© Klaus-Peter Kappest

Streifzüge durchs Lipper Land: Schieder-Schwalenberg

Ausgabe 135 – Juni/Juli 2007

Deutschland

An einem Abend im Frühsommer begegnen mir im lippischen Städtchen Schieder-Schwalenberg seltsame Gestalten. In dunkle Lodenmäntel gehüllt, drehen zwei Nachtwächter ihre Runden durch den mittelalterlichen Ortskern Schwalenbergs. Zwischen all den liebevoll

Mittwochs, freitags und samstags zwischen 22 und 23 Uhr führen Josef Kirchhoff und Franz Grünwald in den historischen Gewändern der Nachtwächterzunft Besucher durch die Gassen der Altstadt und erhalten gleichzeitig eine jahrhundertealte Tradition am Leben. In Schwalenberg gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts, begünstigt durch die besonderen Lichtverhältnisse und die idyllische Lage des Ortes, eine Künstlerkolonie. Die Kunstwerke, die in dieser Zeit entstanden, schmücken noch heute die Stadt. Die Sommerakademie und verschiedene Ausstellungen setzen diese Tradition bis heute fort.

Modern im Mittelalter

Schloss Schieder
Schloss Schieder

Zisterzienser-Mönche brachten den Bewohnern Schwalenbergs im „finsteren Mittelalter“ eine unschätzbar wertvolle Erfindung. Aus der Magdalenenquelle im Wald oberhalb des Ortes leiteten sie das Wasser über ein ausgeklügeltes Grabensystem mitten in die Stadt. So konnten, obwohl die Wasserleitungssysteme der Römer im Mittelalter weitgehend in Vergessenheit geraten waren, im lippischen Schwalenberg Mensch und Vieh mit sauberem, klarem Trinkwasser versorgt werden.

Fachwerktor in Schwalenbergs Altstadt
Fachwerktor in Schwalenbergs Altstadt

Bei einer Wanderung entlang dem offenen Wassergraben, dem so genannten „Stadtwasser“, mache ich eine seltsame Entdeckung. Das Wasser scheint bergauf zu fließen. Doch die Erklärung ist wenig mysteriös: Durch den steinigen Untergrund und die geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers verwirrt eine optische Täuschung das Auge des Betrachters. …

Weitere Reportagen zum Schwerpunktthema Archäologie & Geschichte in diesem Heft:

 


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Juni/Juli 2007