© Klaus-Peter Kappest

Grenzgänge der Blies

Ausgabe 136 – August/September 2007

Deutschland

Rando de la Blies - der Name dieses thematischen Weitwanderweges durch einen Teil des vereinten Europas drückt es aus: Deutschland oder Frankreich, die Blies kümmert sich nicht darum, durch wessen Staatsgebiet sie fließt. Das gibt uns, den Wande

Wandern zwischen Natur, Kultur und Industrie

Sehenswert und aussichtsreich: Burgruine Hohenburg. Foto: TT Saarpfalz-Kreis
Sehenswert und aussichtsreich: Burgruine Hohenburg. Foto: TT Saarpfalz-Kreis

Der Blieswanderweg - das bedeutet auch Grenzgänge zwischen wilder Natur, kultureller Vielfalt und historischer wie aktiver Industrie. Entlang der Blies vom Quellgebiet am idyllischen Bostalsee bis zur Mündung in die Saar in Sarreguemines - der Blieswanderweg bleibt auf der gesamten Strecke von 137 km seiner Protagonistin immer so nah wie möglich.

Dabei spannt sich der Bogen immens weit: urwüchsige Natur, wie in den Bliesauen um Blieskastel, dann wieder eine brav gezähmte Blies im Blieskanal. Kelten, Römer, Barockfürsten - sie alle lebten hier und haben die Region zu schätzen gewusst. Zahlreich sind die Spuren der Vergangenheit und bereichern die Wanderungen an der Blies um kulturelle Einblicke in viele Epochen. Nicht immer stand es um die Blies so gut wie heute. Ab dem 19. Jahrhundert begann der industrielle Aufschwung. Die Blies - Energie- und Wasserlieferant - bot einen Standortvorteil für die aufstrebende Industrie und litt selbst dabei schwer. Inzwischen hat man dazu gelernt. Die Blies wird ernst genommen, der Wert des einzigartigen Flusses ist erkannt, der Mensch arbeitet mit der Blies und für die Blies, und er bekommt seinen Einsatz mannigfach zurück - dank herausragender Naturerlebnisse. Das zieht Kreise: Auf Landesebene ist der Bliesgau bereits als Biosphärenreservat akzeptiert, die Anerkennung durch die UNESCO wird erwartet.

Versuch's mal mit Natürlichkeit!

Mündung der Blies in die Saar bei Saareguemine. Foto: Dr. Ulrike Poller & Dr. Wolfgang Todt
Mündung der Blies in die Saar bei Saareguemine. Foto: Dr. Ulrike Poller & Dr. Wolfgang Todt

Natürlichkeit ist das Motto der Blies - zumindest dort, wo man sie lässt! Wir sind gespannt, als wir uns an einem sonnig-frischen Morgen aufmachen zum Abenteuer Blies. Noch liegt träge Ruhe über dem Bostalsee, wo uns das markante zweisprachige Logo des Blieswanderweges erstmals begrüßt. An Sommerwochenenden steppt hier der Bär, doch uns kann das kühle Nass heute nicht locken, wir wollen die Blies entdecken und machen uns auf die Suche nach ihrem Ursprung. Schöne Holzschilder weisen den Weg, doch wer von einer hübsch gefassten, sprudelnden Quelle geträumt hat, wird eines Besseren belehrt: Die Blies entspringt naturbelassen! Schon auf den ersten Metern wird der Blies ihr Wille gelassen, insgesamt drei gekennzeichnete Bliesquellen stehen stellvertretend für ihr Quellgebiet. Eines haben wir also schon nach dem ersten Drittel der ersten Etappe gelernt: Die Blies hat einen Hang zur Natürlichkeit.

Kulturelles Kontrastprogramm

Hinweis zur Bliesquelle. Foto: Dr. Ulrike Poller & Dr. Wolfgang Todt
Hinweis zur Bliesquelle. Foto: Dr. Ulrike Poller & Dr. Wolfgang Todt

Naturbelassenheit ist nicht das Einzige, was wir gleich am ersten Tag verinnerlichen. Der Blieswanderweg schafft spielend, was sonst nur mühsam zusammengeht: die Vereinbarkeit von Natur und Kultur! Gerade noch genießen wir den Blick auf die engen Schleifen der mäandrierenden Blies und die Aussicht auf den in den Himmel strebenden Schaumberg, schon wird die Aufmerksamkeit von den Steinskulpturen am Wegesrand in Anspruch genommen. Fließend ist der Übergang von Kunst und Landschaft, die sich hier trotz der scheinbaren Gegensätzlichkeit harmonisch zu einem herrlichen Gesamtkunstwerk vereinigen. …

Mit 48-seitigem Pocketguide "Blieswanderweg - Rando de la Blies" in sieben Etappen:

 
  • Bostalsee - St. Wendel: An der Wiege der Blies
  • St. Wendel - Neunkirchen: Mittelalter & Stahlschmiede
  • Neunkirchen - Homburg: Steine & Störche
  • Homburg - Blieskastel: Von den Römern zum Barock
  • Blieskastel - Herbitzheim: Zu Menhir & Biber
  • Herbitzheim - Gräfinthal: Kelten & Römer in Europa
  • Gräfinthal - Sarreguemines: Vereintes Europa


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Ausgabe 136

August/September 2007