© Klaus-Peter Kappest

Willingen im Sauerland: Unterwegs mit Bachgeplätscher

Ausgabe 135 – Juni/Juli 2007

Deutschland

Zahllose Quellen, Bachläufe und Rinnsale neben den Wanderwegen lassen vor allem an heißen Sommertagen das Wandern im Willinger Upland zu einem Genuss mit vielen Erfrischungsmöglichkeiten werden. Packen Sie auf Ihrer Spurensuche zu Waldschmieden, Windheide

Der Wasserreichtum des Uplands

Ein leises Wasserplätschern begleitet oftmals den Wanderer rund um Willingen, ob er sich nun im Wald befindet oder gerade durchs offene Land mit seinen Feldern, Weiden und Wiesen streift. Quellmulden nicht weit vom Wegesrand, aus denen fröhlich kleine Gerinne erst durch die Wiesen und dann längs der Wege gluckern, bevor sie dann in die Diemel oder die Itter münden – das ist charakteristisch für das Upland. Die Niederschlagsmengen von mehr als 1.200 mm im Jahr liefern genügend Nachschub und die Grundwasserreserven werden auf diese Weise beständig aufgefüllt. Das sorgt dann auch in einem trockeneren Sommer nicht nur für die beruhigende Begleitmusik beim Wandern, sondern auch für prächtig gedeihende Feuchtbiotope. Bei den Quellaustritten in den Wiesen findet man seltene Wollgräser, sogar Orchideen oder Sumpfveilchen, während es in den Wäldern die saftig grünen Teppiche des Milzkrautes sind, die die besonderen Nährstoffverhältnisse der Quellen andeuten. Gerade die obere Itter und ihre Zuflüsse im Naturschutzgebiet Alter Hagen sind schöne Beispiele für naturnahe Bäche. In diesem Lebensraum mit seinen Erlen- und Moorbirkenwäldern sind seltene Insekten heimisch und im flüssigen Lebenselement ist es die Groppe, ein äußerst seltener Fisch, der höchste Ansprüche an ein sauberes Nass stellt.

Von Waldschmieden und Hammerwerken

Neben den Eisenerzvorkommen haben einst die zuverlässig sprudelnden Wasserläufe auch den wirtschaftenden Menschen in den Wald gelockt. Im Mittelalter legte er auch mitten in den Wäldern Siedlungen nahe den Bächen an, um ihr Wasser als Antriebskraft für Eisenhütten und -hämmer zu nutzen. Zum anderen lieferte die nächste Umgebung gleich das Baumaterial für die Hütten und die Grundlage zur Holzkohlenherstellung. Von solchen Gewerbesiedlungen ist heute auf den ersten Blick nichts mehr zu sehen, doch an Bodenfunden und feinen Geländeerhebungen lassen sich ihre Standorte noch bestimmen. Auf dem W 6 stößt man auf zwei solcher wüstgefallener Siedlungen, einer höher gelegenen nahe der Hildfelder Höhe und einer tieferen, die ab 1550 für einige Jahrhunderte als Glindfelder Dorf bekannt war. In so genannten Rennfeuern wurde hier mit Holzkohle das Eisenerz geschmolzen und zu Werkzeugen oder Nägeln weiterverarbeitet. ...

Plus zwei Tourentipps:

Von Wasserreichtum und Waldschmieden - Rundwanderung südlich von Willingen

Auf der Sonnenseite durchs Diemeltal - Halbtagesrundwanderung nördlich von Usseln



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Juni/Juli 2007