© Klaus-Peter Kappest

Thüringen: Mystischer Hainich

Ausgabe 136 – August/September 2007

Deutschland

Wandern in Thüringen, das beinhaltet unzählige Landschaftsformen, Naturerlebnisse und kulturelle Vielfalt. Die Facetten des grünen Bundeslandes in der Mitte Deutschlands sind zahlreich. 16.000 Kilometer Wanderwege warten darauf, entdeckt zu werd

Naturwunder im Hainich

Im Städtedreieck Eisenach, Bad Langensalza und Mühlhausen gelegen, ist der Hainich das größte zusammenhängende Laubwaldareal Deutschlands. Zwischen Unstrut und Werra erstreckt sich der grüne Höhenzug am Westrand des Thüringer Beckens. Seit 1997 ist der Südteil des Hainichs als 13. Nationalpark Deutschlands ausgewiesen, Thüringens einziger Nationalpark. Fernab vom Lärm und der Hektik des Alltags, wird hier ein Aufenthalt zur „kleinen Flucht“ in eine andere Welt. Wanderer erleben ein Stück Urwald mit zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten, imposanten Baumriesen und moosbewachsenem Totholz mitten in einer durch Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal. Sogar einige Wildkatzen sind in Teilen des Hainichs zu Hause. Wanderern werden die scheuen, seltenen Tiere eher nicht begegnen, der 7 km lange Wanderweg „Wildkatzenpfad“ thematisiert jedoch anschaulich Wesen und Lebensraum der geheimnisvollen Samtpfoten. 16 weitere Wanderwege durchziehen die mystische und wilde Welt des Nationalparks und machen die faszinierende Natur hautnah erlebbar.

Wie verzaubert

Auf dem Feensteig werden Märchen lebendig, der Bummelkuppenweg geleitet Wanderer in die Vergangenheit und der Betteleichenweg entführt uns ins Reich der Sagen und Legenden. Westlich von Bad Langensalza, am Rande des Nationalparks auf dem Gelände der Thiemsburg, befindet sich der einzigartige „Baumkronenpfad“. Ungewohnte Einblicke aus einer ganz anderen Perspektive eröffnen sich jedem , der etwas Abenteuerlust und Schwindelfreiheit mitbringt. Von dem 44 Meter hohen Baumturm mit einem überwältigenden Blick über den gesamten Hainich führt ein breiter und gut gesicherter Holzsteg auf etwa 300 Metern, sanft absteigend, durch die Welt der Baumkronen. An klaren Tagen reicht die Aussicht weit über die Hainichwälder, das Thüringer Becken, bis hin zum Brocken im Harz und zum Großen Inselsberg im Thüringer Wald.

Mittendrin

Der Geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt in der kleinen Gemeinde Niederdorla im nördlichen Hainich. Ein Gedenkstein und die Kaiserlinde markieren seit 1991 den Nabel Deutschlands auf 51'' 10‘ nördlicher Breite und 10'' 27‘ östlich Greenwich. Nur einen Steinwurf entfernt, im „Opfermoor“ bei Niederdorla, fanden Torfarbeiter 1957 Gebäudereste aus germanischer und keltischer Zeit. Die Funde sind im Museum „Opfermoor Vogtei“ zu sehen, auf dem Gelände des Moors bietet ein Freilichtmuseum mit rekonstruierten Hütten und Kultstätten Einblicke in das Leben vor rund 2.000 Jahren. ...

Plus Pocketguide "Hainichland - Thüringens Wanderparadiese" mit vier Tourentipps:

 
  • Feensteig und Baumkronenpfad - Von Märchen und Sagen zu märchenhaften Einsichten
  • Der Bummelkuppenweg - Dichter Buchenwald und Fernsichten
  • Der Hünenteichweg - Als Spaziergang oder Tageswanderung
  • Zur Teufelskanzel - Über dem Werratal


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Ausgabe 136

August/September 2007