als Rohstoff dienen Kohlefaserpartikel, die in der Produktion von Filteranlagen als Abfall zurückbleiben. Die Verwendung des Abfalls (Kohlefaserpartikel) vom Abfall (Kokosnüsse aus der Lebensmittelindustrie) ist schon fast sensationell. Cocona ist nicht nur ökologisch, sondern hochfunktionell mit einem sehr effizienten Feuchtigkeitsmanagement, einer geruchsneutralisierenden Wirkung sowie einem UV-Schutz 50+ entsprechend der amerikanischen Norm ASTM 6544. Die hohe Effektivität des Feuchtigkeitsmanagements liegt an der Porosität und enormen Oberfläche der Kohlepartikel, die Feuchtigkeit sehr gut aufnehmen und großflächig verteilen kann. Cocona absorbiert nicht nur Schweiß, sondern neutralisiert auch fremde Gerüche, z.B. Zigarettengerüche nach einem Kneipenbesuch. Die Kapazität der Kohlefasern lässt sich durch Waschen und Hitzewirkung (Trockner oder Bügeln) immer wieder reaktivieren.



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